Ruhe, Burschenschafter!

Immer nur geht es um die Burschenschaften. Rugia, Markomannia und wie sie alle noch heissen mögen. Warfen Anfang Oktober noch Mitglieder der linken Szene die Fenster des Gebäude der Burschenschaft Markomannia am Karl-Marx-Platz ein, flogen vergangenen Sonnabend die Wurfgeschosse in die andere Richtung von rechts nach links auf das IkuWo.

Drei Mitglieder der Burschenschaft Rugia sollen die Taten begangen haben und sich auch noch mit Hitlergruß auf der Straße gezeigt haben. Die alarmierte Polizei nahm nach einer Verfolgungsjagd und kurzzeitigem Asylsuchen der Verdächtigen im Haus der Burschenschaft Markomannia deren Personalien auf. Dabei wurde auch ein Schlagring sichergestellt.

Beide Taten sind zu verurteilen. Die linke Szene hat sich keinen Gefallen getan, in dem sie statt auf Argumente auf Steine setzte. Und die Burschenschafter haben genauso ein krasses Eigentor geschossen geworfen.

Letzteres zeigt allerdings die Gesinnung der Burschenschaft Rugia und auch auf die der Markomannia lässt sich daraus schliessen. Die Argumente ihrer Gegner werden durch diese Tat nur bekräftigt. Dafür kann man den drei Jungs eigentlich danken.

Jetzt ist es aber genug. Den Vertretern dieser Verbindungen sollte kein weiterer Raum mehr für die Verbreitung ihrer rückständigen, deutschtümmelnden Gesinnung gegeben werden. Doch genau dies geschah in den letzten Wochen im Studierendenmagazin webmoritz zu häufig. Sei es in nicht allzu kritischen Artikeln zu dieser Minderheit oder Kommentarspam.

10 Kommentare


  1. Ich habe auch das Gefühl, dass die linke Szene manchmal alles noch schlimmer macht. Auf der anderen Seite, wenn man die rechten Idioten einfach ignoriert, überlässt man ihnen auch zu viel Raum. Aber sich mit Steine werfen und so auf deren Niveau zu begeben ist definitiv der falsche Weg.

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    1. Danke, ich hab den Wortfehler korrigiert. So ein Wort benutzt ich sonst nicht so oft, daher sei mir dieser Fehler bitte verziehen.

      Es gibt generell auch keine zusammenhängende linke Szene. Weder hier in Greifswald, noch in Deutschland. Vielleicht wäre das Wort Milieu treffender als Beschreibung.

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  2. Hitler war Vegetarier – also sind alle Vegetarier Nazis. Die Logik wird leider zu oft angewandt!

    Hitler besuchte mal die Stadt München – und weil die Münchner sich nicht alle 100000x distanziert haben fanden ALLE Münchner Hitler toll. Und jeder der schon mal in München war findet Hitler auch heute noch toll…

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    1. Klar sind nicht alle Verbindungsmitglieder rechts oder Neonazis. Mir fehlt aber von diesen nicht rechten Verbindungen oder Studierenden in Verbindungen eine Abgrenzung gegen die rechten Idioten. Wo ist denn der Aufschrei und die Distanzierung der anderen Verbindungen Greifswalds bei diesem Thema?

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      1. Und mir fehlt die Abgrenzung des Iukowo oder anderer „linker“ Einrichtungen von linksextremen Idioten. Da sollte man mit dem gleichen Maß messen, findest Du nicht?


  3. @Pavel: Dein Kommentar ist zwar eine sehr späte Antwort auf den Beitrag, aber durchaus berechtigt. Meines Wissens ist es nicht bewiesen, dass es Verbindungen zwischen Übergriffen von links und „linken“ Einrichtungen gab, während Verbindungen zwischen rechten Übergriffen und Burschenschaften klar zu erkennen waren.

    Ob sich „linke“ Einrichtungen generell von „Linksextremismus“ distanzieren sollten, überlass ich ihnen selber. Von linken Gewalttaten sollten sie es aber durchaus tun. Für Ersteres müsste jetzt ja auch der Linksextremismus definiert werden und das möchte ich hier ungern im Blog haben. Eine „Linksextremismus VS Rechtsextremismus“ Debatte kann bitte weiterhin im webmoritz geführt werden 😉

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    1. Stimmt, der Beitrag ist schon etwas älter 🙂
      Ob es eine Verbindungen zwischen rechten Übergriffen und Burschenschaften gibt wage ich zu bezweifeln, weil alle Studentenverbindungen Gewalt in politischen Auseinandersetzungen grundsätzlich verabscheuen (für sie ist sie gerade ein Kennzeichen der Linksextremen). Jedenfalls sind mir Übergriffe seitens der Verbindungsstudenten nicht bekannt, Vermutungen bringen hier auch nicht weiter.

      Wenn allerdings gefordert wird, dass sich alle Studentenverbindungen vom „Rechtsextremismus“ distanzieren (was sie im Übrigen auch ausdrücklich tun, hier ist Extremismus vom Radikalismus zu unterscheiden – letzterer ist noch von unserer FDGO und deer Meinungsfreiheit gedeckt), dann sollen es bitteschön ebenso pauschal ach die linken einrichtungen mit dem „Linksextremismus“ tun. Ich glaube aber kaum, dass man hier auf einen grünen Zweig käme.

      Den Begriff „Linksextremismus“ müssen wir auch nicht unbedingt selbst definieren, denn der Verfassungsschutz hat es bereits getan (Verfassungsschutzbericht 2009, S. 126).

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      1. In dem oben beschriebenen Beispiel handelt es sich um Angriffe von Burschis auf das IKuWo. Eine weitere Verklärung der Vorfälle bzw. von rechtsextremen Burschenschaften, die auch gerne mal Holocaustleugner in ihren eigenen Reihen haben oder zu Vorträgen einladen, werde ich hier nicht dulden und auch nicht argumentativ drauf eingehen.


  4. Geschenkt.

    „Ob sich “linke” Einrichtungen generell von “Linksextremismus” distanzieren sollten, überlass ich ihnen selber.“ – Getreu diesem Motto solltest Du es den Studentenverbindungen ebenfalls überlassen, ob sie sich generell von irgendwas distanzieren 😉

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