Braune Post Pt.II: Neues Altpapier

Mittwoch, der 27. Juni 2007, 20:00 Uhr von daburna

Neulich im Postkasten: Was liegt da wieder zwischen Käseblättern und Rechnungen? Das rechte Infoblatt: Der Greifswalder Bote. Na super, schon wieder rechte Propaganda! So, also nochmal im Internet gesucht und folgenden Artikel bei der taz gefunden. Interessant im Zusammenhang mit meiner braunen Post ist Punkt 2.

DIE STRUKTUREN

Die Neonazis zwischen Usedom und Pasewalk gelten als sehr ambitioniert und professionell. Ihre Aktionsformen:

[...]

2. Vorfeldgruppen Als Bindeglieder zur örtlichen Bevölkerung haben die Neonazis Gruppen mit biederer Fassade gegründet. Der “Heimatbund Pommern e. V.” (HbP) organisiert die Jugendarbeit: Wanderungen, Ferienlager, Geländespiele, aber auch Trips zu Neonazi-Demos und ideologische Schulungen. Der “Kulturkreis Pommern” tritt mit einer Volkstanz- und einer Trommlergruppe bei Dorffesten und -umzügen auf. Die “Initiative für Volksaufklärung” verteilt kostenlos Info-Blätter mit ihrer Sicht auf lokale Themen. Viermal jährlich werden 30.000 Exemplare verteilt mit inzwischen fünf Lokalausgaben: Insel Bote, Anklamer Bote, Uecker-Randow Bote, Stralsunder Bote, Greifswalder Bote. Sinkende Abos der Lokalpresse lassen den Einfluss der Blätter wachsen.

[...]

Also was steht diesmal drin? Viel über G8, linke Randalierer, versagende Etablierte, ein Artikel über Fettleibigkeit bzw. deren Bekämpfung, durch Einhalten des gewöhnlichen Sportunterrichts – “nach gewissen Anpassungen“, eine “wichtige Information” zur nicht angemeldeten Demo “volkstreuer Deutscher jeden Alters” in Greifswald am 2. Juni 2007, Steuergeldverschwendung im Kampf gegen Rechts, Schulschliessungen und Tipps zum Thema Hausbesuche vom Arbeitsamt.

Alles in allem wieder viel rechte Propaganda, die viele infizieren kann, da sie wiedermal nicht offensichtlich agressiv geschrieben wurde, sondern im unterschwelligen Ton und viele Probleme und Gedanken der örtlichen Bevölkerung anspricht. Ab und zu fallen wieder bekannte Konstrukte wie “schwule Politiker” oder “Wir sind die Stimme der schweigenden Mehrheit!” auf. Hier möchte ich laut widersprechen: Nein, das seid ihr nicht!!!

Kein Fußbreit dem Faschismus! Alerta Antifascista!

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daburna.de: YaCy Blacklist gelöscht

Dienstag, der 26. Juni 2007, 17:38 Uhr von daburna

Auf Grund von z.Z. nicht näher zu erleuternden Geschehnissen habe ich meine bisher hier zugängliche Blacklist für YaCy gelöscht. Diese ist aber weiterhin über meinen Peer zu erhalten.

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ZOLTAN! oder Luftpolsterfolie

Montag, der 18. Juni 2007, 19:49 Uhr von daburna

Einer meiner Filme zeigt Freaks in aus Luftpolsterfolie bestehenden interstellaren Raumanzügen. Nun geschah letzten Donnerstag ein Wunder. Wir erhielten durch eine Fügung des Schicksals diese Anzüge. Hier in Greifswald wurden neue Parkbänke aufgestellt, die nachts noch in eben dieser Luftpolsterfolie eingewickelt waren. Ein Geschenk des Himmels. Kaum entdeckt, kam der Spieltrieb durch und wir zerdrückten erst einige der Polster. Dann zogen wir die Anzüge wie Regencapes über und fuhren, laut Zoltan! rufend, mit dem Rad an dem Institutsgrillen vorbei. Doch wer hatte den Kontinuumstransfunktionator? Und ey mann, wo ist mein Auto?

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An der Uni: Zahlenspiel

Donnerstag, der 14. Juni 2007, 15:36 Uhr von daburna

Eigentlich darf ich über sowas garnicht schreiben, denn ich reg mich ja regelmässig darüber auf, wenn Studierende als faul beschrieben werden, aber heute muss ich dieses Klischee einfach bedienen. Also los!

Heutige Vorlesung. 34 Studierende körperlich anwesend. 1 Professor am vortragen. Nach einer Stunde heb ich meinen Kopf und blicke mich in den Reihen um. Fast alle sitzen in den hinteren Reihen. Folgendes Bild bietet sich mir. 3 Studierende lesen Zeitschriften oder Bücher und lachen ab und zu. 2 spielen über die Bluetooth-Funktion per Handy Minigolf. 2 gucken zu. Mindestens 5 starren mit verschlafenem Blick in die Gegend. Weitere 4 unterhalten sich. 1 liest eine Liste mit lustigen Namen durch und lacht sich ins Fäustchen. Vielleicht 10 Leute schreiben etwas mit und hören zu. Eine unbestimmte Anzahl täuscht Interesse vor. 1 schreibt die Idee für diesen Text und pennt mit dem Kopf auf dem Tisch. 1 geht früher. Irgendwann ist dann Schluss. 10 Minuten vorher raschelt es schon überall ungeduldig. Einige versuchen durch Klopfen, die Vorlesung vorzeitig abzubrechen.

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Anti G8 6. Juni – Blockade um Heiligendamm

Donnerstag, der 7. Juni 2007, 10:23 Uhr von daburna

Nach dem doch recht spannenden Tag gestern in Laage, schliefen wir heute morgen aus. Also erst spät Frühstück, dann checkten wir erstmal das Internet auf neue Infos zur Anti-G8-Kampagne und erfuhren, daß es gelungen sei mit 6000 Demonstranten in die Demoverbotszone um Heiligendamm vorzudringen. Also erstmal die staunenden Münder geschlossen und den Fernseher angeschmissen. Die Bilder, die wir dort sahen waren unglaublich: 1000sende, die durch Wiesen, Felder und Wälder die Absperrungen der Polizei umgangen waren. Obwohl es schon recht spät war, machten wir uns um 14 Uhr auch auf den Weg dorthin.

Angekommen in Bad Doberan, dem Ort an dem man den kürzesten Weg zur großen Blockade an dem Gate an der Galopprennbahn, machten wir uns zusammen mit weiteren Demonstranten auf den Weg zum Anti-G8-Infozelt. Dort wurde uns gesagt, daß es noch locker möglich sei, über die Wiesen zu der Straßenblockade dazu stossen. Also nicht lange gefackelt und ab. Erstmal an der Straße entlang. Da stand natürlich überall die Polizei und hatte zwei Kontrollpunkte errichtet. An dem Ersten wurden die Rucksäcke durchsucht und mitgebrachte Trinkflaschen auf trinkbaren Inhalt durch Selbstverkostung durch den Mitbringenden untersucht, eine Leibesvisitation fand nicht statt. Die Polizei war sehr freundlich und machte einen deeskalierenden Eindruck. Am zweiten Posten ging es dann nicht mehr weiter. Hier gaben wir die, vom ersten Posten mitgebrachten, Wasserflaschen für die Blockierenden ab. Weiter durften wir laut Polizei nicht mehr.

Ab durchs Feld

Es standen aber nur wenige Polizisten dort und auf den Feldern ringsum war zu erkennen, daß sich viele Leute auf diesem Weg zur Blockade vorkämpften. Das war auch ziemlich einfach, wie sich dann später zeigte. Auch wir nahmen diesen Weg und waren schnell an der blockierten Zufahrtstraße zum G8 Tagungszentrum Heiligendamm angekommen. Mindestens 4000 friedliche Leute blockierten hier die Straße.
Blockade
Eine interessante Szene gleich zu Beginn, war das Erscheinen von mehreren Polizeifahrzeugen an dem einen Ende der Blockade. Diese forderten dazu auf, die Straß zu verlassen. Nach kurzem Warten drehten sie wieder um. Eine handvoll vermummter Radaumacher hatte in diesem Moment schon Steine vom Gleisbett der Schmalspurbahn Molli gesammelt. Dies sahen die anderen Demonstranten und sofort kamen Sprechchöre wie “Keine Steine!” oder “Keine Gewalt!” auf. Die Steine wurden dann zum Glück wieder fallen gelassen.

Weder die Polizei noch die Demonstranten benahmen sich in der gesamten Situation provozierend oder gewalttätig. Um Sicherheitszaun standen allerdings ein Räumfahrzeug und mehrere Wasserwerfer sowie Polizisten. Hubschrauber flogen die ganze Zeit im Dauereinsatz hin und her und brachten Staatschefs, Delegierte und neue Polizeieinheiten nach Heiligendamm. Der ständig vorhandene Hubschrauberlärm hörte sich an, als ob wir im Wespennest sitzen würden.

Gegen 19:30 Uhr mußten wir leider wieder weg, da morgen die Uni ruft. Auf dem Rückweg kamen uns nun zwei oder drei Hundertschaften der Polizei zu Fuß entgegen. Es waren nun weniger Demonstranten am Start. Die Straße wurde dafür nicht mehr durch die Checkpunkte kontrolliert. Man konnte sich der Blockade nun anschliessn, ohne den Umweg über das Fled nehmen zu müssen.

Polizei marschiert auf

Ich hoffe, die Blockade wird noch lange gehalten und die sich gegenüberstehenden Parteien bleiben weiter so ruhig wie bisher. Eine Eskalation wäre fatal. Im Wald neben der Straße liegen noch mehrere hundert Meter Nato-draht. Ein Wasserwerfereinsatz würde die Gefahr bringen, sich dort zu verletzten.

Sicherheitszaun um Heiligendamm

Diese Protestaktion ist sehr gut gelungen. Alle Zufahrtswege nach Heiligendamm waren blockiert. Die Delegierten mußten nun per Schiff und Hubschrauber dorthin gebracht werden. Die Polizei wurde überrascht und überrollt. Peinlich!

Während der Veranstaltung wurde ein Polizist in zivil enttarnt. Wobei die Bezeichnung “zivil” nicht für das steht, wie der Polizist rumlief: als vermummtes Mitglied des “Schwarzen Blocks”. Ob dieser nur passiv Daten sammeln sollte oder aktiv Steine schmeissen und so die ganze Sache eskalieren sollte?

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