Karte: Sudan und Südsudan

Karte: Sudan
Sudan. Quelle: Le Monde diplomatique

Ab 9. Juli 2011 wird die Welt um einen Staat reicher. An diesem Datum will sich der Südsudan offiziell vom Sudan unabhängig erklären. In einem Referendum Anfang Januar stimmten fast 99 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Unabhängigkeit. Damit wäre der Südsudan Staat Nummer 196 der Erde.

Wie das Land heißen soll, ist noch nicht beschlossen. Der Name könnte Südsudan bleiben. In der aktuellen Ausgabe der Zeitung Le Monde diplomatique gibt es eine Karte des Sudans. Auf dieser sind die Hauptkonflikte des Landes eingezeichnet. Das Kriegsgebiet in Dafur, Flüchtlingslager und weitere Konfliktgebiete sowie die Gebiete der Erdölförderung.

Politischen Sprengstoff birgt die Abspaltung des Südsudans für alle anderen afrikanischen Staaten. Die Grenzen der Staaten wurden von den ehemaligen Kolonialherren am Reißbrett gezogen und beachteten keine örtlichen Gegebenheiten wie zum Beispiel Sprache und Stammeszugehörigkeit. Verfeindete Stämme wurden so zusammengefasst, an anderen Orten Stammesgebiete in mehrere Staaten zerstückelt.

Die afrikanischen Staatschefs beschlossen auf einer der ersten Sitzungen der 1963 gegründeten Organisation für Afrikanische Einheit (OAU) das Weiterbestehen und die Unantastbarkeit dieser Grenzen. Seitdem haben innere Spannungen immer wieder für Konflikte in den Staaten Afrikas gesorgt. Ein besonders schlimmes Beispiel ist Somalia. Mit der Grenzziehung zwischen Sudan und Südsudan entstehen erstmals zwei Staaten, die so nicht schon während der Kolonialzeit bestanden. Das motiviert andere seperatistische Bewegungen und schafft gleichzeitig Angst bei den Staatschefs des Kontinents.

Die Karte gibt es wieder zum Download als PDF. Einen Monat ist diese verfügbar, dann ist die nächste Karte da. Alle alten Karten gibt es später im umfangreichen Kartenarchiv.

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