Rechtsextreme als Volkszähler? Tür zu!

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Tausende ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte werden zur Zeit für die Durchführung des Zensus 2011 gesucht. Gestern wurde bekannt, dass der NPD Landesverband Sachsen seine Mitglieder und Sympathisanten dazu aufruft, sich bei den Erhebungsstellen im Freistaat als „Volkszähler“ zu melden und die dadurch gewonnen Erkenntnisse zu nutzen. Zitat von der Website der NPD Sachsen:

„Als Interviewer für Haushaltsbefragungen können sie zahlreiche Rückschlüsse auf mentale Befindlichkeiten, soziale Probleme und politische Stimmungen im Lande ziehen und damit den Grundstein für eine nationaldemokratische „Marktforschung“ zur idealen Wähleransprache legen. Außerdem wird für jede Befragung eine kleine Aufwandsentschädigung gezahlt. Der besondere Reiz solcher Haushaltsbefragungen liegt darin, daß man auch Eindrücke von den persönlichen Lebensverhältnissen des einen oder anderen „Antifaschisten“ bekommen kann.“

Die Volkszählung soll nicht für eigen Werbung zweckentfremdet, sondern gleich dazu genutzt werden, den politischen Feind auszuspionieren. Das ist natürlich sehr bedenklich. Was schreiben die Rechtsextremen in Mecklenburg-Vorpommern zum Zensus 2011? Auf dem rechtsextremen Internetportal MUPINPO heißt es dazu:

„Und wenn der Herr Innenminister schon einmal bittet [sich als Erhebungsbeaufragter zu melden], ist ein wenig Unterstützung durch seine staatstreuen Untertanen ja wohl nicht zu viel verlangt!

Naja, zumindest dürfte sich das dort gewonnene Stimmungsbild auch gewinnbringend in den folgenden Landtagswahlkampf einbringen lassen.“

In Mecklenburg-Vorpommern ruft die NPD nicht zur Teilnahme als „Volkszähler“ auf, der Aufruf der Kameraden aus Sachsen wird aber abgedruckt.

Trotzdem muss keiner der Befragten Angst haben. Zwar ist jeder verpflichtet die Befragung auszufüllen, die muss aber nicht mit den Erhebungsbeauftragten gemeinsam gemacht werden. Es reicht den Fragebogen selber auszufüllen oder die Fragen online zu beantworten. Nazis müssen nicht reingelassen werden. Tür zu für faschistische Volkszähler!

5 Kommentare


  1. boah… Bei aller berechtigten Kritik, wie bitte soll man denn erkennen wer ein Nazi ist..? Und die Leute müssen sich ja auch noch beim Land bewerben. Zu den Nazis fällt mir was ein: Du könntest ja einen Vorschlag machen, alle als rechts bekannten Personen zu kennzeichen. Armbinden oder Aufnäher gesetzlich vorschreiben. Das muss ein Traum für aufrechte Antifaschisten sein.

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  2. Egal ob ein Nazi, Kommunist, Satanist, „normaler“ Mensch oder was auch immer vor deiner Tür steht, du kannst, wenn du zur Befragung ausgewählt wurdest, die Fragen per Post oder Internet beantworten. Das steht jedem frei und das würde ich aus Datenschutzgründen auch empfehlen.

    Den Vorschlag einer Kennzeichungspflicht für Nazis sehe ich als überspitzte Kritik an und nicht ernst gemeint an und werde daher auch nicht drauf eingehen.

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    1. Das war eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis sie das machen. Aufenthalte illegaler Ausländer zu finden, hört sich sehr nach Menschenjagd an.

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