Such A Surge aus Braunschweig waren die bekannteste deutsche Crossoverband. 1993 kam ihr erster Song “Gegen den Strom” raus. Das Album Under Pressure folgte 1995 und setzte neue Maßstäbe auch für die HipHop-Szene. Harte Gitarrenriffs trafen in Songs wie “Schatten” oder “Gegen den Strom” mit politischen Raps zusammen. “Under Pressure” läuft bei mir immer noch regelmäßig in der Anlage.
Guter Deutschrap – der stammt entweder von den Urgesteinen und Mainstreamern wie Fettes Brot und Dendemann oder ist nur wenig bekannt und schwer zu finden. Zu letzterer Kategorie gehört UMSE aus Ratingen, NRW. Ich selber habe erst vor wenigen Monaten von ihm gehört, bin aber sehr positiv angetan. Das mag an Raps und Beats liegen, die sich nach 1990ern anhören.
F*tzenrap sucht man bei UMSE vergeblich, dafür gibt es Samples & Scratches bekannter US-Künstler wie MOP, Eminem oder Gang Starr. Ende April veröffentlichte UMSE seine neue Platte “Allerhöchste Eisenbahn”. Die 10 Songs gibt es alle zum kostenlosen Download. Mein persönlicher beatmässiger Anspieltipp ist “Was soll der Scheiss”, der sich sehr an MOPs “Ante up” angelehnt anhört. Im Song “Rapfan” macht UMSE extrem viel Namedropping und erstellt damit quasi ein Liste mit guten Acts zum Weiterhören. Besonders gelungen sind die Wortspiele und Vergleiche wie z.B. „Zu viele wachsen unter Armen auf, wie Achselhaare.“
Der Song “Lass mal gut sein” feat. Wordsworth stammt noch aus 2008 und findet sich nicht auf dem Album, soll hier aber einen kleinen Vorgeschmack geben.
Erinnern wir uns kurz. Letzten Dienstag regte sich jemand aus meinem Wohnblock über verdrecktes Tierstreu im Hausflur auf und schrieb eine Warnung an die Glastür. Entfernt wurde innerhalb weniger Stunden nur der Schriftzug, die Hasenkacke blieb. Sie blieb bis Donnerstag morgen, dann kam der wöchentliche Reinigungsdienst und entfernte sie. Dass die Schrift entfernt wurde, reizte Person X so sehr, dass sie nochmal nachlegte.
Mit Edding beschriebene Glastür
“Ihr sollt nicht die Tür sauber machen, sondern die Hasenkacke. Jetzt reichts es mir langsam.”
Donnerstag, der 6. Mai 2010, 09:15 Uhr von daburna
2,3 Millionen Euro für den Bau eines Busbahnhofes in einer Stadt auszugeben in der laut Studie aus dem Mai 2009 nur 1,7 % der Bevölkerung den ÖPNV für die täglichen Wege nutzen, das ist absurd. Wenn dann 100.000 Euro für die Diagonalquerung der Europakreuzung ausgegeben werden sollen, dann ist der Aufschrei groß. Dabei nutzen 44% der Greifswalder Bürgerinnen und Bürger das Fahrrad als wichtigstes Verkehrsmittel. Es müsste genau andersrum sein. Jetzt muss der Aufschrei kommen! Der aktuelle Busbahnhof ist sicher hässlich, doch hat so ein teurer Umbau keine Priorität. Die Planungen gehen an der Relität vorbei. Mit den 2,3 Mio Euro kann sicherlich wesentlich mehr im Bereich Rad- und Fussverkehr bewegt werden. Nach der Beseitigung der Buckelpisten wäre es endlich legitim, stolz auf den Titel Fahrradhaupstadt zu sein.
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Gleichlautender Kommentar wurde der Ostsee Zeitung als Leserbrief zugeschickt.
Leben im Wohnblock – an einem Ort, an dem die Einwohnerdichte besonders hoch ist – das bedeutet auch, es gibt viele Geschichten zu erzählen. Gestern war es nicht nur Hasenkacke, sondern auch diese kurze traurige Story.
Dienstag 16:40 Uhr. Ich komme von meinem Nebenjob mit dem Rad nach Hause. Wenige Sekunden vor mir ist der Opa aus dem zweiten Stock mit seinem Fahrrad angekommen. Leicht schwankend und kraftlos steht er vor der Tür und versperrt dein Eingang.
Ich so: “Hallo! Kann ich Ihnen irgendwie helfen? Das Rad halten? …oder die Tür aufschliessen?”
Und er so: “Ja bitte, schliess auf! Ich hab ein Bier getrunken.” Die Fahne sagt was anderes. “Hatte gerade letztens ‘ne OP, das war wohl alles zu viel.”
Ich schliess ihm brav die Tür auf, schieb mein Rad rein, verstau es im Abstellraum, komm raus und seh ihn nach Luft schnappend vor seiner Abstellkammer. “Ist alles in Ordnung? Geht es Ihnen gut? Kann ich Ihnen helfen?” “Ne, mein Jung, mir kann man nicht mehr helfen. Ich hatte gerade eine OP, da haben sie mir den linken Lungenflügel entfernt.”
Heute morgen traf ich ihn dann erneut und hab gleich nachgefragt, ob es ihm besser geht. “Ne, ist eh alles vorbei. Der linke Lungenflügel ist seit Januar raus.”