Arktische Oszillation sorgt für Temperaturanomalien

Samstag, der 18. Dezember 2010, 16:13 Uhr von daburna

Temperaturanomalie im Dezember 2010 auf der Nordhalbkugel

Temperaturanomalie im Dezember 2010 auf der Nordhalbkugel. Quelle: NASA

Die Rede von Schneechaos und Wintereinbruch beherrscht seit Wochen die Medien und privaten Gespräche. Zur Untermauerung veröffentlichte die NASA dieses Bild der Nordhalbkugel der Erde mit Temperaturanomalien auf der Oberfläche in der Woche vom 3. bis 10. Dezember 2010. Verglichen wurden die Daten mit Durchschnittswerten der gleichen Zeitperiode der Jahre 2002 bis 2009. Das Bild sieht dramatisch aus. Bis zu -15 Grad Celsius weichen die Temperaturen in Europa von der Vergleichsperiode ab. Auf Grönland ist es dagegen teilweise 15 Grad wärmer.

Erklärt werden die kalten Temperaturen mit der negativen Arktischen Oszillation, die dafür sorgt, dass extreme Kaltluft vom Nordpol sehr weit südlich vordringt. Auch im Dezember 2009 sorgte eine negative Arktische Oszillation für ein ähnliches Bild. Diese ungewöhnliche Situation sorgt also für den vielen Schnee in Europa. Bleibt die Lage so, wird der Winter 2010/2011 weiterhin kalt und schneereich.

Die Daten der NASA haben allerdings einen kleinen Fehler. Der Vergleichszeitraum liegt ausgerechnet im laut Meteorologischer Weltorganisation WMO wärmsten Jahrzehnt seit dem Beginn regelmäßiger Messungen 1850. Ein Vergleich mit durchschnittlich warmen Jahren wäre passender.

Foto: NASA Earth Observatory image created by Jesse Allen, using data provided courtesy of the NASA/GSFC Distributed Active Archive Center. Caption by Holli Riebeek.

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Facebook zeichnet eine Weltkarte der Freundschaft

Freitag, der 17. Dezember 2010, 16:48 Uhr von daburna

Karte: Facebook Freundschaftsverbindungen

Weltweite Verbindungen durch Freundschaften bei Facebook

Diese blauleuchtende Weltkarte stammt vom Facebookmitarbeiter Paul Butler. Mit Hilfe einer Auswahl aus Daten von 10 Millionen Facebooknutzerinnen und -nutzern hat sie erstellt. Seine Ausgangsfragestellung war, wie Geographie und politische Grenzen das Verhältnis der Freundschaften untereinander beeinflussen. Wie lokal sind also Freundschaftsverbindungen zwischen den Menschen geprägt.

Facebook Freundschaften

Zeigt uns Facebook etwa die DDR?

Die Karte wurde ohne politische oder physische Grundkarte erstellt, aber mit Hilfe der Freundschaftsverbindungen, die durch Linien dargestellt werden, und Standorte der Mitglieder wurde ein Abbild unserer Erde sichtbar. Kontinente und teilweise einzelne Länder oder Regionen lassen sich deutlich erkennen. Freundschaften haben (scheinbar?) keine Grenzen.

Wenn man sich Europa und speziell Deutschland so ansieht, wird der geschichtsbewusste Mensch bemerken, dass dort ein dunkelblauer Schatten mit weniger Freundschaftsverbindungen zu finden ist, der in seiner Form einem ehemaligen deutschen Teilstaat ähnelt.

Obwohl die Karte nicht Daten aller 500 Millionen Mitglieder enthält, zeigt sie doch einen repräsentativen Querschnitt. Es wird deutlich, in welchen Ländern viele Mitglieder leben und in welchen eher nicht. Der Schwerpunkt liegt auf Europa und Nordamerika. Aber das war auch nicht anders zu erwarten.

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Fotos: Castor rollt durch Greifswald *Update*

Donnerstag, der 16. Dezember 2010, 16:02 Uhr von daburna

Einen eisigen Empfang bekam der Castor-Transport heute als er durch Greifswald Richtung Zwischenlager Nord bei Lubmin rollte. Gegen 14:12 Uhr passierte er den Greifswalder Hauptbahnhof. Vorher wurde der Atommüll durch vereinzelte Gleisblockaden direkt am Bahnhof für ca. 30 Minuten aufgehalten. Mehrere Kleingruppen von Spaziergängern säumten auf ungefähr ein Kilometer Länge die Gleise, griffen nicht in den Schienenverkehr ein, zogen so aber die Polizeikräfte auseinander. An unserer Stelle zählte ich allein 25 Spaziergänger, die weniger als 10 Polizeikräften gegenüberstanden. Trotz Eiseskälte und Schneesturm zeigten also viele Menschen in der Stadt, dass sie den Transport ablehnen.

Impressionen des Spaziergangs und wie der Castor-Transport durch Greifswald fährt, gibt es nachfolgend.

Wo der Castor aktuell steht und welche Entwicklungen es gibt, steht auf dem Castorticker.

Update 16.12.2010 18:45 Uhr: Inzwischen haben mich Fotos aus Brünzow erreicht. Leider gibt es keine Bilder der Blockade, aber dafür von der Mahnwache und den Polizeigewahrsamnahmen sowie dem Abtransport in die Gefangenensammelstelle.

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Intern: Einnahmen mit Flattr im November 2010

Dienstag, der 14. Dezember 2010, 12:08 Uhr von daburna

Zur kompletten Statistik für den November 2010 waren die detallierten Zahlen von Flattr noch nicht verfügbar. Nun sind sie da. Bekannt war schon, dass ich im November 8,10 Euro über Flattr erhielt. Der November war damit der bisher beste Monat bei Flattr. Flattr selber zog sich vorher 0,90 Euro als Provision ab. Insgesamt kamen 20 Klicks für 10 Artikel zustande. Ein Klick war demnach nach Abzug der Provision 0,405 Euro wert.

Die meisten Klicks gab es für diese Artikel:

Dem gegenüber stehen eigene Ausgaben in Höhe 5,00 Euro, die ich über Flattr an Blogs aber auch Zeitungen verteilt habe. Gerade bei Zeitungen finde ich es super nur die Artikel zu bezahlen, die ich auch lese und nicht die komplette Zeitung.

Flattr-Subscription

Seit Ende November bietet Flattr übrigens ein Subscription-Feature an. Dies erlaubt das feste monatliche Flattrn eines Beitrages über den Zeitraum von drei, sechs oder 12 Monaten. Gerade bei dem Flattrn eines kompletten Blogs bietet es sich an.

Ein großes Danke geht raus an alle, die mich bzw. meine Artikel geflattrt haben!

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Karte der Sexualproportion: Frauendefizit in Ostdeutschland

Montag, der 13. Dezember 2010, 20:41 Uhr von daburna

Das Leibniz-Institut für Länderkunde hat sich für die neueste Ausgabe der Online-Zeitschrift Nationalatlas aktuell mit der Sexualproportion in Deutschland befasst. “Zur Charakterisierung der Geschlechtsgliederung einer Bevölkerung verwendet man im allgemeinen die Sexualproportion. Diese gibt an, wieviele männliche Personen auf je 100 oder 1.000 weibliche kommen” (Bähr 1997, S. 103). Die Geschlechterverteilung ist für die Bevölkerungsgeographie, Demographie und Geschlechterforschung von Interesse. Das Leibniz-Institut für Länderkunde hat seinen Fokus in der Untersuchung auf die bevölkerungsgeographische Dimension dieser Kennzahl gelegt. Die räumliche Verteilung, der Unterschied zwischen verschiedenen Räumen und die Gründe dafür stehen im Vordergrund der Karten und Grafiken.

Aus den statistischen Daten des Bundes und der Länder wurde die Sexualproportion in den drei jungen Altersklassen der 20- bis 24-Jährigen, 25- bis 29-Jährigen und 30- bis 34-Jährigen im Jahr 2007 nach Kreisen in Deutschlandkarten dargestellt. Mit blau sind Kreise in denen es mehr Männer als Frauen gibt, mit rot dagegen Kreise in denen es mehr Frauen als Männer gibt, gekennzeichnet. Bei der Betrachtung aller drei Karten wird ein sich durch alle untersuchten Altersklassen durchziehendes Frauendefizit in den neuen Bundesländern deutlich. Nur wenige Kreise bilden hier die Ausnahme. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Städte.

Als Ursachen für die Abwanderung junger Frauen aus ländlichen Regionen in urbane Räume wird “ihr höheres Bildungsniveau, eine stärkere Mobilitätsbereitschaft und Ambitioniertheit sowie eine Präferenz für urbane Lebensstile” (Leibert; Wiest 2010) genannt. Außerdem haben Männer und Frauen unterschiedlichen Wanderungsmotive. Männer wandern hauptsächlich aus beruflichen Gründen und in etwas höherem Alter, für Frauen zählen dagegen familiäre Gründe und Ausbildungszwecke mehr.

Sexualproportion der 20 bis 24 Jährigen in Deutschland 2007. QuelleSexualproportion der 20- bis 24-Jährigen in Deutschland 2007. Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde: Leibniz-Institut für Länderkunde

Sexualproportion der 20- bis 24-Jährigen in Deutschland 2007 nach Kreisen. Für PDF-Version auf Karte klicken. Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde

Regional betrachtet fällt in Mecklenburg-Vorpommern auf, dass an den Universitätsstandorten Rostock und Greifswald, der Anteil der Frauen in der Altersstufe der 20- bis 24-Jährigen im Vergleich zum Bundesland sehr hoch ist und es mehr Frauen als Männer gibt. In Greifswald korreliert das mit einem unausgeglichenen Geschlechterverhältnis an der Universität. Hier studierten im Wintersemester 2007/2008 ungefähr 2.000 Frauen mehr als Männer (vgl. Universität Greifswald 2010). Schon in der nächsthöheren Altersklasse dagegen sinkt der Anteil der Frauen und sie sind in ganz Mecklenburg-Vorpommern unterrepräsentiert. Für Greifswald resultiert daraus die These, dass die fertig ausgebildeteten Studentinnen nicht bleiben, sondern größtenteils abwandern.

Sexualproportion der 25- bis 29-Jährigen in Deutschland 2007. Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde

Sexualproportion der 25- bis 29-Jährigen in Deutschland 2007 nach Kreisen. Für PDF-Version auf Karte klicken. Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde

Mit steigendem Alter wird die Sexualproportion zumindest in den meisten Kreisen Westdeutschlands wieder ausgeglichener. Bei den 20- bis 24-Jährigen gibt es größtenteils nur Kreise mit Frauendefizit. In den Städten dagegen herrscht ein großer Frauenüberschuss. Betrachtet man nun die 30- bis 34-Jährigen ist der Frauenüberschuss in den Städten fast komplett verschwunden, die Stituation in den ländlichen Kreisen ist nun ausgeglichener oder hat sich gar von einem Frauendefizit zu einem -überschuss gewandelt.

Sexualproportion der 30- bis 34-Jährigen in Deutschland 2007. Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde

Sexualproportion der 30- bis 34-Jährigen in Deutschland 2007 2007 nach Kreisen. Für PDF-Version auf Karte klicken. Quelle: Leibniz-Institut für Länderkunde

In der Altersklasse der 30- bis 34-Jährigen lassen sich am Beispiel des Raums Berlin Suburbanisierungsprozesse aufzeigen. Der Anteil der Frauen im Brandenburger Umland von Berlin hat im Vergleich mit den anderen Altersgruppen zugenommen. Dies resultiert aus der gefestigten Lebenssituation der Frauen. Der Wunsch “ins Grüne” zu ziehen, kann nun auf Grund einer unbefristeten und gutbezahlten Stelle ermöglicht werden. Ähnliches lässt sich auch in Hamburg und dem Umland beobachten.

Aus dem Frauendefizit in ländlichen Regionen können handfeste Probleme resultieren. Das fängt bei einem Mangel an qualifizierten und höher gebildeten weiblichen Arbeitskräften an und geht dann in “Verteilungskämpfe” für Männer über, denen es schwer fällt, eine nicht vergebene weiblichen Partnerin zu finden. Frustration und ein Männlichkeitskult können die Folge sein.

Für weitere Erläuterungen lohnt sich ein Blick in den Begleitartikel des Leibniz-Institut für Länderkunde.

Quellen:

Bähr, Jürgen (1997): Bevölkerungsgeographie. 3. aktualisierte und überarbeitete Auflage. Ulmer: Stuttgart

Leibert, Tim; Wiest, Karin (2010): Ist die ländliche Peripherie männlich? In: Nationalatlas aktuell 11 (11/2010) [24.11.2010]. Leipzig: Leibniz-Institut für Länderkunde (IfL). URL: http://aktuell.nationalatlas.de/Sexualproportion.11_11-2010.0.html, eingesehen am 13.12.2010

Universität Greifswald (2010): Zahlen & Fakten. Letzte Änderung: 07.12.2010. URL: http://www.uni-greifswald.de/informieren/zahlen.html, eingesehen am 13.12.2010

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