Wotans Erben – Rechtsradikale Jugend in der Bundesrepublik 1977 (Doku)

Wiking Jugend 1977

Eigentlich idyllisch: Es ist warm, die Sonne scheint und Schwarzzelte wie Jurten und Kohten, typische Elemente der bündischen Jugendbewegung, stehen auf einer Wiese. Doch davor üben Jugendliche den Handgranatenzielwurf. Ein Lager der paramilitärischen „Stahlhelm-Jugend“.

Der Dokumentarfilm „Wotans Erben – Rechtsradikale Jugend in der Bundesrepublik“ [einbetten deaktiviert, daher nur über den Link bei Youtube zu sehen] von Rolf Bringmann und Dirk Gerhard aus dem Jahr 1977 beleuchtet damalige rechtsradikale und rechtsextreme Jugendgruppen in Westdeutschland. Neben dem Stahlhelm sind das der „Bund Heimattreuer Jugend“  (BHJ) und die 1994 verbotene „Wiking-Jugend“ (WJ). Auch die NPD, die Jungen Nationaldemokraten, die “Aktion Widerstand” und der Hamburger “Freundeskreis Filmkunst” sind Thema der Doku.

Die Leitungspersonen und Mitglieder der Gruppen geben den Filmemachern offen Auskunft und lassen sie viel Filmen. Heutzutage undenkbar, schotten sich die Gruppen doch massiv ab. Neben dem bereits angesprochenem paramilitärischem Drill zeigt die Doku Mitglieder der Jugendgruppen, die den Holocaust leugnen, verdrehte Geschichtsstunden und Nazis mit coolen verspiegelten Sonnenbrillen oder langen Haaren.

Einige der erwähnten Gruppen gibt es immer noch. Heute heißt der BHJ „Freibund“ und ist weiter aktiv. Vom BHJ spaltete sich 1990 die rechtsextreme “Heimattreue Deutsche Jugend – Bund zum Schutz für Umwelt, Mitwelt und Heimat e.V.” (HDJ) ab. 2009 wurde die HDJ verboten.

Foto: Screenshot aus dem Video

(via rechte-jugendbuende.de)

2 Kommentare


  1. Kleine Ergänzung: Es gab 2 Abspaltungen vom Freibund: die Heimattreue Jugend (1990) und die Heimattreue Deutsche Jugend (2001). Ich freue mich auf die Doku, danke für den Link!

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  2. Hat wer eine Quelle für die Doku? Bei Youtube ist sie leider nicht mehr zu finden, da das Konto des Hochladenden gesperrt wurde… 🙁
    Der WDR sagte „keine Chance“…

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