Facebook bezieht „Likes“ in Suche ein

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Screenshot Facebook Suche

Facebook bläst zum Angriff gegen Google. Nachdem lange Zeit nur gemunkelt wurde, ob Facebook eine eigene Suchmaschine anbietet, ist es nun klar. Konnten früher über die Suchmaske des sozialen Netzwerkes nur Personen, Gruppen oder interne Seiten gefunden werden, sind dort nun auch Seiten außerhalb des Netzwerkes zu finden.

Die dort angezeigten Seiten wurden durch BenutzerInnen bei Facebook geteilt (Share-Funktion). Was neu dabei ist, die Relevanz der Suchergebnisse wird nach der Häufigkeit von „Like“ bzw. „Gefällt mir“ im Freundeskreis gebildet. Zwar wird dieses Verhalten aktuell noch getestet, doch ist schon jetzt klar, wohin der Weg gehen soll. Was meinen Freunden gefällt oder sie teilen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für mich interessant.

Facebook nutzt damit ein anderes Konzept als herkömmliche Suchmaschinen. Das Unternehmen lässt die BenutzerInnen die Inhalte in die Suchmaschine tragen über Likes oder Shares. Damit werden die Seiten manuell durch die BenutzerInnen gerankt. Herkömmliche Suchmaschinen wie Google gehen anders vor, sie grasen jede Website einzeln ab und ranken sie mit Hilfe eines komplizierten mathematischen Algorithmus.

Über 500 Millionen BenutzerInnen bei Facebook machen dieses Konzept nun für Webmaster interessant, da sie sich anpassen müssen. Share– und Like-Buttons nehmen ein immer größeres Gewicht ein, sollen die eigenen Inhalte bei Facebook gefunden werden.

Mit diesem Konzept kann Facebook aber nicht jede Suchanfrage bedienen. Webseiten, die weder durch meine Freunde noch durch andere in das Netzwerk getragen wurden, finden sich nicht in den Ergebnissen. Wer eine Hausarbeit über z.B. pyroklastische Ströme schreiben will, findet verwertbare Informationen nur über die normalen Suchmaschinen.

6 Kommentare


  1. Wie du bereits angeführt hast, ist diese Neuerung nicht gerade überraschend. Ich finde dieses ‚andere‘ Suchmaschinenkonzept gar nicht so verkehrt und sehe es ähnlich wie die Beziehung zwischen NachrichtenproduzentInnen und -RezipientInnen. Viel wichtiger als die ollen Gatekeepers ist jetzt die ‚Interessanz‘ von Nachrichten. Insofern ist eine sehr häufig geteilte Information mitunter auch wichtiger als der halbtote Link, den irgendeine Zeitungs-Fanseite via RSS-Graffiti eingefügt hat.

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    1. Den Hinweis hab ich verstanden und RSS-Graffiti mal ausgeschaltet. Jetzt tauchen meine Beiträge auch in der Suche auf. Besser so.

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      1. Ne ich finds selber besser, wenn die Beiträge in der Suche auftauchen. Das tun sie mit RSS-Graffiti ja leider nicht. Ich werde es jetzt aber automatisch und manuell mischen. Privat mach ich’s manuell und für die Fanseite wird es wieder automatisch laufen. So kann ich privat ja auch nach verschiedenen Listen meine Kontakte sortieren und sie gezielt mit neuen Beiträgen ansprechen.


  2. Das macht mir Facebook noch unheimlicher. Ich habe sicherheitshalber wieder damit aufgehört. An diese Schwarmintelligenz glaube ich übrigens nicht, man schaue sich nur die Top Tweets bei Twitter an. Etwas anderes ist für mich allerdings Social Bookmarking.

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  3. Ich finde, es ist schon eine interessante und beobachtungswürdige Entwicklung. Im Moment ist Google das Unternehmen, das immer öfter mit Neuerungen floppt. Facebook dagegen scheint vieles richtig zu machen und ist der Aufsteiger am Internethimmel. Ob dieser direkte Angriff gegen Google zur weiteren Beliebtheitssteigerung führen wird, bleibt abzuwarten. Genauso ob die Suche wirklich sinnvolle Ergebnisse liefert. Für meine Recherchezwecke ist meistens noch nicht viel Verwertbares dabei. Aber das kann sich ändern. Außerdem ist das Konzept des „es gefällt meinen Freunden, es könnte auch mir gefallen“ recht einleuchtend, da man sich doch meistens in der gleichen Peer Group bewegt.

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