Petition zur nuklearen Entsorgung

Montag, der 2. März 2009, 15:45 Uhr von daburna

Atomkraft ist in Deutschland ein sehr streitbares Thema. Worüber sich aber fast alle einig sein dürften, ist die Notwendigkeit einer (End-)Lagerung. Derzeit gibt es noch kein genehmigtes Endlager. Allerdings gibt es die bekannten Lager Asse II, Morsleben und Gorleben. Die beiden erstgenannten Standorte sind inzwischen geschlossen und müssen aufwendig auf Kosten der Steuerzahler saniert werden. Der Standort Lubmin findet kaum Erwähnung, doch auch hier lagern inzwischen 65 Castoren mit Atommüll.

Im Fall Asse II stammen nun nach Erkenntnissen von Greenpeace nicht, wie von der Atomlobby behauptet, nur 20 Prozent des strahlenden Mülls aus Atomkraftwerken und der Rest aus Forschungsreaktoren, sondern fast 72 Prozent aus kommerziellen Kraftwerken. Die Sanierung von Asse II wird trotzdem auf den Steuerzahler abgeschoben, dabei müßte doch das Verursacherprinzip greifen. Bundesumweltminister Gabriel versucht sich da nun, nach Verabschiedung des Gesetzes zur Sanierung von Asse II auf Kosten des Bundes,  irgendwie rauszureden und will die Konzerne an den Kosten der Schliessung beteiligen. Das hätte er sich lieber vorher überlegen sollen. Falls sich die Atomkonzerne dazu nicht freiwillig bereit erklären würden, würde er nach der Bundestagswahl eine Brennstoffsteuer auf Uran einführen. Sehr optimistisch, krebst die SPD doch bei der Sonntagsfrage bei knapp über 20 Prozent rum.

Die vier großen Stromkonzerne (alle samt Atomkraftwerkbetreiber) machten 2007 einen Gewinn von 20 Milliarden Euro. Mit diesem Geld könnten sie sich locker an der Beseitigung ihres Mülls beteiligen. Daher gibt es nun eine Petiton zur nuklearen Entsorgung. Die Verursacher sollen die Kosten für die Entsorgung tragen. Eigentlich ein logischer Schritt. Bis 28. März kann die Petition noch online mitgezeichnet werden.

Im Endeffekt würden die Kosten für die Beseitigung des Mülls und Sanierung der Lager eh wieder auf den Strompreis aufgeschlagen und an den Kunden weitergegeben werden. Dadurch würde der vermeintlich günstigere Atomstrom aber wieder etwas teurer werden.

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