1,6 Promille auf dem Fahrrad

Liebes Logbuch,

Samstag wollte ich doch ernsthaft meinen Freunden in die Mensa folgen. Zum Glück war die Schlange so lang und die Wartenden so dreist, dass daraus nichts wurde. Also gingen wir noch ein Bier im frisch eröffneten Humboldt trinken. Abgesehen von der etwas reiferen Dame, die an der Bar scheinbar meinen Kumpel angebaggert hat, ziemlich in Ordnung der Laden.

Als wir dann gegen 1 Uhr irgendwas den Laden verliessen, sahen wir noch eine Polizeikontrolle an der Europakreuzung und bekamen ein Gespräch zwischen Polizisten und einem Fahrradfahrer mit. „1,6 Promille, da müssen Sie jetzt mitkommen“ sagte der Polizist. Der Radfahrer wollte erst sein Rad nicht anschliessen, tat dies dann doch widerwillig und ab ging es für ihn auf die Wache zum Bluttest.

Wer auf dem Rad unterwegs ist und 1,6 Promille hat, der gilt als fahruntüchtig und ist seinen Lappen los. In den letzten Wochen startete die Polizei Greifswald eine massive Überprüfung von Fahrrädern und Fahrern tagsüber und auch des Nachts.15 Euro musste zahlen, wer auf der falschen Strassenseite fuhr. Angesichts der desolaten Zustände auf den kontrollierten Strecken sorgte dies für verstimmte Studierende. Daher gingen teilweise die aktuellen Standorte der Kontrollen über Twitter raus.

Angesichts schlimmer Unfälle ist die Kontrolle nach Alkohol am Lenker aber definitiv zu beführworten. Vor wenigen Tagen sah ich eine Studentin, die betrunken mit dem Rad aus einem Studentenclub weggefahren war und einen Unfall hatte. Ihr Kiefer ist nun gebrochen und verheilt nur sehr langsam. Da hat es ihr auch nichts genützt, dass sie vorher offensichtlich einen Shop für Zubehör fürs Fahrrad leer gekauft hat.

Andererseits fehlt es an Alternativen. Greifswald ist eine Studentenstadt und hat daher viele Partygänger. Viele Studierende können sich aber kein Taxi leisten und nehmen trotzdem ihr Fahrrad, egal wieviel sie getrunken haben.

Dabei wäre doch ein Nachtbus der Stadtwerke die beste Lösung. Jede Stunde eine Tour. Letzte Abfahrt, wenn die Mensa zumacht?

Yours

daburna – Strassenrebell

P.S.: Sieh dir doch noch Fischmob mit Bonanzarad an!

9 Kommentare


  1. Die Forderung nach einem Nachtbus könnte man doch glatt mit einen Semesterticket verknöpfen,oder?

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    1. Es ist gut, dass die Idee vom RCDS wieder auf den Tisch kommt und diskutiert wird, ich bin persönlich aber gegen ein verpflichtendes Ticket.

      1. würde ich das zu 90% nicht nutzen, ausser bei schlechtem Wetter, da mein Rad schneller und bequemer ist.

      2. die Fahrzeit mit dem Rad ist schneller als mit dem Bus, der noch überall anhalten muss. Das macht sich gerade bei Vorlesungen bemerkbar, die an unterschiedlichen Orten stattfinden z.B. Innenstadt und Beitz-Platz. Wenn ich da zwischen zwei Veranstaltungen nur 30 Minuten Zeit habe, werde ich per Rad schneller als mit dem Bus sein.

      3. ganz klar Taktung und Strecke müssten überarbeitet werden, das ist aber nichts Neues und dir sicher bekannt.

      4. Die Einbindung von ganz MV finde ich auch sinnlos, da ich es nicht nutzen würde.

      Wäre der Semesterbeitrag entsprechend gering oder das Ticket freiwillig, können wir da aber gerne drüber reden.

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      1. Deine Ablehnungsgründe sind nachvollziehbar. Allerdings bin ich der Meinung, dass man die Idee an sich mal einer näheren Betrachtung würdigen sollte. Ich fand es mehr als enttäuschend, dass viele Mitglieder des Stupas dies nicht verstanden haben…


      2. So wie meine Contraliste gibt es sicher auch eine mit Proargumenten. Das sollte genau abgewogen und überprüft werden.


  2. Interessanter ist vielleicht, dass man sich richtig strafbar macht, wenn man mit 1,6 Promille aufwärts auf dem Drahtesel erwischt wird, §316 StGB.

    Das kann schnell mal 30 Tagessätze Geldstrafe kosten.

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  3. Selbst mit ’nem Zuschlag fände ich den Nachtbus durchaus attraktiv – ob mit oder ohne Semesterticket.
    Bis vor einigen Jahren muss es sowas ja auch gegeben haben. Die Angelegenheit wär’s echt wert, mal ein bisschen weiterverfolgt zu werden. Man könnte der Stadt und den Stadtwerken ja mal ein halbwegs durchdachtes Konzept vorlegen…

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    1. Der Wink geht an die Mitglieder der politischen Hochschulgruppen, die hier auch fleissig mitlesen. Im übrigen wäre das ein schönes Thema für eine Diplomarbeit oder ähnliches.

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