Krümmel abschalten!

Kaum ist das Atomkraftwerk Krümmel nach zweijähriger Pause wieder am Netz, gibt es dort einen Störfall nach dem anderen. Zeit das AKW abzuschalten. Zeit CDU/CSU und die FDP zum Umdenken aufzufordern. Gerade jetzt, wo der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nach einem möglichen schwarz-gelben Wahlsieg bei der Bundestagswahl 2009 die Laufzeitbegrenzung von Atomkraftwerken aufheben will.

Daher hat die Politkampagne campact eine Mailaktion gestartet. Folgender Text lädt ein, sich anzuschliessen:

…die jüngsten Ereignisse im Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg sind schockierend: Zwei Jahre lang hatte der Reaktor nach einem hochgefährlichen Transformatorbrand stillgestanden, damit der Betreiber Vattenfall die Ursache behebt. Nur gut zwei Wochen nach der Wiederinbetriebnahme ereignet sich der gleiche Fehler noch einmal. Der Reaktor muss notabgeschaltet werden. Dabei versagen diverse Sicherungssysteme. Zudem wird versäumt, die zuständige Aufsichtsbehörde zu informieren.

Seitdem ist die öffentliche Debatte um die Sicherheit der Atomkraft neu entbrannt. CDU/CSU und FDP geraten kurz vor der Bundestagswahl mit ihrer Forderung nach einer Aufkündigung des Atomausstiegs in die Defensive. Jetzt müssen sie einen Kurswechsel vornehmen: Krümmel muss vom Netz und der Atomausstieg möglichst schnell umgesetzt werden!

Unterzeichnen Sie unseren Appell an Merkel, Seehofer und Westerwelle!

Der Störfall zeigt erneut: Das Unfallrisiko der Atom-Technologie ist nicht beherrschbar. Krümmel sticht unter den deutschen AKWs in puncto Pannenanfälligkeit besonders heraus. Auf über 300 meldepflichtige Ereignisse hat es der Reaktor schon gebracht – eines jeden Monat. Traurige Berühmtheit erlangte auch die signifikante Häufung von Leukämie-Fällen bei Kindern rund um den Reaktor.

Die schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht – zuständig für die Atomaufsicht – traute sich bisher nicht, dem Vattenfall-Reaktor die Betriebsgenehmigung zu entziehen. Jetzt will Bundesumweltminister Gabriel endlich durchgreifen und die Überwachung zur Bundessache machen. Aber Kanzlerin Merkel verkündete bereits, dass sie keinen Handlungsbedarf sieht. Sie hält an der Forderung nach längeren Laufzeiten fest.

In knapp drei Monaten wird der neue Bundestag gewählt. Wir müssen diese Zeit nutzen, um CDU/CSU und FDP jetzt zum Umdenken in der Atompolitik zu bewegen. Nach der Wahl und im Falle ihres Wahlsiegs wird dies nur mit doppeltem Aufwand möglich sein.

Unterzeichnen Sie unseren Appell!

Als VerbraucherIn hat man schon länger die Möglichkeit den Strom-Anbieter zu wechseln und Atomstrom zu meiden. Tipps dazu gibt es bei Atomausstieg selber machen.

9 Kommentare


  1. wir waren mal wieder kurz vor einer Tschernobyl hoch2 Katastrophe..

    Die Sicherheit in Deutschland ist zu einem Glücksspiel geworden..

    Vattenfall hätte den zweiten Trafo gleich mit wechseln müssen (da dieser beim Ausfall eindeutig in Mitleidenschaft gezogen wurde)!!

    Stattdessen klagt Vattenfall gegen den deutschen Staat, gegen die installation einer BlackBox (wie sie in jedem Flugzeug installiert ist, aber nur mit einer Tonaufnahme)

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    1. Das kann echt nicht angehen. Die hatten zwei Jahre Zeit alles zu reparieren und durchzuchecken und das Vertrauen der Bevölkerung zurück zu gewinnen. Aber nein, Vattenfall vergisst den Einbau eines wichtigen Sicherheitssensors im Transformator. Das darf doch nicht passieren. Da wäre ich auch, wenn ich Beführworter der Atomkraft wäre, extrem sauer auf Vattenfall, da so das Ansehen der ganzen Branche drunter leidet. Für mich als Atomkraftgegner ist sowas natürlich ein Glücksfall und ich hoffe, es bleibt bis zur Bundestagswahl 2009 im Gedächtnis der Menschen. Schliesslich sollte allen bewusst sein, dass eine CDU/CSU Koalition mit der FDP längere Laufzeiten bringen würde.

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  2. hmm. in der aktuellen energie- und klima-wochenschau fand sich zu diesem thema ein anderer recht interessanter gedanke: dadurch, dass beim atomausstieg keine restlaufzeiten, sondern reststrommengen fuer die kraftwerke festgelegt wurden, liegt der gedanke einer absicht oder zumindest wohlwollenden billgung vielleicht garnicht so fern.

    denn so kann das kraftwerk unter umstaenden noch bis in die uebernaechste wahlperiode gerettet werden, falls der ausstieg aus dem ausstieg in der kommenden wahlperiode noch nicht wirklichkeit wird…

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