Doku: Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR

Bis heute belastet der Niedergang der DDR-Wirtschaft die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik. In Folge der Wiedervereinigung wurde ein kompletter Landesteil deindustrialisiert mit den negativen Folgen hoher Arbeitslosigkeit, den damit verbundenen notwendigen Transferzahlungen aus den Sozialversicherungen, hohen Abwanderungsraten und Entvölkerung ganzer Landstriche.

Verfallene Halle in Greifswald
Verfallene Industriehalle in Greifswald.

Der angeblich marode Zustand der DDR-Wirtschaft wird häufig für die Schliessung der Betriebe und Deindustrialisierung Ostdeutschlands verantwortlich gemacht. Volkswirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftsgeographen sehen das eigentliche Problem dagegen in der Währungsunion vom 1. Juli 1990 und anderen externen Gründen. Mit dem Umtausch 1:1 von Ost-Mark in D-Mark wurde die Ost-Mark um 400 Prozent aufgewertet. Vorher profitabel produzierte Waren konnten so nur noch mit Verlust verkauft werden.

Der Dokumentarfilm „Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR“ nimmt sich 20 Jahre nach der Wende (2010 gedreht) dem Thema an und beleuchtet die Rolle der Treuhand. Trotz guter Produkte und voller Kassen wurden Unternehmen abgewickelt und existieren schon lange nicht mehr. Auch zu kriminellen Machenschaften wie im Fall der WBB kam es. Außerdem profitierten westdeutsche Banken von zu billigen Übernahmen ostdeutscher Institute, da sie auf einmal über milliardenschweren Verbindlichkeiten verfügten, deren Rückzahlung vom Staat garantiert wurden.

Wer sich für die Gründe des immer noch wirtschaftsschwachen Ostdeutschlands interessiert, bekommt hier Futter.

2 Kommentare


    1. Danke für den dezenten Hinweis! Heißt jetzt Volkswirtschaftswissenschafler, auch wenn Volkswirt ausreichen würde.

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