Aus dem Inneren der Straze – Fotos des Verfalls

Die Straze weint
Die Straze weint.

Bilder sagen oft zu recht mehr als Worte. Die folgenden Bilder zeigen den Verfall der Straze, das ist das denkmalgeschützte Gebäude in der Stralsunder Straße 10. Die Fotos sind unsortiert und zeigen teilweise anscheinend öfter den selben Raum aus anderen Perspektiven.

2008 wurde die Straze vom Petruswerk gekauft und verfällt seitdem. Diese Bilder zeigen wie es um das Innere steht. 2009 gab es die letzte offizielle Begehung mit Fotos. Die nun veröffentlichten Bilder wurden anonym mehreren Medienvertretern zugeschickt. Im Begleitschreiben heißt es:

„Die Straze verfällt. Was von aussen nur wenig sichtbar ist, geschieht im Inneren in schnellem Tempo. Das Petruswerk unternimmt offensichtlich nichts, um den Verfall zu stoppen.

Einen Überblick über die Ereignisse rund um das Haus finden sie hier http://blog.17vier.de/2011/02/08/die-greifswalder-einkaufstour-des-immobilienmagnaten-douglas-fernando/

Die letzte offizielle Begehung mit Fotos fand im Jahr 2009 statt (siehe http://webmoritz.de/2009/11/25/stralsunder-strase-10-ist-noch-zu-retten/). Seitdem hat sich der Zustand deutlich verschlechtert. Davon haben wir uns überzeugen können. Mit aktuellen Fotos wollen wir den Verfall des Gebäudes in der Stralsunder Straße 10 dokumentieren.

Das Dach der Straze ist undicht. Große Löcher klaffen dort. Niederschläge dringen dadurch ungehindert ein. Auch durch undichte Schornsteine gelangt Wasser in das Gebäude und bahnt sich seinen Weg durch alle Geschosse des Hauses.

Einige Räume sind stark vom Verfall betroffen, andere (besonders im Erdgeschoss) dagegen weisen kaum Spuren des Verfalls auf. Die Beschädigungen durch Vandalismus halten sich in Grenzen. Nur wenige Graffiti oder Beschädigungen durch Vandalismus sind sichtbar, dafür aber in fast jedem Raum Löcher, die auf eine Gutachtenerstellung zurückzuführen sein sollen.

Das Betreten des Gebäudes ist an einigen Stellen sichtlich gefährlich. Die Decke ist eingestürzt oder gibt bei Schritten bereits spürbar nach. Eine Hälfte des 1. Obergeschoss riecht streng nach Schimmel, sie befindet sich unter dem nicht ausgebauten Speicher, in dem die größten Löcher im Dach sind. In diesem Teil des Hauses sind auch die meisten Fotos von Deckeneinstürzen und Wassereinbrüchen entstanden.“

Titelfoto: Oliver Wunder // Lizenz: CC-BY-NC-SA

Restliche Fotos: Anonym

14 Kommentare


  1. Schon alleine wenn man sich das Haus von Außen ansieht, kommt man ins Zweifeln, wer denn das Geld haben soll, ein derartiges Haus zu sanieren. Nach den Fotos vom Inneren würde ich fast wetten, dass es mindestens 10 Millionen Euro braucht, um dieses Gebäude wieder so herzurichten, dass es die nächsten zwanzig Jahre keine weitere Grundsanierung im Inneren braucht. Ich kenne aus meiner Heimatstadt Gebäude in ähnlicher Größe und die waren nicht annähernd so verfallen. Selbst da hat die Sanierung bereits um die 10 Millionen Euro gekostet. Selbst wenn das Petruswerk das Haus wieder verkaufen sollte, wer zahlt die Sanierung? Die Bürgerinitiative hat das Geld auch nicht und in spätestens fünf Jahren dürften weite Teile der Etage endgültig zusammengebrochen sein. Es ist ja scheinbar nicht mal mehr die Fachwerkkonstruktion voll intakt, wenn man sich die riesigen Löcher ansieht. Zwar sind die Balken noch da, allerdings biegen die sich auch schon beträchtlich. Und wenn im Winter/ Frühjahr dann Schnee/ Regen darauf kommt, fängt das Holz auch schon schön zu faulen an. Das Stroh kommt übrigens von der Fachwerk-Balkenkonstruktion der Zwischendecke. In dem einen „Loch“ sieht man das ganz gut, dass die Zwischenräume mit einem Lehm-Stroh-Gemisch ausgefüllt worden sind. Scheinbar hat da jemand nur mal das Stroh zusammengekehrt.

    Das Beste wäre hier inzwischen tatsächlich, die wichtigsten Stilelemente des Hauses zu bergen (einschließlich der Ränge im Veranstaltungssaal), das Haus komplett abzureißen und neu aufzubauen. Das Bestehende zu sanieren, dafür hat gewiss niemand mehr das Geld außer Douglas Fernando vielleicht. Und der will es nicht sanieren.

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    1. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie Leuten zu- oder abgesprochen wird genügend finanzielle Mittel für die Sanierung der Straze zu haben.
      Bei Douglas Fernando und dem Petruswerk, wird davon ausgegangen, dass sie Geld haben, einfach weil sie ein Firma sind. Beim Kultur- und Initiativenhaus e.V. ist anscheinend allen klar, dass kein Geld für eine Sanierung da ist, weil sie ein Verein und keine Firma sind.
      Genau dieses Denken hat zu der aktuellen Situation und dem momentanen Verfall der Straze geführt.
      Wer das Konzept des Kultur- und Initiativenhaus e.V. gelesen hat, der weiß, dass sie ein solides Finanzierungskonzept vorlegen können. Und wer die Presse bezüglich des Petruswerk verfolgt, dem wird bei seit mehreren Monaten ausstehenden Bezahlungen an die Stadt Greifswald für einen Flächenkauf im Hafenbereich oder Berichten über Projekte des Petruswerk in Österreich klar, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

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      1. Ich habe vor einiger Zeit tatsächlich das Konzept des Kultur-und Initiativenhauses gelesen und halte das Finanzierungskonzept auch durchaus überzeugend.

        Das Problem ist nur, dass das Konzept von 2009/10 ist (oder gibt es inzwischen ein neues?). Damals war das Gebäude noch in einem deutlich besseren Zustand, als es jetzt der Fall ist.

        So, wie das Haus jetzt ist, kann es nur noch als Katastrophe angesehen werden. Und da Fernando momentan (@Manfred Peters Kommentar) offensichtlich Geldprobleme hat, wird er das Haus gewiss deutlich über Wert verkaufen wollen. Ehrlich gesagt ist der Wert des Hauses aufgrund des Verfallsstadiums deutlich niedriger, als Fernando es damals kaufte. Und das waren 300.000 Euro.

        Das Problem ist, dass durch diese Verzögerungstaktik Fernandos (Ich trete in Verhandlungen) das Haus weiter verfällt, also sich der Zustand weiter zusehends verschlechtert und damit die Sanierungskosten weiter in die Höhe schießen.

        Wenn ich mich richtig erinnere, ist der Verein von 6? oder 8? (weiß die Zahl nicht mehr genau) Millionen Euro ausgegangen. Wenn Fernando das Gebäude doch irgendwann mal verkauft haben wird, wie hoch werden die Kosten dann liegen? 12? 14? oder 16 Millionen Euro? Geht dann noch das Finanzierungskonzept des Vereins auf?

        Das ist die Frage, die ich mir stelle. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Sanierungskosten so hoch sind, das sie mittelfristig nicht mehr gedeckt werden können. Ich befürchte, trotz aller Befürwortung einer Rettung des Hauses, das dieser Punkt schon recht bald erreicht sein wird, wenn nicht eine_r die Notbremse zieht.

        …die Notbremse hieße Enteignung auf Grundlage des Grundgesetzes. Man sollte diesen Gedanken – zugunsten des Hauses – nicht zu schnell verwerfen, zumal die Stadt in diesem Fall deutlich billiger bei rauskäme, da das Haus inzwischen deutlich weniger als 300.000 Euro wert ist. Andernfalls müsste die Stadt (oder der Verein) drauf zahlen.

        Zumindest erwarte ich von Fernando nichts anderes…


    2. Fernando irrlichtert im Moment mit seinem „Scheinheiligenschein“ durch Asien und die USA auf der Suche nach ca. 100 Mio €, die ihm für seine Spekulatiosobjekte in Österreich fehlen.
      Wollt Ihr mehr wissen, in die Suchmaschine „Urstein Au Petruswerk“ eingeben. 😉

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  2. Würde mich nicht wundern, wenn es demnächst dort mal brennt wegen fahrlässiger Brandstiftung. So wie einst die alte Chemie.

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  3. So wichtig die Tatsache ist, dass man auf die Missstände in der Straze aufmerksam macht, fürchte ich, habt ihr mit der Veröffentlichung der Bilder mehr Schaden angerichtet, als es der kommende Winter es tun wird.

    Was meint ihr, wie viele Kinder dort nun umherstöbern werden und wie viel dort weiter zerstört wird???

    Schaut euch doch einfach andere Anlagen/Gebäude an, von denen Bilder im Netz auftauchen: Innerhalb weniger Monate wird dort aus Langeweile randaliert; der eine oder andere Schrottsammler schaut noch einmal „zur Sicherheit“ rein und in null Komma nichts ist nichts mehr zu retten. Es ist mir bewusst, dass auch schon vorher häufiger Besucher auf dem Gelände anzutreffen waren, aber wie sagte schon der werte Herr aus Hohenheim: Es kommt auf die Dosis an!

    Eine Veröffentlichung mit mehr Bedacht hätte vermutlich von offizieller Seite den gleichen Effekt gebracht, ohne diese „Nebenwirkungen“…

    Also „thumbs up“ für Aktionismus ohne Hirn!!!

    Schade das so mein erster Beitrag hier aussehen muss….

    Hochachtungsvoll,

    Mandra

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    1. Dann muss jetzt gehandelt werden! die Stadt kann Sicherungsarbeiten durchführen lassen und dem Petruswerk die Rechnung dafür schicken. Bei der oben angesprochenen Endeignung bleibt noch die Frage wie ein übertragen an den Verein danach aussehen kann.

      Ich erwarte auf Grund dieser Bilder nun einiges aber vor alledem Aktionismus von Seiten der Stadt.

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    2. Liebe Mandra,

      ich glaube nicht, dass die Veröffentlichung mehr Schaden anrichtet, als der kommende Winter. Die Straze ist seit Jahren regelmäßig in den Medien und über die Stadtgrenzen bekannt.

      Die Gefährdung des Gebäudes geht nicht von möglichem Vandalismus aus. Viel mehr ist es das Wetter und die Zeit.

      Magst du dennoch mal definieren, wie aus deiner Sicht eine Veröffentlichung mit mehr Bedacht aussehen würde? Danke!

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      1. Moin zusammen!

        Ich bitte meinen ersten vielleicht etwas zu emotional geschriebenen Post zu entschuldigen, freue mich aber umso mehr, dass man hier offensichtlich lieber über den Inhalt, als über die Form diskutiert!

        Meiner Meinung nach wäre es evtl. sinnvoller nur Bilder von den Schäden zu zeigen, wie bspw. „dach“, dach2″, „loch“ oder „Bild 45“.
        Aufnahmen wie „studentenleben“, „sporthalle“ bzw. „img_2504“ bringen uns meiner Meinung nach nicht weiter, wenn es darum geht, Stadt, Eigentümer oder sonst Betroffene zum Handeln zu bewegen.

        Vielmehr machen diese Aufnahmen neugierig „was man da noch so alles sehen kann“ und locken Besucher unterschiedlichster Art an. Und leider widerum sind hiervon die wenigsten in der Lage nur mit den Augen zu schauen und evt. ein paar schöne Aufnahmen zu machen.

        Meiner (zugegeben subjektiven) Erfahrung nach, führen solche Bilder sehr schnell dazu, dass bald auch noch die letzten Teile zerschlagen oder sogar angezündet werden – so habe ich es leider schon mehrfach erlebt. Ein anderer Punkt ist, dass solche Gebäude auch ein nicht unerhebliches Gefahrenrisiko bergen kann.

        Was bringen solche Bilder also? Wenn wir Pech haben, qualmt uns das Gebäude schneller ab, als es vielen lieb ist, wenn wir „Glück“ haben, zwingen häufige „Besuche“ den Eigentümer nur dazu, die Zugänge weiter zu verschließen und dann war es das auch.

        Ich habe mal ein paar zufällige Artikel angehängt. Sie sollen nur dazu dienen deutlich zu machen, was passiert, wenn die falschen Leute sich auf solchen Anlagen bewegen:

        http://tinyurl.com/Beelitz-01
        http://tinyurl.com/Sachsenbad-01
        http://tinyurl.com/Muenchen-01

        So, ich hoffe ich habe meine Gründe deutlich machen können. Ansonsten einfach nochmal nachfragen 😉

        Lieben Gruß

        Mandra


  4. Liebe Mandra,

    bei den Bildern habe ich bewusst auch solche ausgewählt, die intakte Bereiche zeigen, damit nachher nicht nur kaputte Räume zu sehen sind, die ein Argument für den Abriss sein könnten. So viel gehört für mich zu ausgewogener Berichterstattung auch in einem sehr von Meinung gefärbten Blog dazu.

    Ich hoffe ja, dass deine Befürchtungen nicht eintreten. Aktuell sieht es so aus, als ob das Petruswerk im Preis runtergegangen ist und ein Verkauf eine realistische Option darstellt (siehe http://blog.gruene-greifswald.de/2012/11/07/straze-konnte-in-bessere-hande-kommen/).

    Beste Grüße

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    1. Moin!

      Interessanter Gedanke, ich wäre auf eine solche Idee garnicht gekommen. Hoffen wir, dass ich Unrecht hab.

      Lieben Gruß

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  5. Alle Kräne stehen still in der Au – Fernando spekuliert auf dem Bau.
    Da nur eine Woche der Zugriff auf das Video möglich ist, hier eine Textversion.
    Die Frage ist nur, welches Risiko Verwaltung und Bürgerschaft mit diesem windigen Investor
    (B 55, Hafenspeicher, …) noch eingehen will?

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