Kritik zum neuen James Bond

An viele Sachen im Leben werden Erwartungen gestellt. Häufig werden diese Ewartungen erfüllt, übertroffen oder aber auch manchmal leider nicht erfüllt. Bei Filmen ist es ziemlich häufig so, daß die Erwartungen nicht erfüllt werden können. Dies ist meistens dann der Fall, wenn ein grandioses Buch verfilmt wurde oder aber (in meinem Fall) ein neuer Film aus einer bekannten Filmreihe in die Kinos kommt. Gerade an diese Filme stellt man die höchsten Erwartungen, die ehrlich gesagt, sehr schwer zu erfüllen sind.

Es geht Casino Royale, den neuen 007 James Bond Film. Bevor ich allerdings anfange zu meckern, wollte ich klarstellen, daß der Film mir trotz einiger gleich erklärten Punkte doch ganz gut gefallen hat. Allerdings war er anders, als bisherige Bond-Filme. Es fängt mit Kleinigkeiten an, wie daß im Vorspann (zur gelungenen Titelmusik) keine weiblichen nackten Körper Frauen zu sehen sind. Ok, sowas ist nicht sonderlich schlimm, aber ein Detail, daß mir aus bisherigen Produktionen doch sehr an das Herz gewachsen ist.

Dann ist der neue Bond (nein nichts gegen Daniel Craig) viel brutaler als gewöhnlich. Ausserdem macht er sich blutig, ja sogar sehr blutig in seinen Kämpfen. Die einzige Stelle, an die ich mich erinnern kann, wo James bisher geblutet hat, war in einem Film, wo er gefesselt an einem Seil hing und ihm Blofeld den Arm angeritzt hat, damit die Haie schon mal das Blut testen können. Hier aber ist Bond so blutig wie sonst Bruce Willis in Stirb Langsam. Sein weißes Hemd ist blutgetränkt. Nicht Gentleman-Like. Und garnicht Gentleman-Like ist sein Verhalten seiner Kollegin, in die er sich unnötigerweise verliebt, gegenüber.

Diese Liebesstory ist dann auch für mich der größte Fehler, der gemacht wurde. Nur, damit vielleicht ein paar mehr Frauen den Film gucken? Daß ein monogamer Bond nicht ankommt, sollte den Machern doch seit George Lanzenby als Bond in Im Geheimdienst Ihrer Majestät geheiratet hat. Vielleicht versucht diese Romanze auch über die an sich schwache Story hinweg zu täuschen.

Daß ich nach dem Film einen Drang zum Kauf von Sony Produkten verspürte, mag sicher am aggressiven Productplacement gelegen haben. Ständig waren Sony-Ericsson Handys oder Vaio Notebooks im Bild zu sehen. Muss das sein? Und die Überlänge hätte man auch weg bekommen, wenn man die unnötig langen Pokerszenen gestrichen hätte. Mindestens 15 Minuten „Check, check…all In…“ Gerede wäre mir erspart geblieben.

So, jetzt hört sich das so an, als ob ich den Film total schlecht fand, es ist aber nicht so. Die Actionszenen waren spannend (z.B. die Verfolgungsjagd auf dem Kran), das Bondgirl heiß und der Bösewicht wirklich böse. Allerdings soltle beim nächstenmal vielleicht doch wieder einiges in alten traditionellen Bahnen verlaufen.

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