„Geisterstadt“ Greifswald

Wenn man sich dieser Tage in Greifswald mit dem Fahrrad von außen auf das Stadtzentrum zubewegt, glaubt man schnell, die Stadt ist verweist. Die Pappelallee, sonst eine vielbefahrene Fahrradstraße ist wie leer gefegt. Vor der Universitätsbibliothek am Beitz-Platz stehen gerade mal 10 Fahrräder. Sogar nachts um 23 Uhr ist hier sonst mehr los. In US-amerikanischen Filmen würde vor so einer wüsten Kulisse ein Dornenbusch vom Wind durch das Bild getrieben werden. Hier fegt der Sturm nur die letzten Blätter des Herbstes und einsame Fahrradfahrer vor sich her.

Wie flügge gewordenen Jungvögel haben gefühlte 90 Prozent der 12.000 Studierenden Greifswald über die Festtage verlassen. Doch der Vergleich ist falsch, da diese Jungvögel ja wieder zurück ins Nest fliegen, um dort festlich Weihnachten zu feiern und sich füttern zu lassen. Der Altersdurchschnitt der Stadt steigt, der Titel „Jüngste Stadt“ ist zeitweise verloren. Zurück bleiben nur die Pommern und wenige andere. Diese tummeln sich noch in der Altstadt und suchen schnell die letzten Weihnachtsgeschenke zusammen. Greifswald erfährt in den Winterferien das Schicksal, das der Stadt ohne Uni blühen würde.

4 Kommentare


  1. HGW ohne Studenten, geht das? 😉 Echt schwer vorstellbar, wie du schon sagst da steigt das Durchschnittsalter mindestens um 10 Jahre in kurzer Zeit. 😀

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    1. Ist echt krass. Selbst in den „Semesterferien“ sind mehr Studierende in HGW. Naja ist ja nicht für lange, viele werden schon vor Silvester wieder zurückkommen.

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  2. Als ich Greifswald vor zwei Wochen besuchte, wirkte es auch schon ziemlich leer. Wobei das bestimmt auch an der Jahreszeit liegt, die ja nicht wirklich zum Verlassen der eigenen vier Wände einlädt! Selbst in Wieck war es super leer an dem Sonntag.

    Allerdings muss auch erwähnt werden, dass man sich im Elisenpark vor Weihnachtseinkäufern kaum retten konnte, mal abgesehen vom Finden eines Parkplatzes 😉

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    1. Richtig! Wieck ist ziemlich leer, auch an sonnigen Wochenenden. Das bekomm ich bei meinem Nebenjob ganz gut mit. Da kommen kaum Leute vorbei zum Kaffee und Kuchen oder Essen.

      Ja, die Hotspots wie Elisenpark und auch die Innenstadt sind noch ziemlich voll, aber man merkt, daß die Generation zwischen 20 und 30 Jahren auf einmal nicht mehr überrepräsentiert ist.

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