Mögliche Auswirkungen von 12000 Studierenden

Wir vertrauen heute mal halbwegs den Meldungen der OZ, die heute und auch schon am vergangenen Wochenende meldet, daß zum Wintersemester 2008/2009 ca. 6.000 Bewerbungen um die Studienplätze eingegangen sein sollen. Damit soll die Anzahl der Studierenden in Greifswald auf über 12.000 ansteigen. Was bedeutet das für den Studienstandort Greifswald?

Erinnert sich noch jemand an den Wohnungsnotstand im letzten Jahr? Oder den Jahren davor? Mehr Studierende = mehr benötigte Wohnungen. Im Umkehrschluß bedeutet das natürlich mehr Vermietung von Wohnungen und es ist wohl auch davon auszugehen, daß sich der Wohnungsnotstand in diesem Jahr noch weiter verschärft. Erstsemestern sei hier geraten, möglichst sofort eine Bleibe zu suchen und sich dabei trotzdem nicht von windigen Geschäftemachern abzocken zu lassen. Besonders makaber ist, daß die Uni auf ihrer Website immer noch schreibt, daß die Wohnungssituation „durchaus entspannt“ sei. Gucken wir dazu mal in den Geschäftsbericht der kommunalen Wohnungsgesellschaft WVG aus dem Jahr 2007. Dort sind Ende 2007 von 10.053 Wohnungen 542 leerstehend, somit 5,4 % Leerstände, aber von diesen 542 leeren Wohnungen waren nur 84 frei zur sofortigen Vermietung. 84 Wohnungen, von denen sich auf der WVG Homepage heute nur 13 finden.

Mehr Studierende + gestiegene Kosten für Lebensmittel und Energie + sinkende Reallöhne der Eltern = mehr Studierende, die sich ihr Studium finanzieren müssen. Das bedeutet ein Überangebot an Arbeitskraft, die dann umso billiger genutzt werden kann. Werden die eh schon niedrigen Stundenlöhne sinken?

Der Ansturm der Studierenden wird ebenfalls die schon jetzt oft überfüllten Hörsäle in Einführungsvorlesungen der BWL oder Politikwissenschaften nun vollends zum Platzen bringen. Das angekündigte Investitionsprogramm der Uni kann hier auch nichts dran ändern.

Man kann sich als schon in Greifswald studierender Mensch auf eine spannende Zeit Anfang Oktober freuen, wenn es heißt: die Erstis kommen! Hoffentlich wird es dann doch nicht alles so schwarz, wie in diesem Artikel angedeutet.

3 Kommentare


  1. sehe ich genauso, schöner beitrag. wer wachsen will, muss die rahmenbedingungen für das wachstum schaffen. und der wohnungsmarkt wird durch den (noch nicht abgeschlossenen) wvg-verkauf sicher nicht bezahlbarer.

    SPEKULANTEN ZU SPEKULATIUS!

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  2. Ich finde diese ganze Diskussion um einen neuen Studentenrekord, dem damit verbundenen Wohnraummangel und den Verdienstmöglichkeiten sehr interessant. Aber nicht aus der Sicht der Studenten, sondern aus Sicht der Vermieter und Arbeitgeber. Warum?

    1. Vermieten meine Eltern in ihrem Haus 2 kleine Studentenwohnungen. Da ich das meist organisiere, bekomme ich sehr gut mit, dass die Wohnraumsituation in HGW nicht so schlimm sein kann! Wie sonst lässt sich erklären, dass erstmal die Hälfte der Bewerber mit Termin gar nicht kommen?! Man könnte dann ja wenigstens mal anrufen und absagen. Hat was mit Höflichkeit zu tun! Der anderen Hälfte der Bewerber ist die Wohnung zu weit weg von der Uni. Darüber kann ich auch nur lachen! Die Wohnung ist in der Stadtrandsiedlung. Und man ist von da aus genauso schnell in der Stadt, wie aus Schönwalde. Aber Schönwalde und Ostseeviertel sind natürlich die schöneren Wohngebiete!
    Da im Moment wieder ne Wohnung bei uns frei ist, werde ich mir den ganzen Spaß ab nächste Woche wieder geben.

    2. Bin ich Unternehmer in HGW. Und wir suchen fast immer fähige Leute für verschiedene Jobs. Die Bezahlung für kleinere Arbeiten ist in dem Rahmen, den auch andere Firmen in HGW bezahlen. Wer aber wirklich engagiert ist und dauerhaft gute Arbeit abliefert, hat bei mir / uns schon immer bessere Bezahlung bekommen. Aber glaubt mal nicht, dass das jemand dazu bewegt gute und vor allem zuverlässige Arbeit abzuliefern! Eher im Gegenteil: Auch hier habe ich das Gefühl, dass es den Studenten in HGW ja gar nicht sooo schlecht gehen kann!

    Also zusammenfassend: Von den angeblichen großen Problemen der Studenten merke ich als Vermieter und Arbeitgeber gar nichts!

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    1. Wie du schon sagst, ist es mal sehr interessant das Problem von der anderen Seite aus zu sehen. Danke für den Beitrag!
      Natürlich ist es unhöflich sich zur Wohnungsbesichtigung anzumelden, dann aber nicht zu erscheinen ohne abzusagen. Sowas kann nicht sein. Woran das liegt? Keine Ahnung. Wie teuer sind denn die Wohnungen? Na das Argument, dass die Wohnung zu weit entfernt von der Uni sind, hör ich aber auch ständig, wenn ich erzähle, ich wohne in Schönwalde II. Aber hey, waren diejenigen, die das sagen, mal in einer Großstadt? Weder in Hamburg noch Berlin, komm ich von der Peripherie so schnell per Rad an die Uni wie hier.

      Naja, was ist gute und zuverlässige Arbeit? Wie hoch sind deine Anforderungen? Es ist ja doch so, daß es einfach zu wenig Jobs gibt. Und bei den meisten Jobs wie z.B. im Supermarkt oder Baumarkt bekommst du entweder zu wenig Lohn oder wirst von Mitarbeitern, Chef oder Kunden schikaniert. Das sagt natürlich nichts über die Verhältnisse in deiner Firma aus, aber es geht hier um den Großteil der Jobs. Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch die Ausgabe des Moritz vom Mai 2008.

      Achja, viel Spaß beim Mieter suchen! Ich drück die Daumen, daß die Herren und Damen diesmal zuverlässiger sind.

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