Streichkonzert der Bahn auf der Strecke Stralsund Berlin

Mittwoch, der 15. September 2010, 08:41 Uhr von daburna

InterCity

Bald ein seltenes Bild in Greifswald: der InterCity der Bahn

Hieß es vor zwei Jahren noch fälscherlicherweise für Greifswald sei ein ICE-Anschluss geplant, wird die Bahn wahrscheinlich zum kommenden Winterfahrplan ab Dezember das große Streichkonzert einleiten. Der WebMoritz berichtet:

Die Deutsche Bahn will die IC-Verbindungen zwischen Rügen, Stralsund, Greifswald und Berlin ab Dezember von täglich fünf auf zwei Verbindungen reduzieren. Das bestätigte Bahn-Pressesprecher Burkhard Ahlert dem webMoritz auf Anfrage.

Angeblich seien die Züge nur zu 30 Prozent ausgelastet, wenn überhaupt. Wer auf der Strecke am Wochenende unterwegs ist, hat oft andere Erfahrungen gemacht. Die IC- und EC-Züge werden dann hauptsächlich von Studierenden, die keinen Bock auf die überfüllten Regionalbahnen haben, Bundeswehrangehörige und Touristen benutzt. Für letztere stellen IC- und EC-Verbindungen die einzige wirklich umweltschonende und günstige Möglichkeit dar, zu den beliebten Urlaubsinseln Rügen oder Usedom zu fahren. Aber auch Geschäftsreisende nutzen die etwas schnelleren IC.

Mecklenburg-Vorpommern, in diesem Falle explizit Vorpommern, wird endgültig auf das Abstellgleis geschoben, umweltverträglicher und schneller Verkehr erschwert.

Abstellgleis

MV auf dem Abstellgleis

Was können wir tun? Treten wir doch einfach den Gegenbeweis an. Die Regionalzüge der Bahn zwischen Stralsund und Berlin sind chronisch überfüllt. Zumindest an den Wochenenden sind auch die IC und EC recht voll. Sitzplätze sind teilweise Mangelware. In den Regionalzügen müssen einige Passagiere zu Stoßzeiten die Fahrten über Stunden stehend verbringen. Teilweise traut sich dann das Zugbegleitpersonal nicht durch den Zug. Kontrolliert wird in der Regel in den vollen Zügen am Sonntag aus Berlin nach Greifswald nie. Diese Züge werden mit dem Wegfall der IC-Verbindungen noch voller, da es keine zusätzlichen RE geben soll.

Die weiteren großen Nachteile des Regionalverkehrs: es gibt keine Reservierungsmöglichkeiten,  keine Tische, an denen mit Laptop gearbeitet werden kann und keinen Platz für großes Reisegepäck.

Das Gedränge in vollen Zügen können wir dokumentieren. Sammeln wir also Bilder. Bilder vollgestopfter RE, IC und EC, die auf der Strecke Stralsund – Berlin fahren. Schickt mir Fotos von vollen Zügen (am besten mit Datum und Uhrzeit sowie der Zugnummer) per eMail an bahn@daburna.de. Ich werd dazu einen begleitenden Beschwerdebrief verfassen und ihn an die Bahn schicken.

Oder aber diese Protestmöglichkeit nutzen: die Grünen laden am Dienstag, den 21. September zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel “Ausbauen statt Abhängen – die Zukunft des Bahnfernverkehrs in Vorpommern” im Kulturzentrum St. Spiritus, Lange Straße 49/51, 17489 Greifswald von 19 bis 22 Uhr ein. An der Veranstaltung wird auch Ingulf Leuschel, ein Konzernbevollmächtigter der Bahn, teilnehmen. Tragen wir Herrn Leuschel doch mal unseren Frust vor.

Übrigens machte die Bahn 2008 1,3 Milliarden Euro Gewinn, 2009 waren es immerhin noch 830 Millionen Euro. Da wirkt das Streichen sehr fragwürdig. Sollte die Bahn nicht ein kostendeckendes, umweltfreundliches, komfortables und schnelles Transportmittel sein?

Fotos: InterCity: Thomas Wolf // Lizenz: BY-SA // Abstellgleis: christian.greller // Lizenz: CC BY

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Filmtipp: Water Makes Money

Dienstag, der 14. September 2010, 19:37 Uhr von daburna

WasserhahnPrivatisierung! schallt es seit langem schon durch das Land. Der Bund solle die Bahn privatisieren, die Städte und Gemeinden die kommunalen Dienstleistungen. Der Neoliberalismus brachte die Botschaft eines schlanken Staats als Heilmittel klammer Kassen. Deregulierung sollte für mehr Wettbewerb sorgen und die Konsumenten mit besserer Ware und niedrigeren Preisen belohnen. Die Botschaft wurde nicht nur in westlichen Industrieländern verbreitet, sondern auch den armen Entwicklungsländern als Heilmittel verkauft.

Was passiert, wenn natürliche Ressourcen und Grundnahrungsmittel wie Wasser privatsiert werden, zeigt der Film “Water Makes Money” von Leslie Franke und Herdolor Lorenz. Teilweise verteuerte sich der Preis für Leitungswasser um 300 Prozent, die Qualität dagegen nahm rapide ab. Wasser als privates Wirtschaftsgut? Das geht nach hinten los.

Die Dokumentation wurde komplett durch Spenden finanziert. Ab 23. September gibt es den Film in den Kinos zu sehen.

Weitere Links:

Foto: valeblos // Lizenz: CC BY

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Der Bundeshaushalt ist offen

Montag, der 13. September 2010, 17:39 Uhr von daburna

Wer versteht es schon, wenn die Politik in Berlin den neuen Bundeshaushalt verhandelt und beschließt? Mit der Website OffenerHaushalt.de kommt nun etwas Farbe und Dynamik in die Sache rein. Die Website ist in erster Linie ein Informationsangebot für Bürger, Wissenschaftler und Journalisten, welches die Verteilung der Haushaltsmittel des Bundes visuell darstellt. Außerdem ist sie ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Transparenz in politischen Entscheidungsprozessen.

Screenshot offener haushalt

Screenshot offener haushalt

Pünktlich zur morgigen ersten Sitzung des Bundestages nach der Sommerpause wurde die Seite heute veröffentlicht. Dazu schreibt Friedrich Lindenberg vom Entwicklerteam Tactical Tools:

Das ganze ist – vor allem in der Darstellung – noch recht rudimentär und eher als ein Angebot zur Weiterentwicklung denn als ein fertiges Portal zu verstehen. Offenerhaushalt.de soll nicht nur eine Basis für weitere, komplexere Visualisierung und Analysen bieten, sondern auch eine Art Knotenpunkt für journalisitische und politische Arbeit rund um den Haushalt werden. So erhält durch die Seite zum ersten Mal jeder Haushaltsposten eine URL. Wir wollen zudem zu jedem Punkt gezielt eine Linksammlung, Pingbacks und in Zukunft auch eine Wikiseite zusammenstellen.

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13. – 17. September DEUQUA Tagung in Greifswald

Sonntag, der 12. September 2010, 13:20 Uhr von daburna

Unter dem Motto “Gletscher, Wasser, Mensch – Quartärer Landschaftswandel im peribaltischen Raum” findet vom 13. bis 17. September die 35. Zweijahresversammlung der Deutschen Quartärvereinigung DEUQUA e.V. und die 12. Jahrestagung der INQUA PeriBaltic Working Group in Greifswald statt. 180 GeowissenschaftlerInnen aus 17 Ländern werden dazu in der Hansestadt erwartet. Ausrichter ist das Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald unter Leitung der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Reinhard Lampe.

Windwatt östlich der Halbinsel Zingst mit den Inseln Werder und Bock

Windwatt östlich der Halbinsel Zingst mit den Inseln Werder und Bock. Foto: Reinhard Lampe

Die FachwissenschaftlerInnen befassen sich während der Tagung mit der Landschafts- und Küstenentwicklung im südlichen Ostseeraum von der Weichseleiszeit bis heute. Für Montag den 13. September steht um 19:30 Uhr im Pommerschen Landesmuseum Greifswald der öffentliche Vortrag “Nacheiszeitliche Entwicklung des südlichen Ostseeraumes: in 15.000 Jahren vom Eisstausee zum Brackwassermeer” von Prof. Jan Harff (Warnemünde) auf dem Programm.

Das Programm wird mit insgesamt sieben Tagesexkursionen abgerundet. Diese gehen zu den Küsten der Nationalparks Jasmund und Vorpommersche Boddenlandschaft, dem Geopark Mecklenburgische Eiszeitlandschaft sowie bedeutenden archäologische Fundplätzen im Binnenland und an der Küste. Nachfolgend ist der dazu erschienene Exkursionsführer eingebunden.

Foto: Reinhard Lampe, Universität Greifswald // keine CC Lizenz!

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Download: Talib Kweli vs Dub = Dub Kweli

Samstag, der 11. September 2010, 22:37 Uhr von daburna

Dub Kweli - CoverMax Tannone hat es wieder gemacht. Diesmal legt er Raps von Talib Kweli auf Reggae- und Dubgrooves. Ein Klasserapper trifft auf Dub. Das hat er schonmal mit Mos Def gemacht und das Remixalbum Mos Dub genannt. Nun betitelt er sein neues Werk Dub Kweli. 10 gelungene Songs, die hier angehört oder auch umsonst von Tannones Website runtergeladen werden können.

Was kommt als nächstes? KRS DUB, Dub Enemy, Dub Starr, Big Dub oder Jay-Dub?

P.S.: Lasst euch nicht vom “Buy”-Link verwirren. Der führt nicht auf eine Kaufseite, sondern zum kostenlosen Download des kompletten Albums.

via Testspiel

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