Gewinn bei Bahn – Verlust für Fahrgäste

Das versteht kaum ein Mensch. Der Gewinn der Bahn ist im ersten Halbjahr 2008 mit 1,4 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern recht hoch, dennoch sollen die Fahrpreise zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember 2008 erhöht werden. Wieso wird der Gewinn nicht benutzt, um die Fahrpreise niedrig zu halten und somit eine echte Alternative zum Auto zu schaffen? Mit mehr Fahrgästen sollte der Umsatz und schließlich der Gewinn ja weiter steigen oder nicht?

Reden wir nun mal von den Menschen, die die Preiserhöhung verstehen. Sie sind es, die die Privatisierung des einstigen Staatskonzerns deutsche Bahn vorrantreiben und sich über jeden Euro zusätzlichen Gewinn freuen. Der geplante Börsengang von 24,9 % der Bahn werden mit diesem Gewinn den potentiellen Anlegern nur noch schmackhafter gestaltet. Bei der Bahn geht es nun leider seit langem nicht mehr um die Erfüllung einer Versorgungsfunktion sondern um pures Geldscheffeln. Alle geäußerten Bedenken bezüglich des Börsenganges scheinen sich zu erfüllen. Es ist davon auszugehen, dass die Bahn dann noch mehr auf Gewinn aus ist und vermeintlich unrentable Strecken schließt, Züge streicht, Investitionen verschiebt und noch mehr. Hier treffen betriebswirtschaftliches Denken und soziale Verantwortung in Form der Versorgungsfunktion aufeinander. Der Kampf geht leider zu gunsten des Kapitals aus. Der Gewinn bei der Bahn ist somit ein Verlust für die Fahrgäste. Stopt die Bahnprivatisierung!

3 Kommentare


  1. Echt traurig. Da ich tgl. die Bahn nutzen muss, trifft es mich mehr als hart. Zudem das Argument wirklich das letzte ist, wegen dem Börsengang die Preise erhöhen zu müssen. Ja, geht es denn noch?

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    1. Na das ist ja gar nicht das Argument der Bahn. Die Bahn will die Preise auf Grund der höheren Energiepreise und der gestiegenen Löhne erhöhen. Was macht die Bahn aber mit ihrem Gewinn? Wird dieser reinvestiert? Fair würde es sein, den Gewinn zu nutzen, um die Preise stabil bleiben zu lassen.

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