Neulich im Postkasten: Was liegt da wieder zwischen Käseblättern und Rechnungen? Das rechte Infoblatt: Der Greifswalder Bote. Na super, schon wieder rechte Propaganda! So, also nochmal im Internet gesucht und folgenden Artikel bei der taz gefunden. Interessant im Zusammenhang mit meiner braunen Post ist Punkt 2.
DIE STRUKTUREN
Die Neonazis zwischen Usedom und Pasewalk gelten als sehr ambitioniert und professionell. Ihre Aktionsformen:
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2. Vorfeldgruppen Als Bindeglieder zur örtlichen Bevölkerung haben die Neonazis Gruppen mit biederer Fassade gegründet. Der „Heimatbund Pommern e. V.“ (HbP) organisiert die Jugendarbeit: Wanderungen, Ferienlager, Geländespiele, aber auch Trips zu Neonazi-Demos und ideologische Schulungen. Der „Kulturkreis Pommern“ tritt mit einer Volkstanz- und einer Trommlergruppe bei Dorffesten und -umzügen auf. Die „Initiative für Volksaufklärung“ verteilt kostenlos Info-Blätter mit ihrer Sicht auf lokale Themen. Viermal jährlich werden 30.000 Exemplare verteilt mit inzwischen fünf Lokalausgaben: Insel Bote, Anklamer Bote, Uecker-Randow Bote, Stralsunder Bote, Greifswalder Bote. Sinkende Abos der Lokalpresse lassen den Einfluss der Blätter wachsen.
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Also was steht diesmal drin? Viel über G8, linke Randalierer, versagende Etablierte, ein Artikel über Fettleibigkeit bzw. deren Bekämpfung, durch Einhalten des gewöhnlichen Sportunterrichts – „nach gewissen Anpassungen„, eine „wichtige Information“ zur nicht angemeldeten Demo „volkstreuer Deutscher jeden Alters“ in Greifswald am 2. Juni 2007, Steuergeldverschwendung im Kampf gegen Rechts, Schulschliessungen und Tipps zum Thema Hausbesuche vom Arbeitsamt.
Alles in allem wieder viel rechte Propaganda, die viele infizieren kann, da sie wiedermal nicht offensichtlich agressiv geschrieben wurde, sondern im unterschwelligen Ton und viele Probleme und Gedanken der örtlichen Bevölkerung anspricht. Ab und zu fallen wieder bekannte Konstrukte wie „schwule Politiker“ oder „Wir sind die Stimme der schweigenden Mehrheit!“ auf. Hier möchte ich laut widersprechen: Nein, das seid ihr nicht!!!
Kein Fußbreit dem Faschismus! Alerta Antifascista!
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es gibt jetzt eine Kampagne gegen den Greifswalder Boten, also den Aufkleber “Kein Greifswalder Bote†besorgt, an den Briefkasten geklebt und nie wieder über die ungebetene Post ärgern.
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http://nazifreiebriefkaesten.blogsport.de