Warum Interesse an Burma?

Woher kommt auf einmal dieses große Interesse am Thema Burma? Seit 45 Jahren herrscht dort das Militär. 1988 rebellierte das Volk und tausende Menschen kamen um. Doch weder eine Diktatur noch Menschenrechtsverletungen werden die Hauptinteressen an Burma sein. Für mich persönlich mag das der Grund sein, warum ich hoffe, daß sich dort etwas tut. Gestern gab es dazu eine hoffnungsvolle Stimme direkt aus Burma bei Al Jazeera zu hören: „We will not surrender!“ (etwa: Wir werden nicht aufgeben!)

Aber aus den vergangenen Konflikten/Kriegen wissen wir, daß die Menschlichkeit nur ein vorgeschobenes Argument für die Öffentlichkeit ist, etwas zu legitimieren, hinter dem ganz andere Hintergründe stecken. Natürlich muß hier der Irak-Krieg erwähnt sein. Die USA haben unter Vorlegung gefälschter Beweise die UNO und die ganze Welt verarscht, um den Irak zu überfallen. Es ging nicht um eine Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen oder gar Menschenrechtsverletzungen. Letztere wurden und werden noch immer von den einen „Präventivkrieg“ führenden USA vollbracht.

Eher ist zu vermuten, daß auch in Burma wieder einmal wirtschaftlichs- und geopolitische Interessen wichtig sind. Die erstarkenden Großstaaten Indien und China, zusammen mit Russland treffen dort wieder auf den Westen aka USA und EU. Alle versuchen ihren Rohstoffhunger zu stillen. Ein Wettrennen um die letzten Lagerstätten ist schon lange entbrannt. Die Industriestaaten und auch Russland, China und Indien stürzen sich auf jeden Tropfen Öl und Gas, den sie bekommen können. Gerade das kommunistische China tut dies gerne in totalitären oder undemokratischen Staaten denen die Menschenrechte so egal sind wie der Volksrepublik (z.B. Sudan).

Und Burma ist bei dieser letzten Verteilung der fossilen Brennstoffe sehr interessant. Neben weniger als 50 Millionen Barrel Erdöl, gibt es dort Edelsteine und Minerale wie Jade, Rubine und Gold. Vorallem auf das reiche Gasvorkommen von laut CIA World Fact Book 283,2 Milliarden m3 haben es die Konzerne und Regierungen abgesehen. Bei der Ausbeutung des Gasvorkommens sind wir Europäer und Westler ganz vorne mit dabei. Die französichen Konzerne TOTAL und Elf, sowie die US-Amerikanischen Konzerne Texaco, Unocal und Amoco fördern dort und festigen mit ihren Investitionen und Abgaben die Militärjunta.

Der Ruf nach Sanktionen gegen das Regime sowie das Unverständnis gegenüber Chinas Veto im Sicherheitsrat sind also äusserst scheinheilig. Die Wahrheit ist doch, daß man in Burma gute Geschäfte machen kann und weiter machen will. Gerade deshalb ist vielleicht das Interesse des Westens an einem Machtwechsel erklärbar. China steht seinem Nachbarland inzwischen wesentlich näher als der Westen und könnte mehr Förderrechte erhalten bzw. westliche Firmen verdrängen. Eine prowestliche Regierung (demokratisch oder nicht) könnte den meisten Regierungen und Konzernen lieber sein.

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