„Wir haben hier täglich das Problem mit denen!“

Das Zwickauer Terror-Trio - Buchcover

„Ich wünsche mir, dass die Umbenennung einer Straße nach dem NSU-Opfer Mehmet Turgut einfach geschieht und nicht in endloser Diskussion endet, die sogar der NPD in die Hände spielt!“, erwiderte Maik Baumgärtner auf die Frage, was er als eine Konsequenz aus der Aufdeckung der NSU-Mordserie erwartet.

Gestern war Baumgärtner zu Gast in Anklam und las mehrere Abschnitte aus dem zusammen mit Marcus Böttcher verfassten Buch „Das Zwickauer Terror-Trio“ (*) vor. Während der Recherche wurde mit Angehörigen der Opfer, Mitgliedern und Aussteigern aus der Neonaziszene, sowie Ermittlungsbeamten gesprochen. Herausgekommen ist eine Chronik der Ereignisse, die Ordnung in die Fülle der Informationen bringen soll. Sie beginnt 1998 am Tag der Flucht von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

ZSCHÄPE, MUNDLOS UND BÖHNHARDT SIND KEINE UNBEKANNTEN

Als im November 2011 herauskam, dass hinter den bisher so genannten „Döner-Morden“ das Trio des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) steckte, und die Namen der Tatverdächtigen in den Medien bekannt wurden, „klappte mir der Unterkiefer runter“, sagte Baumgärtner. Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt waren dem freien Journalisten keine Unbekannten. Baumgärtner stammt aus Jena, die Tatverdächtigen auch. In der Stadt waren sie damals schon unter nicht rechten Jugendlichen gefürchtet.

Und so führte vielleicht auch eine gewisse persönliche Verbundenheit für den auf Rechtsextremismus spezialisierten Journalisten dazu, das Buch zu schreiben, das eigentlich täglich aktualisiert werden könnte. Fast jeden Tag gibt es neue Meldungen zu dem Fall. Akten werden vernichtet, tauchen auf, V-Männer werden enttarnt und und und. Es ist zu viel und macht müde. Doch das Thema ist zu wichtig und brisant.

KALTBLÜTIG WIRD MEHMET TURGUT IN ROSTOCK ERSCHOSSEN

Mit welcher Kaltblütigkeit der NSU vorging, wird am Fall des ermordeten Mehmet Turgut deutlich. Turgut wurde am 25. Februar 2004 in Rostock Toitenwinkel als fünftes Opfer der Rechtsterroristen bei den morgendlichen Arbeitsvorbereitungen in einem Dönerimbiss erschossen. Baumgärtner rekonstruiert den Fall:

„Mundlos und Böhnhardt tauchten in der Seitentür des Imbisswagens auf und zwingen Mehmet Turgut, sich hinzulegen. Dann schießen sie ihm in den Nacken, in die rechte Halsseite und in die rechte Schläfe – dabei benutzen sie erstmals einen Schalldämpfer und fliehen in einem Wohnmobil.“

Der tödlich verwundete Turgut wird schließlich von seinen Chef blutend aufgefunden. Kurze Zeit später verstirbt er. Die Ermittlungsbehörden vermuteten die Täter im persönlichen Umfeld des Opfers oder im Drogenmilieu wie bei den anderen acht Opfern mit Migrationshintergrund. Bis heute hat sich niemand bei den Angehörigen für die falschen Anschuldigungen entschuldigt.

TÄGLICHE BEDROHUNG IN ANKLAM

Nachdem Baumgärtner ungefähr eine halbe Stunde mehrere Abschnitte aus dem Buch vorlas, berichtete Günther Hoffmann vom Informationsdienst NENA.MV über neonazistische Aktivitäten in Mecklenburg-Vorpommern und wo hier Schnittstellen zum NSU vorlagen. Von Organisationen wie Blood&Honour (verboten), Freies Pommern, Hammerskins und weiteren, sowie Konzerten wurde berichtet.

Während des Vortrags kam es immer wieder zu Zwischenrufen oder Tumulten im Publikum. Von Neonazis täglich bedrohte und angegriffene Menschen aus Anklam und Umgebung äußerten Anfangs ihren Unmut über die Veranstaltung, nach einer Diskussion waren die Wogen aber geglättet. „Wir haben hier täglich das Problem mit denen!“ Jeden Tag würde ihnen Gewalt von den Neonazis angedroht werden. Die Drohungen werden auch wahr gemacht. Der letzte bekannte Fall ereignete sich Anfang am 4. Mai diesen Jahres, als etwa 15 Neonazis auf acht der Punkszene angehörige Menschen losgingen und einen davon krankenhausreif prügelten.

So spannte sich dann sehr schnell der Bogen zwischen der NSU und alltäglicher Neonazigewalt in Vorpommern. Zu der vom Verein LOBBI organisierten Veranstaltung kamen ca. 30 Personen. Für an den neuesten Entwicklungen rund um den NSU empfahl Baumgärtner den NSU Watchblog, der die neuesten Erkenntnisse zusammenfasst.

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Foto: Das Neue Berlin // Keine CC-Lizenz!

15 Kommentare


  1. ich habe nicht verstanden, warum es zu tumulten kam. kannt du das genauer erklären?

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    1. Das ist schwierig und war für mich in der Streberreihe ganz vorne auch nicht immer akustisch zu verstehen, da die Äußerungen von ganz hinten kamen.

      1. sind Personen immer wieder rein und raus aus dem Saal.
      2. haben Personen laut miteinander geredet, so dass es störend war.
      3. haben Personen Zwischenrufe geäußert. Da ging es um eine „Weichspül-Veranstaltung“ und Ähnliches. Richtig verständlich war es mir auch nicht, aber ich glaube, diejenigen hatten erwartet, dass dort viel mehr auf die Probleme vor Ort eingegangen wird und Lösungen präsentiert werden. Es waren vor allem von Übergriffen persönlich Betroffene, die etwas anderes erwartet hatten. Nach einer Diskussion waren sie aber zufriedener und vernetzten sich mit Günther Hoffmann zum Austausch.

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  2. So wie ich das mitbekommen habe, war es keine politische Auseinandersetzung in Anklam zwischen den Punks und Nazis, sondern wurde vom Richter als eine „normale“ Fede zwischen Jugendlichen eingestuft. Nicht selten waren auch die Punks dabei Nazis zu mobben und zu schlagen, wodurch die Situation eskaliert ist.

    Und irgendwann ist das Fass dann wohl übergelaufen…Und wie regelt man das auf Dörfern oder ländlicheren Gegenden? Man trommelt seine Truppe zusammen und sucht die anderen…
    Nicht erwähnt hast du auch, dass die Punks Eisenstangen, eine Machete und mehrere Messer dabei hatten und die Nazis wohl schon erwarteten und dann trotzdem weggerannt sein sollen. Warum bist du da nicht eine Spur objektiver…wärst du mal bei den Verhandlungstagen in Greifswald dabei gewesen!

    Die Brücke vom NSU zu den Nazis von Freies Pommern, Blood&Honour und Hammerskins ist mir nicht schlüssig?! Der NSU-Mord im MV geschah in Rostock..das ist Mecklenburg…was haben die „Pommern“ damit zu tun? Die Nazis legen ja einen großen Wert auf den Unterschied…

    Fragen über Fragen, die du manchmal sehr einseitig beleuchtest…wie ich finde…

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    1. Leider habe ich keine Zeit, um an allen interessanten oder vielleicht für diese Thematik relevanten Terminen anwesend zu sein und so muss ich mich auf die wenigen (im Text verlinkten) Quellen verlassen und berufen. Daher kann ich auch deine Informationen nicht korrekt in den Kontext einordnen.

      Ohne genaue Kenntnisse von dem Vorfall und der Verhandlung zu haben, mag ich dennoch einwerfen, dass sich gerade diese Einstufung als „normale Fehde“ verharmlosend anhört. Eine Praxis, die ja immer wieder vorkommt. Rechtsextreme Gewalt wird so im Sprachgebrauch kleingeredet. Ob es hier so ist, mag ich – wie schon geschrieben – nicht beurteilen.

      Der Artikel ist ein reiner Bericht von der Buchvorstellung. Wie die Verflechtungen zwischen Personen des NSU und der hiesigen Neonaziszene genau aussehen sollen, habe ich auch aus rechtlichen Gründen nicht wiedergegeben, da so etwas immer anfechtbar ist und ich den Text von einem Juristen gegenlesen lassen möchte. Daher mag die Brücke leider etwas unschlüssig bzw. wackelig vorkommen.

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    2. „Nicht erwähnt hast du auch, dass die Punks Eisenstangen, eine Machete und mehrere Messer dabei hatten und die Nazis wohl schon erwarteten und dann trotzdem weggerannt sein sollen.“

      Diese Behauptung ist schlichtweg nicht bewiesen und hatte auch vor Gericht keinen Bestand. Vielmehr ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um eine Schutzbehauptung der Angeklagten handelte bzw. ein strategischer Winkelzug der Verteidigung, um den Notwehrparagraphen geltend machen zu können. Laut Zeugenaussagen vor Gericht waren die überfallenen Punks zwar telefonisch vorgewarnt worden, jedeoch „erwarteten“ sie die Nazis nicht, wie critical mind hier fälschlicherweise behauptet.
      Ebenso unbewiesen ist die Behauptung, „die“ Punks hätten „die“ Nazis schon früher gemobbt und geschlagen. Dafür ist bei der städtischen Polizei keinerlei aktenkundiger Beweis zu bekommen. Auch hier ist davon auszugehen, dass lediglich die Gewalt, die von der rechtsextremen Szene in Anklam ausgeht und mit der die Hegemonie der Nazis aufrechtzuerhalten erstrebt wird, von critical mind relativiert werden soll.
      Bevor Du, critical mind, also Autoren hier vorwirfst, sie würden einseitig informieren, belese dich doch bitte erstmal selbst. Und das besser anhand der objektiven Fakten und nicht nur bei mupinfo.

      Schönes Wochenende!

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  3. Günther Hoffmann scheint überall präsent und doch so unscheinbar zu sein. Der oft als Rechtsextremismusexperte auftretende Mann, der wohl aus Bayern nach MV zuzog scheint erkannt zu haben, dass der Imagestempel Experte dem des modernen Biosiegels entspricht. Seine inflationäre Verwendung und sein unbekannter Hintergrund stehen mehr für Zweifel als für Vertrauen. Was zeichnet diesen Mann aus, als Experte aufzutreten. Ist er gar selbst der Meinung ein Experte zu sein nur weil er in der Nähe von Anklam wohnt und da, wie viele andere auch, Kontakt mit Rechten hatte?
    Jetzt ändert sich die Strategie. Der Informationsdienst nena.mv ward geboren. Doch auch hier führt keine Suche zum Erfolg. Informationsdienst klingt seriös und irgendwie nach Presseausweis. Doch entweder auch hier mehr Schein als Sein oder der Suchende hat sich einfach zu blöd angestellt. Auf Information und Hinweise hoffend. Mich beschleicht einfach der Verdacht, Herr Hoffmann hat sein Plätzchen am Steuernapf gefunden. Versteht mich nicht falsch, gegen Nazis soll und muss aufgeklärt werden. Aber mit welchem Hintergrund sich jemand scheinbar nur selbst als Experte bezeichnet interessiert mich schon ein wenig.

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    1. Ich habe ihn bewusst nicht als Experte betitelt, da ich diesen Titel immer etwas schwierig finde. Inzwischen nennt sich fast jeder so oder wird so genannt. Günther Hoffmanns Kompetenzen kann ich nach dieser Veranstaltung nicht beurteilen. Einiges, was er erzählte, war mir bekannt, anderes nicht. Ich schreib mal den Veranstalter an und frag, ob die dazu, was sagen wollen.

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      1. Lass dich bitte nicht ins Boxhorn jagen oder von relativierenden Kommentaren verunsichern! Herr Hoffmann kann sehr wohl als Experte bezeichnet werden (wenn man das nicht rigeros als wissenschaftliche Bezeichnung nutzen möchte) – kaum jemand hat mehr Erfahrungen mit rechtsextremen Mainstream und Lebensweltenen in Ostvorpommern und Uecker-Randow, kaum jemand kann mehr über lokale und regionale Strukturen der Nazis Auskunft erteilen, nur wenige können eine fachliche Expertise zum Thema Rechtsextremismus im ländlichen Raum aufweisen wie Herr Hoffmann. Dass er damit Geld verdient, sei ihm bei dem Risiko, das er tagtäglich eingeht, bei dem Arbeitspensum, das er z.T. hat, zugestanden. Wen es stört, dass Herr Hoffmann mit dem, was er tut, Geld verdient, stört sich wohl eher an der Aufklärungsarbeit und der Person Günther Hoffmann selbst.


  4. Genau Z., alle die eine andere Meinung haben sind erstmal verdächtig. Anstatt mich zu informieren laberst Du rum. Dem entnehme ich, dass Du selbst nicht weißt was Herrn Hoffmann zum Experten macht. Und nur weil ich Erfahrungen mit Dreck habe bin ich nicht automatisch ein Hygiene Experte. Eine Google Suche fördert dabei erstaunlich viele Treffer mit diesem Wort hervor. Wie im Kommentar erwähnt schwenkt er jetzt scheinbar um auf „Informationsdienst „nena.mv“.
    Mir geht es ähnlich wie critical mind. Ich versuche hinter die Fassaden zu blicken und entdecke dabei oft erstaunliches. Die Wahrheit ist eben nicht ausschließlich dass, was auf linken Seiten so publiziert wird. Wenn ich wegen dieser Meinung für Dich gleich ein Nazi bin. Geschenkt. Wenn Du konstruktiv über die Hintergründe von Herrn Hoffmann aufklären möchtest würde ich das aber wesentlich sinnvoller finden.

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    1. Ach herrje, immer die gleichen Reflexe: kaum tritt in einer Diskussion jemand auf den Plan, der/die versucht, dem oblatendünnen Halbwissen und teilweise relativierenden Kladderradatsch etwas entgegenzuhalten, wird das Klagelied der verfolgten Opposition angestimmt. Ich kann’s echt nicht mehr hören, wie sich Leute, die noch ein Kommentar vorher relativierend, verdrehend und tendenziös geäußert haben plötzlich als Opfer gerieren und contra-Aspekte als Meinungsdiktatur oder Zensur darzustellen versuchen.
      Was Herrn Hoffmann aus meiner Sicht zum Experten macht, habe ich angeführt. Wenn das dem, was du unter einem Experten verstehst, nicht ausreicht, kann das doch gerne so sein. Jedoch hast du weder klar gemacht, welche Parameter für dich die Definiton eines Experten komplett machen, noch erklärt, welche Auswirkungen es hat, wenn man diese Selbstbezeichnung fälschlicherweise vor sich hertragen würde. In erster Linie hast du Herrn Hoffmann selbst, seinen Informationsdienst, seine Bezahlung usw. infrage gestellt. Da darf doch mal gefragt werden, mit welcher Intention du das tust, oder?!
      Ja, du und critical mind, ihr seid die dollen hinter-die-Fassaden-Gucker. Bin schon wirklich gespannt, was ihr da so entdecken werdet und ans Tageslicht zerren könnt.

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  5. Ich habe da noch mal in ein paar Punkten nachgehakt. Günther Hoffmann wurde weder von LOBBI bei der Buchvorstellung als Experte betitelt, noch hat er das von sich selber behauptet. Wieso legst du, Martin, ihm das nun in den Mund und versuchst ihn zu diskreditieren? Seit über zehn Jahren beobachtet er die Neonaziszene in Vorpommern. Eigene Recherchen und Auftragsrecherchen stellt er anderen Menschen zur Verfügung und nennt es Informationsdienst NENA.MV. Weitere Fragen sollten direkt an Herrn Hoffmann gestellt werden und nicht in seiner Abwesenheit über seine Expertise/Fähigkeiten diskutiert bzw. schlecht geredet werden.

    Der Kommentar von „critical mind“ ist relativierend und zielt darauf, die Übergriffe der Rechtsextremen zu verharmlosen, in dem die Opfer zu Tätern/Auslösern gemacht werden. Richtig ist, “es soll sich um Vergeltungstaten handeln, weil es am gleichen Tag mit einem einzelnen Punk am Anklamer Bahnhof „Stress gegeben habe““ (http://www.lobbi-mv.de/nachrichten/erstes-urteil-nach-rechten-angriffen-in-anklam/). Die erwähnten Waffen wurden tatsächlich von der Polizei sichergestellt. Allerdings erst nach einem weiteren Angriff in der gleichen Nacht. Hier könnte man durchaus von Notwehr sprechen, auch wenn die Waffen glücklicherweise nicht benutzt wurden. Eine „normale“ Auseinandersetzung unter Jugendlichen war es nicht, da laut LOBBI die Täter zum Teil erwachsen und Mitglieder der rechten Szene waren.

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  6. Ach Oliver, möchte man da sagen. Aber das soll nicht überheblich klingen oder abfällig sein. Es ist dieses Aufatmen nach dem ich Deinen Kommentar gelesen habe. Vielleicht legt es sich irgendwann von allein aber im Moment schaust du m. E. leider durch eine ideologisch gefärbte Brille. Ganz klar, niemand braucht Nazis. Ob dabei aber jedes Mittel und jeder Weg richtig ist kann man durchaus diskutieren. Aber zurück zum Thema. Ich habe Herrn Hoffmann nicht versucht zu diskreditieren wie Du jetzt nacherzählst. Lies meinen Kommentar bitte objektiv. Dann benutze Google ebenso objektiv.
    Du wirst feststellen, das es von „Anklamer Präventionsexperte Günther Hoffmann“ über „Günther Hoffmann, Rechtsextremismus-Experte “ bis zu „Günther Hoffmann, Experte der Neonazi-Szene“ und sogar „Günther Hoffmann, Journalist, Rechtsextremismus-Experte“ viele Variationen gibt. Vielfach auch in der OZ so bezeichnet. Weiterhin fiel mir auf, das er sich selbst jetzt als „vom Informationsdienst NENA.MV“ bezeichnet. Eine Recherche darüber war meinerseits leider erfolglos. Auch du hast keine weiteren Informationen wie es scheint. Genau das habe ich in meinem ersten Kommentar auch geschrieben. Wo ich da etwas schlecht rede ist mir schleierhaft. Und wenn kritisches Hinterfragen jetzt selbst bei Akademikern nicht mehr gestattet ist ohne dabei moralisch verurteilt zu werden…?
    Daher bleibt meine Grundfrage. Der gute Mann scheint von Bayern nach MV gezogen zu sein. Er kann also gar nicht über Veränderungen in der Neonaziszene Bescheid wissen wenn er erst seit ca. 10 Jahren hier lebt und beobachtet. Weiterhin ging es mir um die Frage ob er Journalist ist. Scheinbar auch nicht. Bleibt also die Ursprungsthese. Sicher überspitzt aber dafür um so deutlicher. Wird man zum Hygiene Experten weil man sich mit Dreck auskennt?

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    1. Als kleine Ergänzung sei noch hinzugefügt, dass ID NENA.MV der Informationsdienst Neonazis Mecklenburg Vorpommern ausschließlich im Zusammenhang mit Herrn Hoffmann erscheint. Und Herr Hoffmann ist anscheinend der einzige Mitarbeiter. Selbst wenn von einem Mitarbeiter des ID NENA.MV die Rede ist handelt es sich um Herrn Hoffmann. Weiterhin scheint der ID NENA.MV den ID REX MV abgelöst zu haben. Auf den Seiten des http://www.demokratisches-ostvorpommern.de kann man lesen, dass Her Hoffmann seit 2009 selbstständig ist. Sein Gewerbe ist der ID REX MV. Der Mann ist also gewerblicher ID Betreiber. Ich finde die Hintergründe spannend und interessant. Warum ich dabei keine Vermutungen anstellen darf wenn es nach einigen Kritikern geht erschließt sich mir nicht. Das wäre als wenn man Feuerwehrleute per se nicht verdächtigen dürfte ob sie Brände gelegt haben. Soll ja schon vorgekommen sein. 😉

      Also, Antworten auf meine Fragen wären doch konstruktiv. Von weiteren Bekundungen bitte ich abzusehen. 😉

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      1. Ich muss nicht ewig hinterfragen, seit wann Herr Hoffmann hier wohnt, ich muss nicht wissen, seit wie vielen Jahren er sich mit Neonazis beschäftigt. Er hat bei seinem Vortrag keine falschen Tatsachen erzählt, denn erstens war mir einiges davon bekannt und zweitens hätte sonst jemand von den gut informierten Zuhörern schon etwas gesagt. Da muss jetzt nicht im Nachhinein an seinen Kompetenzen gezweifelt werden. Deine Rumreiterei auf dieser Frage kann ich einfach nicht nachvollziehen und mir nicht erklären.

        Zu seinen Kompetenzen:

        „Günther Hoffmann lebt in Mecklenburg-Vorpommern und engagiert sich seit 1999 bei der Initiative „Bunt statt Braun“. Zudem leitete er mehrere Jahre die Netzwerkstelle Anklam gegen Rechtsextremismus. Hoffmann war für das „Zentrum Demokratische Kultur“ tätig und berät als Experte die Landesregierung sowie Kommunen.“ Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/npdostvorpommern100.html

        Das hast du sicher schon gefunden, aber anscheinend für nicht-aussagekräftig befunden.

        Du kannst dir ja mal folgende Fragen stellen und ein bisschen kritisch drüber nachdenken:

        1. Ist ein Mensch oder ein Gewerbe nicht existent, nur weil es darüber keine Informationen im Internet gibt?
        2. Ist ein Mensch oder ein Gewerbe inkompetent, nur weil es darüber keine Informationen im Internet gibt?
        3. Kann ein Mensch nicht über umfangreiches Wissen über die regionale Neonaziszene verfügen, obwohl er erst seit ca. zehn Jahren vor Ort ist? Und wenn ja, ab wann würde er dieses Wissen besitzen?

        Und ja, wenn du dich zehn Jahre intensiv mit Dreck auskennst und mehr darüber weißt als der Durchschnittsmensch, bist du ein Dreckexperte.


  7. Da, Experte, heute in der OZ auch wieder Experte. Muss man kritisch sein, darf aber im Zusammenhang mit Rechtsextremismus diese Eigenschaft nicht öffentlich zeigen?

    Meine Fragen zielen darauf ab, etwas über die Hintergründe von Herrn Hoffmann zu erfahren. Du selber hast oben erwähnt warum gerade bei Experten die Alarmglöckchen angehen sollten.
    Heute in der OZ : „der renommierte Extremismus-
    Experte Günther Hoffmann“ …
    Bei so viel Selbstdarstellung darf man doch wohl das angebliche Renommee hinterfragen. Und da braucht es schon mehr als eine Quelle, die wahrscheinlich auch nur Herrn Hoffmann selbst gefragt hat. Das er dort gearbeitet hat möchte ich nicht bestreiten. Aber warum und weshalb er dort nicht mehr arbeitet ist doch ein Ansatz. Und wer einen Informationsdienst betreibt und nicht mal ne Webseite hat. Ob er da jetzt einen anderen Namen für hat, den zweiten, weil es ein Untergrundinformationsdienst ist? 😉

    Von mir aus soll Herr Hoffmann erzählen was er will. Wer rechtes Gedankengut zu einem Problem von MV machen will verfolgt eh ein anderes Ziel als Aufklärung. Wer genau hinsieht erkennt, dass es andere Gründe für das erstarken von radikalen Ideen gibt. Im ganzen Land.

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