Regionale Disparitäten: Armutsverteilung 2007

Montag, der 18. Mai 2009, 22:40 Uhr von daburna

Armutsquote Deutschland nach Bundesländern (Stand 2007). Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband

Armutsquote Deutschland nach Bundesländern (Stand 2007). Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband

Der Paritätische Wohlfahrtsverband (einigen Männern als Träger vieler Zivildiensteinrichtungen bekannt) veröffentlichte heute eine den „Ersten Armutsatlas für Regionen in Deutschland“, der auf den Daten des Mikrozensus 2007 des Statistischen Bundesamtes beruhen.

Doch wie definiert sich überhaupt arm? Per Definition des Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung gilt als armutsgefähredet, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Medianeinkommen) verfügt. Für eine alleinlebende Person ohne Kind betrug die Armutsgrenze 764 Euro (Stand 2007). Studierende mit vollem BAföG-Satz (643 Euro) und ohne Zusatzverdienst leben somit unter dieser Grenze, sowie viele weitere Menschen auch.

Die durchschnittliche Armutsquote in Deutschland betrug 14, 3 Prozent. Regional variiert diese Quote allerdings beträchtlich. Gelten in Baden-Würtemberg nur 10 Prozent der Bevölkerung als arm, sind es in Mecklenburg-Vorpommern 24,3 Prozent und damit jeder fünfte Mensch. Die neuen Bundesländer liegen alle deutlich über dem Bundesdurchschnitt, doch auch die alten Bundesländer sind nicht einheitlich. Dort gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. Und auch in den einzelnen Bundesländern gibt es reichere oder ärmere Regionen. Dies wird in der kleinteiligeren Auflösung deutlich.

Armutsquote in Mecklenburg-Vorpommern (Stand 2007)

Armutsquote in Mecklenburg-Vorpommern nach Raumordnungsregionen (Stand 2007). Quelle: Paritätischer Wohlfahrtsverband

Die weitere regionale Differenzierung erfolgt nicht auf Kreisebene, sondern nach Raumordnungsregionen. In dieser Kategorisierung ist Greifswald mit der Stadt Stralsund und den Kreisen Nordvorpommern, Ostvorpommern, Rügen, Uecker-Randow in der Raumordnungsregion Vorpommern zusammengefasst. Eine weitergehende Unterscheidung nach Kreisen würde vielleicht bessere Werte für Greifswald und schlechtere für Uecker-Randow offenbaren.

Vorpommern hat wieder die rote Laterne. 27 Prozent – so hoch ist in dieser Raumordnungsregion die Armutsquote. Drei der vier Raumordnungsregionen in Mecklenburg-Vorpommern weisen die bundesweit höchsten Armutsquoten auf. Mecklenburg-Vorpommern ist mal wieder Schlußlicht.

Aufmerksame LeserInnen haben sicher schon bemerkt, wie die regionale Verteilung der Armutsquoten mit anderen hier schon veröffentlichten Studien korreliert. Der Kartenvergleich Deutschlands nach Kaufkraft, Bevölkerungsentwicklung (Vorsicht! Alles nur eine Schätzungen; wer hätte Pillenknick oder Deutsche Einheit vorhersehen können?), oder Verteilung der Geringverdiener zeichnet doch ein deutliches Bild der regionalen Disparitäten und eines armen deutschen Ostens.

Laut Raumordnungsgesetz (ROG) §1 sollen in Deutschland gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Teilräumen hergestellt werden. Das ist eines der wichtigsten Ziele für Raumordner und Landesplaner. Das hier gezeigte Bild ist leider ein anderes, das Ziel scheint unendlich fern. Gleichwertig heißt nicht gleich, aber die Unterschiede sind so groß, dass sich wirklich die Frage stellt, wie zerissen das Land in Bezug auf Wohlstand ist.

Die aktuelle Weltwirtschaftskrise mit einem einbrechenden Bruttosozialprodukt, sowie steigenden Arbeitslosenzahlen läßt harte Auswirkungen auf die Armutsgefährdung vermuten.

Unter diesen Gesichtspunkten würde die Weiterverfolgung des keynesianischen Ansatzes durchaus Sinn machen. Hier besteht ein enormes brachliegendes Konsumpotential, das die Binnennachfrage erhöhen kann und die Abhängigkeit vom Export verrringern kann. Denn die armen Schichten sparen, um sich das zum Überleben Notwendige zu kaufen. Haben sie mehr Geld, befriedigen sie die nächsten Konsumwünsche, bevor sie ihr Geld dann irgendwann anlegen und sparen. Besser als Spitzenverdiener zu entlasten oder die Abwrackprämie aufzustocken.

Den Atlas der Armut gibt es ganz interaktiv im Internet unter www.armutsatlas.de.

Mehr dazu auch bei Telepolis und SPIEGEL online.

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Solarstrom ab 2012 billiger als Normalstrom

Montag, der 18. Mai 2009, 17:42 Uhr von daburna

Nun prognostiziert die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), dass Solarstrom ab 2012 sogar billiger sein kann als herkömmlicher Strom. Die Netzparität steht also kurz bevor. Fallende Modulpreise und “Billigsolarzellen” liessen schon im März erahnen, dass die Produktionskosten für den Strom aus der Sonne immer weiter sinken. Der Anteil der erneuerbaren Energien von 14,8 Prozent im letzten Jahr wird also weiter steigen. Technische und politische Lösungen für die Speicherung nicht-genutzten Stroms müssen nun forciert werden.

Interessant ist auch der folgende Satz im taz-Artikel:

Und im Jahr 2020 wird es sogar billiger sein, CO2 durch Fotovoltaik zu vermeiden als durch Abtrennung des Abgases in Kohlekraftwerken, genannt Carbon Capture and Storage (CCS).

Also lieber auf Solarstrom und weitere Maßnahmen setzen, als ein eher fragwürdiges Verfahren einführen und Kohlekraftwerke bauen!

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Schabernack am Wahlstand

Sonntag, der 17. Mai 2009, 10:30 Uhr von daburna

Da hat doch jemand mit Schalk im Nacken beim gestrigen Stadtteilfest in Schönwalde II / Greifswald Wahlkampfstände einiger Parteien mit Aufklebern der Konkurrenz verziert. Gesehen und abfotografiert.

FDP-Plakat

CDU-Plakat

Infostand von Die Linke

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Bagdadcity feiert 25 Jahre Autonomes

Samstag, der 16. Mai 2009, 09:57 Uhr von daburna

25 Jahre Atonomes Jugendhaus Bargteheide

Vor einigen Jahren schien das Ende für eine der wichtigsten Einrichtungen für die Jugend in Bargteheide greifbar nah. Der ehemalige Standort des Autonomen Jugendhauses sollte abgerissen werden und einer Wohnsiedlung Platz machen. Nach vielen Protesten stellte die Stadt dann Ex-Asylbewerber-Container zur Verfügung und das Autonome überlebte an einer anderen Stelle.

Daher kann dieses Jahr 25 Jahre Autonomes in Bagdadcity gefeiert werden. Viele Bekannte, Freunde und auch Lehrer von mir haben beim Aufbau und Betrieb des Autonomen mitgeholfen. Die politische Ausrichtung ist nicht jedermanns Sache, aber es war der einzige Ort in Bagdad, wo die Partys gut waren und nicht etwa im Cuzco. Großartige HipHop- oder Reggea-Partys, lustige Erlebnisse…

Also vom 22. bis 24. Mai wird gefeiert. Mit dabei Congomoto, Babalooba Ska Ensemble, Feine Sahne Fischfilet, Pantau, Steppin Warrior, Plattenleger Tomm und viele mehr. 1 Tag = 3 €. 2 Tage = 5 €. Hingehen und Party feiern in Bagdadcity!

via: Heikoheftich

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Europawahl: Wer nicht wählt, wählt rechts

Freitag, der 15. Mai 2009, 17:03 Uhr von daburna

Am 07. Juni 2009 ist Europawahl. Trotz parteipolitischer Bindung versuch ich hier keine Parteiwerbung zu machen, auch wenn mir die “Finanzhaie-” und “Heiße Luft”-Kampagne der SPD gefällt. Der folgende Spot ist allerdings keiner Partei zuzuordnen, ruft aber zum Wählen auf.

Genauso wichtig, ist die Kommunalwahl in Mecklenburg-Vorpommern. Keine Stimme der NPD! Wir wollen keine rechtsextremen Bürgermeister!

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