Zensusdaten widerlegen Mythos vom Millionenslum Kibera

Der Mythos von Kibera als größtem Slum Afrikas ist durch den „2009 Kenya Population and Housing Census“ widerlegt worden. Statt der je nach Schätzung 500.000 bis über eine Millionen Einwohner leben in dem Stadtteil der kenianischen Hauptstadt Nairobi nur 170.070 Menschen. Das ist nicht mal ein Fünftel der bisher geschätzten Einwohnerzahl.

Kibera
Wellblechdächer von Kibera

Die Zahlen des Zensus wurden im September 2010 veröffentlicht. Online sind sie bisher nicht verfügbar. Dennoch vergeht damit ein afrikanischer Mythos. Kibera stand immer als das Beispiel für Slums in Afrika. Jeder Reiseführer behandelte den Stadtteil und die Touristen kamen. Zig Organisationen versuchten den Menschen vor Ort zu helfen. Nun wird Kibera wohl wesentlich weniger Aufmerksamkeit erhalten. Hilfsangebote müssen angepasst bzw. zurückgefahren werden.

Wieso einzig das Map Kibera Projekt annähernd die richtige Bevölkerungszahl schätzte und nicht maßlos übertrieb, bleibt ungeklärt. Die drastische Korrektur der Einwohnerzahlen nach unten zeigt, wie sinnvoll ein Zensus sein kann. Den Hilfsbedürftigen in Kibera bleibt zu hoffen, dass sie trotzdem weiter gefördert werden, um ein menschenwürdigeres Leben führen zu können.

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