Die Trennung steht bevor

Amtlich geiles Leben
Mit einem Aufkleber besiegelt: Amtlich geiles Leben.

Ich habe Dich das das erste Mal im Jahr 2005 gesehen. Eine Freundin stellte mich Dir vor. Du warst klein, schüchtern, grau gekleidet und etwas schmutzig. Ich, der junge unbekümmert Mann aus der Großstadt, habe dich nur oberflächlich betrachtet. Das Urteil: vernichtend.

Als ich Dich dennoch besucht habe, hast Du mir einen Mann gezeigt, der am helllichten Tag an einer Hauswand in der Anklamer Straße mit heruntergelassener Hose hockte und kackte. Damals dachte ich nie, dass wir beide mal gute Freunde werden.

Im Jahr 2007 bin ich bei dir eingezogen

Wie sehr der erste Eindruck getäuscht hat! Vor sechseinhalb Jahren zog ich dann bei Dir ein. Nicht aus Liebe oder Freundschaft aber aus freien Stücken, wenn auch etwas widerwillig und traurig über den Verlust des Großstadt-WG-Lebens in Hamburg und vor allem weil Familie und Freunde nun vier Bahn-Stunden entfernt lebten.

Doch bereits in den ersten Wochen hast du mir viele interessante Menschen vorgestellt. Neue Freundschaften entstanden; schnell war es egal, wie weit entfernt die alten Freunde wohnten. Das Studium war so ansprechend, wie vorgestellt, das Studentenleben zeigte sein komfortables Gesicht. Der Weg zum Geographie-Diplom war viel mehr Wert als das Stück Papier mit dem aufgedruckten akademischen Abschluss.

Ich habe dich geliebt und doch trennen wir uns

Ich habe Dich anfangs verlacht, verleumdet und teilweise beleidigt. Nach kurzer Zeit hat sich das geändert. Schließlich habe ich Dich geliebt, deine Fehler versucht zu ändern oder akzeptiert. Ich habe dich gegenüber arroganten Großstädtern, vorurteilsbeladenen Westdeutschen und anderen Menschen verteidigt.

Wir zwei hatten natürlich auch schwierige Zeiten, als es an der Uni schlechter lief, ich nebenbei arbeiten musste und unsere Beziehung vernachlässigt habe. Doch wir beide haben uns die Treue gehalten. Jetzt ist es der Job, der uns trennen wird. Ich ziehe nach Neubrandenburg und lasse dich zurück. Mitnehmen kann ich Dich nicht.

Tschüss, mach’s gut!

Und jetzt kommt der Satz, vor dem Du Dich schon so lange fürchtest: Wir hatten eine schöne Zeit. Ja, es war ein amtlich geiles Leben! Du wirst immer zu mir gehören, denn du hast mich enorm geprägt. Es ist aber Zeit für etwas Neues. Klar, besuche ich dich ab und zu, aber es wird nicht dasselbe sein.

Es stimmt, was die Leute über dich sagen. Man weint zwei Mal wegen Dir. Wenn man nach Greifswald zieht und wenn man wieder weg zieht. Ich weine jetzt das zweite Mal. Bye bye HGWaii, Adieu G-Wood, Ciao Catchwood und Tschüss Greifswald!

Greifswald Museumshafen am Abend
Lebensgefühl pur! Chillen am Greifswalder Museumshafen im Mondlicht des Sommers.

Danke, Ihr habt Greifswald liebenswert gemacht!

Anna, Richmond, Matze the man, Lotte, Tobsen, Party-Marco, Carsten, Malte, G, Svea, Josi, Juliane, Röschen, Midena, Frazy, Erik, Oleg, Mr. K., DJessi, Kleines Rabauke, Fleischervorstadt-Blogwebmoritz, Ostsee-Strand, Museumshafen, Running Dinner, Nordsorben, Fete de la musique, IKUWO, Polly Faber, Werft-Partys, Treffer (RIP), Mira (RIP), Mensa-Club (hahaha! Ja auch der.), Geographenkeller und noch viele mehr.

Die Reihenfolge stellt keine Wertigkeit da. Wenn ich wen vergessen habe, tut mir das leid.

7 Kommentare


  1. *schnüff!
    Mach’s gut, weiterhin alles Gute und so 😉

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  2. Willkommen in Neubrandenburg. Es gab Zeiten, da fand ich Neubrandenburg schöner als Greifswald. Dann putzte sich Greifswald heraus und hat durchaus einiges mehr zu bieten als die Kreisstadt am Tollensesee. Heute – ganz salomonisch – finde ich, das beide Städte ihre schönen und ihre nicht ganz so schönen Stellen haben. Nur eins ist gewiss: Großstadt ist auch Neubrandenburg nicht. 😉

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  3. Ich bin an Stelle 7. Geil, das heißt ich bin der Siebendgeilste der Stadt! Wohoooo. Wann ziehst du wieder her? :*

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  4. … dann wünsche ich viel Glück in Neubrandenburg, ich bin schon auf Berichte gespannt, weil ich mich seit Jahren frage, was man dort so alles macht…

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