Regionale Disparitäten der Wohlstandsverteilung

GfK Bevölkerungsstrukturdaten 2008 Verteilung der Geringverdiener
GfK Bevölkerungsstrukturdaten 2008 Verteilung der Geringverdiener

Es mag kaum jemand wundern, was die GfK Geomarketing in ihrer Studie „GfK Bevölkerungsstrukturdaten 2008“ rausgefunden hat. Ost und West bleiben in der Wohlstandsverteilung weiterhin getrennt. Die GfK Geomarketing ist eine Tochter der Gesellschaft für Konsumforschung AG. Sie arbeitet im Bereich Geomarketing und erstellt zum Beispiel Reports für die Wirtschaft. Mit Hilfe mikrogeographischer Daten für Deutschland oder anderer Länder lassen sich so für Unternehmen Absatzmärkte untersuchen und Entscheidungen zur Erschliessung treffen.

Vor wenigen Tagen hat die GfK Geomarketing ihre aktuelle Studie zu den Bevölkerungsstrukturdaten 2008 veröffentlicht. Dazu wurden soziodemographische Daten auf regionalen Ebenen aufbereitet. In die Studie gingen Daten zur Bevölkerung und Haushalte in Deutschland hinsichtlich ihrer Haushaltsstruktur (Single- und Mehrpersonenhaushalte mit und ohne Kinder sowie Ausländerhaushalte), der Altersstruktur (Alter des Haushaltsvorstands) sowie der Einkommensstruktur ein. Woher diese Daten stammen läßt sich nicht erkennen. Stammen sie aus eigene Erhebungen, dem Statistisches Jahrbuch oder regionalen Quellen?

GfK Bevölkerungsstrurkturdaten 2008 Verteilung der Topverdiener
GfK Bevölkerungsstrurkturdaten 2008 Verteilung der Topverdiener

Kommen wir zu den Ergebnissen. Deutschland ist in vielen untersuchten Aspekten immer noch in Ost und West geteilt. Außerdem bestehen Unterschiede zwischen den Agglomerationsräumen der Städte und dem ländlichen Raum. Besonders deutlich wird dies bei den Einkommensunterschieden. Wer gut verdient und ein monatliches Nettoeinkommen über 7.500 Euro hat, wohnt im Westen im „Speckgürtel“ einer Großstadt. Geringverdiener mit einem monatlichen Nettoeinkommen von unter 1.100 Euro dagegen wohnen vor allem im Osten oder in Grenzregionen.

Gerade in den Regionen mit hohem Anteil an Geringverdienern liegt dann auch der Anteil der Topverdiener meistens unter 0,5 Prozent. Von der Einkommensverteilung ist Deutschland also 18 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch in den alten Grenzen von BRD-West und DDR zweigeteilt

Interessantes Ergebnis für Vorpommern: Greifswald ist die Stadt mit dem bundesweit höchsten Anteil an jungen Haushalten. 25,1 Prozent der Haushaltsvorstände sind jünger als 30 Jahre. Das Anwachsen der Studierendenzahl an der Universität auf über 12.000 ist hierfür der Hauptgrund. Eine Chance für die Entwicklung dieser Stadt, eine Chance die aber auch sofort genutzt werden muß.

Die hier gezeigten Karten gibt es bei der GfK als Pressedownload.

3 Kommentare


  1. Pfui! GeoMARKETING und dann diese Farben. Gut das es wie immer ist: es ist nur eine Modewelle…

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    1. Tja, die Kartenfarben in dem Artikel auf Welt.de erinnern da eher an das uns bekannte ArcGIS und die Standardfarben. 😉 Ansonsten ist das der klare Trend. Also Geomarketing. Schön alles segmentieren, am besten noch Geoscroring machen und dann den Markt abgrasen. Potentielles Arbeitsfeld für viele von uns.

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