50 Prozent Ozonverlust über der Arktis

Ozonverlust über der Arktis 2011
Ozonverlust über der Arktis 2011 verglichen mit 2010. Quelle: NASA

Achtung eincremen bitte! Zwar erscheint die Sonneneinstrahlung aktuell noch gering und die Gefahr einen Sonnenbrand zu bekommen gleich Null, doch ist besonders für helle Hauttypen und Kleinkinder Vorsicht geboten. Schuld daran ist ein Phänomen, das wir eigentlich nur von der Südhalbkugel her kennen: Über der Arktis gibt es dieses Jahr einen großen Ozonverlust.

Die Wissenschaftler sprechen noch nicht von einem Ozonloch, aber der Verlust an Ozon über dem Nordpol beträgt inzwischen mindestens 50 Prozent. Im Frühjahr 2011 wurden über der Arktis die niedrigsten je gemessenen Werte an Ozon in der Atmosphäre ermittelt.

Das Ozon wird bei Temperaturen von unter minus 78 Grad Celsius in einer Höhe von etwa 20 Kilometer durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zerstört. Normalerweise erreicht die Atmosphäre über der Nordhalbkugel nur an wenigen Tagen diese Temperaturen. Diesen Winter war es aber anders und so schwindet seit Anfang Dezember die Ozonschicht.

Obwohl die FCKW mit dem Protokoll von Montreal 1987 verboten wurden, finden sie sich noch immer in der Atmosphäre. Die bereits freigesetzten FCKW werden noch viele Jahrzehnte in der Atmosphäre vorhanden sein und weiter die Ozonschicht abbauen.

Sie schützt die Erdoberfläche und damit alles Leben vor schädlicher UV-Strahlung. Eine dünnere Ozonschicht lässt UV-Strahlen ungehindert durch. In den betroffenen Gebieten steigt die Gefahr von Sonnenbrand und Hautkrebs. Wissenschaftler vermuten, dass die arktischen Luftmassen mit niedriger Ozonkonzentration in den kommenden Wochen auch über Mitteleuropa driften werden. In der vergangenen Woche erstreckten sich die ozonarmen Luftschichten vom Nordpol bis nach Südskandinavien, nun driften sie ostwärts Richtung Russland.

Unter den arktischen Luftmassen kann die auftretende UV-Strahlung bei empfindlichen Menschen innerhalb von Minuten zu einem Sonnenbrand führen. „Die erwartete UV-Intensität während dieser kurzen Episoden liegt dann aber immer noch in dem Bereich, dem wir im Hochsommer ohnehin ausgesetzt sind und weit unterhalb der Werte, die bei Urlaubsreisen in die Tropen auftreten. Übermäßige Sorge ist daher unnötig.“, sagt Dr. Markus Rex, Atmosphärenphysiker des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung (AWI).

In wenigen Wochen sollte der Abbau der Ozonschicht wieder zurückgehen und sie sich regenerieren. Die Forscher gehen aber davon aus, dass es in den nächsten Jahren erneut zu drastischen Ozonverlusten kommen wird. Ein Ozonloch über der Arktis ist anscheinend nur noch eine Frage der Zeit.

Die folgende Animation zeigt die Dynamik der Ozonschicht im Zeitraum 1. Januar bis 23. März für die Jahre 2010 und 2011. Das Originalvideo der NASA ist hier verfügbar.

Weiterführende Links:

Foto: NASA image by Rob Simmon, with data courtesy of Ozone Hole Watch. Caption by Mike Carlowicz and Kristyn Ecochard.

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