Wohnraumproblematik verschärft sich

Dienstag, der 25. August 2009, 12:11 Uhr von daburna

Die Wohnraumproblematik in Greifswald verschärft sich wieder zum anstehenden Semesterbeginn im Oktober. Mit bis zu 2.500 neuen Studierenden wird im Wintersemester 2009/2010 gerechnet. Schlecht, dass die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH Greifswald (WVG) und die Wohnungsbau-Genossenschaft Greifswald (WGG) laut heutiger OZ jeweils lediglich 20 bis 30 freie Wohnungen haben.

Fast schon paradox ist da das Geschäftsgebahren der WVG, die in Zukunft nicht mehr in Wohnraum für Studierende investieren will, sondern ihr Geschäft auf Seniorenresidenzen ausrichten will. Nicht, dass Senioren keine Wohnungen brauchen, aber Greifswald ist eine Studierendenstadt mit dem höchsten Anteil junger Haushalte in ganz Deutschland. Es ist also vollkommen irrational und geht gegen den Markt nur auf Senioren zu setzen.

Dass in Greifswald mit Wohnraum für Studierende Geld zu verdienen ist, nutzen seit einiger Zeit nur noch privatwirtschaftliche Investoren aus. Diese bieten dann aber meistens wie im Wohnheim Youniq Luxus-Wohnungen an. Nur wenige Studierende können sich die hohen Mieten dafür leisten. Dabei ist es Aufgabe der Stadt für ausreichend Wohnraum zu sorgen.

Da wundert es nicht, wenn es in der Studierendenschaft gährt. Schon wird in Kommentaren überlegt, ein Notlager mit Zelten auf dem Rubenowplatz zu errichten oder gleich leerstehende Häuser zu besetzen. Vielleicht kann mit diesen drastischen öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen ein Umdenken bei der Stadt erreicht werden. Wer diese drastische Maßnahmen möchte, sollte sich schon mal mit dem “Rauch Haus Song” von Ton Steine Scherben warm machen.

Um den Ertsemestern zu helfen, sucht der AStA nun wieder Studierende, die den Erstsemestern für kurze Zeit einen Übernachtungsplatz anbieten.

Verwandte Artikel:

Diesen Artikel empfehlen:

Geschrieben in: Greifswald, Uni | Schlagwörter: , , ,
1 Trackbacks | 7 Kommentare » | Views: 202 | Print This Post Print This Post

Über den Autor:
daburna
Schreibt hier seit August 2005 den Blog. Geographiestudent mit Lebensmittelpunkt in der Hansestadt Greifswald.
Weitere Artikel des Autors lesen.
Anzeige

1 Trackbacks/Pingbacks

  1. daburnas Logbuch » Blog Archive » Über 13.000 Studierende in HGW?

7 Antworten

  1. Sebastian J. sagt:

    es müsste aber auch jemand machen…

    ich befürchte der AStA wird wieder mal über eine Pressemitteilung nicht hinausgehen :(

    • daburna sagt:

      Zu wirklich radikalen Maßnahmen wird wohl keiner greifen. Aber wer weiß, ich würde es jedenfalls nicht öffentlich in Kommentaren diskutieren, wann und wo was gestartet wird, da so ja vorgewarnt wird und sich die entsprechenden Stellen vorbereiten können. Allerdings muss man trotzdem genug Leute mobilisieren.

  2. Dirk sagt:

    “Um den Erstsemestern zu helfen, sucht der AStA nun wieder Studierende, die den Erstsemestern für kurze Zeit einen Übernachtungsplatz anbieten.”

    Rechnet denn der AStA damit, dass die Erstsemester nicht so lange durchhalten, dass sie längerfristig Wohnraum benötigen? Einige Dozenten bei den Einführungsveranstaltungen für die Erstis lassen sowas ja unterstellen, sagen sie doch mit dem Blick auf den übervollen Hörsaal, dass sich das bis Weihnachten mit dem Gedränge erledigt hat und dann nur noch die Hälfte von ihnen da ist.
    Sehr aufbauend und motivieren. ;-)

    • daburna sagt:

      Ne, das soll ja nur dazu dienen, in HGW eine Bleibe zu haben, während die Erstis nach einer richtigen Wohnung suchen. Z.B. als Münchner ist es sowas vorteilhaft, da man schon eine lange Anfahrt hat und so mehrere Tage bleiben kann, um eine Wohnung zu suchen.

      Das mit den Sprüchen der Dozenten ist aber auch auf mangelndes Interesse einiger Studierenden zurückzuführen. Was aber auch an der teilweise langweiligen Vortragsweise einiger Dozenten liegen mag. Wozu hingehen, wenn man eh einschläft? Nach der Maxime handel ich auch. Da bringt es mir mehr, das Skript und Fachliteratur zu lesen.

      • Dirk sagt:

        Kenne ich. Der Vorlesende legt nur Folien auf, die er erläutert und auf Tippfehler hinweist, die wir dann in unseren Folienkopien korrigieren. Und dann war für den Vorlesungsstil Esprit noch ein Fremdwort. Die Vorlesung war dann auch noch 2×1,5h am Freitagmorgen, Donnerstag war aber Clubabend im Studentenklub. ;-) Nichtanwesenheit fiel aber auf, da nur 4 Leute (einer war ich) diese Vorlesung hörten.

      • daburna sagt:

        Die Freitagsvorlesungen hab ich seit fünf Semestern zum Glück nicht mehr. Was ab Oktober kommt, hab ich aber noch nicht geplant.

      • Dirk sagt:

        Da war ich besser dran, ich brauchte nichts planen. ;-) Damals gab es noch “Stundenpläne” an der EMAU.

Einen Kommentar abgeben

Bitte beachten Sie: Die Kommentare werden moderiert. Dies kann Ihren Kommentar verzögern. Es besteht aber kein Grund, ihn nochmal abzuschicken.