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Till mag Wurst

Dienstag, der 16. April 2013, 18:16 Uhr von daburna
Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus im Interview mit GTV.

Betriebsbesichtigung bei Greifen-Fleisch: Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus im Interview mit GTV.

Zum Glück gibt es hier keine Schlachtung, sonst wäre ich auf dem besten Weg Vegetarier zu werden! In der Luft schwebt ein kräftiger, würziger Geruch nach Fleisch, dazu kommt der Lärm der Maschinen, der eine Verständigung teilweise unmöglich macht. Lokaltermin beim Greifswalder Wurstproduzenten Greifen-Fleisch. Das ist keine große Story, das ist fast schon Bratwurstjournalismus. Wurstgeschichten gehen kaum durch den Kopf, sondern sprechen den Magen an. Dabei geht es um 30.000 Euro. Dieser Artikel ist die Story hinter dem Zeitungsartikel.

Ätschibätsch, Rügenwalder!

Mit den 30.000 Euro fördert das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern den angestrebten Herkunftsschutz von drei Pommerschen Wurstsorten: Pommersche Leber-, Schlack- und Blutwurst. Von dem Herkunftsschutz der geschützten geographischen Angabe versprechen sich die Hersteller Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Das Label würde den Namen schützen, Produzent aus anderen Regionen dürften dann ihre Würste nicht mehr so nennen. Das wird dann voraussichtlich auch die Firma Rügenwalder treffen.

Ich stehe in einer Gruppe Menschen in plumpen weißen Schutzanzügen, die sonst nur beim Malen und Streichen oder als Verkleidung zum Einsatz kommen. Alles ist eingepackt, auch die Schuhe stecken in Überziehern. Die Schutzanzüge schützen die Produktion und uns, denn sie sind garantiert „wurstabweisend“ scherzen die Kollegen vom Lokalsender GTV. Im Schneckentempo folgt die Gruppe zwei Männern an der Spitze, die hier und da mal eine Wurst hochhalten, mit den Mitarbeitern sprechen und dabei ständig fotografiert und gefilmt werden.

Der knuffige Till

Zur Übergabe des Förderbescheids über 30.000 Euro für die Unterstützung des angestrebten Herkunftsschutzes ist Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus (SPD) nach Greifswald gereist. Ihm liegt dieser Termin sichtlich. Es ist eine Erfolgsgeschichte und keine weitere Negativmeldung aus Mecklenburg-Vorpommern. Die Mitglieder der “Schutzgemeinschaft Pommersche Fleisch- und Wurstwaren” wollen ihre Produktion durch den Schutz stärken und wirtschaftlich profitieren. Die Chancen stehen gut. Bei den Thüringer Bratwürsten hat es ja auch funktioniert. Und so scherzt der Minister ausgelassen, redet vertraut mit dem  Geschäftsführer von Greifen-Fleisch, beißt genüsslich vor den Reportern von einer Wurst ab und bietet ihnen weitere Würste zum Probieren an. Bodenständig und irgendwie knuffig.

Meinen Schutzanzug hat mir Till – ja ich möchte ihn fast “Tilli” nennen – in die Hand gedrückt. Negative Eigenschaften, die Politikern auf Grund ihrer Macht zugeschrieben werden, sind bei dem anderthalbstündigen Termin nicht zu erkennen. Bereitwillig erzählt er dem Kollegen von der OZ, dass er Leberwurst auf Frühstückbrötchen am liebsten mag. Nur als er einem Vegetarier eine Wurst reicht, erscheinen seine Fragen etwas merkwürdig. Backhaus fragt den Vegetarier interessiert nach dem Grund des Vegetarismus und klingt dabei so, als sei er ein besorgter Großvater, der sich nach einer Erkrankung seines Enkels erkundigt.

Keine Topstory aber dennoch wichtig

Das ist keine Story, um die man sich reißt, außer man freut sich auf die Pressebrötchen. Nichts zum Profilieren oder Dreck ausgraben. Doch die Geschichte wird geschrieben – und das ist auch gut so, möchte man im Wowereitschen Stil hinzufügen. Warum eigentlich?

Lokalgeschichten müssen erzählt werden. In Zeiten schrumpfender Redaktionen, Monopolstrukturen der Lokalzeitungen und großer Nachrichtenflut ist es manchmal die Geschichte der örtlichen Wurst, die den Lesern schmeckt beziehungsweise gelesen wird. Sicherlich ist nicht jedes Ereignis erzählenswert und sicher regt sich so mancher darüber auf, dass ich so einen “Quatsch” überhaupt mitmache.

Dabei kann für einen Journalisten noch etwas wesentlich Wichtigeres hinter solchen Themen stecken. Bei so einem Termin herrscht normalerweise eine nette Atmosphäre und man kommt in Kontakt mit Kollegen, Politik und Wirtschaft. Kontakte, die irgendwann immer wichtig werden können. Alleine die Plauderei nebenbei kann Startpunkte für spannendere Geschichten liefern, wie über die Einkaufstaktiken des Handels. Doch dafür muss man wachsam und nicht der 0815-Bratwurstjournalist sein.

Am Ende erscheint ein Foto und ein Zehnzeiler in der Zeitung. Zwei Gestalten in weißen Schutzanzügen essen Wurst. Viel mehr war aus dem Termin nicht rauszuholen. Till mag Wurst – so einfach ist das.

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Befragung: Dieser Blog soll schöner und besser werden

Donnerstag, der 11. April 2013, 09:58 Uhr von daburna

FragezeichenDer alles bestimmende Zustand des Diplomarbeitsdauerstress ist einem gespannten Warten auf die Benotung und der Ungewissheit des “Was kommt danach?” gewichen. Dieser Blog wurde wie so vieles in den letzten Monaten bewusst vernachlässigt. Damit soll Schluss sein.

So eine Pause bietet aber auch die Chance, sich zu besinnen und über die Ziele nachzudenken, gerade unter dem Aspekt der ungewissen Zukunft. Doch wenn nur ich mir Gedanken mache, vergesse ich dabei den wichtigsten Faktor, der diesen Blog erst erfolgreich machen kann. Ich rede von euch, meinen Leserinnen und Lesern.

Um eure Wünsche und Anregungen bei meinen Gedanken aufzunehmen, habe ich eine kleine Befragung mit sieben Fragen zusammengestellt. Die Beantwortung erfolgt anonym, allerdings werden die Daten bei Google gespeichert. Eine andere einfache Möglichkeit der Fragebogenerstellung habe ich leider nicht gefunden. Nach der Auswertung werden die Daten aber von mir gelöscht.

Update 23.04.2013, 10:24 Uhr: Die Befragung ist geschlossen. Vielen Dank allen Teilnehmenden!

Foto: Stefan Baudy | CC-Lizenz BY 2.0

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Blumentopf – Nieder mit der GbR Live DVD (Review)

Montag, der 18. März 2013, 14:17 Uhr von daburna

Blumentopf - Nieder mit der GbR Live DVD

Wenn Blumentopf draufsteht, ist auch Blumentopf drin – zumindest wenn von der HipHop-Band aus München geredet wird. Seit 1997 brachten sie sieben Alben raus, von denen das aktuelle “Nieder mit der GbR” durchweg überzeugt. Und nun das. Eine Live DVD. Die zweite genaugenommen. Die DVD “Gern gesehen” brachten sie 2004 also vor neun Jahren raus. Am 22. März erscheint nun die “Nieder mit der GbR-Live” DVD. Ich hatte das Privileg eine Promoversion vorab ansehen zu dürfen.

Es ist der fast komplette Livemitschnitt eines Konzerts in der Muffathalle in München. 25 Songs darunter ein Best of der letzten Jahre und viel vom neuen Album. Auch mit dabei sind die Sportfreunde Stiller und Günther Sigl von der Spider Murphy Gang. Zusätzlich gibt es als Bonus drei Musikvideos, ein Making of und einen Blick hinter die Kulissen, bei dem allerdings die ersten Minuten zäh sind, denn der Humor von Cajus kommt etwas schwerfällig rüber.

Wer auf einem Blumentopf-Konzert der aktuellen Tour war, wird sich beim Ansehen wieder in den Konzertsaal zurückversetzt fühlen. Im Gegensatz zur “Gern gesehen” DVD ist die Bildqualität wesentlich besser, auch dass nur ein Konzert aufgenommen wurde, tut der DVD spürbar gut. Auf einem 90er Jahre Fernseher ohne Dolby kommt der Sound allerdings minderwertig, was nicht der DVD anzulasten ist. Der einzige Nachteil sind die vollkommen fehlenden Freestyles, für die Blumentopf bekannt sind und von denen sie beispielsweise in Hamburg reichlich brachten.

Eine Kostprobe der DVD gibt dieses Werbevideo. Zusammen mit CD wird die DVD ab 22.03.2013 für ca. 17 Euro beim Händler eurer Wahl verfügbar sein.

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Einbruch im Elisen Park Greifswald

Mittwoch, der 6. März 2013, 10:36 Uhr von daburna
Einbruch im Elisenpark Greifswald

Ein Loch in der Glasfassade nach Einbruch im Elisenpark Greifswald.

Es klingt spielfilmreif wie der Diamantenraub am Flughafen Brüssel vor knapp zwei Wochen. Mit einem Pkw sind heute Nacht Unbekannte durch die Glasfassade des Einkaufszentrum Elisen Park in Greifswald gefahren und haben versucht, einen Geldautomaten zu erbeuten. Das misslang allerdings und so blieb ihnen nur die Flucht. Nach den Tätern wird jetzt gefahndet. Endlich mal was los!

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Gleis Ladebow: Eigenbetrieb könnte 50.000 Euro pro Jahr kosten

Montag, der 4. März 2013, 14:37 Uhr von daburna
Abriss der Eisenbahnbrücke über den Ryck

Die Eisenbahnbrücke über den Ryck wird abgerissen, um einem Neubau zu weichen.

Good news von der Ryckbrücke. Die Frage nach möglichen Altlasten kann verneint werden. “Vor dem Abriss der Brücke wurden mögliche mit Altlasten belasteten Brückenelemente entfernt, so dass von den zertrümmerten Brückenresten im Ryck keine Gefahr für die Umwelt ausgeht“, versicherte Peter Lubs, verantwortlich für Häfen und Brücken in Greifswald, bei einem Pressegespräch heute vor Ort. Der Schutt soll außerdem vollständig aus dem Ryck geborgen werden.

Ganze 752.000 Euro soll die Sanierung des Gleises nach Ladebow kosten, davon werden 607.500 Euro vom Land gefördert. Doch aktuell gibt es keinen Betreiber. Der letzte Interessent ist wegen fehlender Wirtschaftlichkeit abgesprungen. Die Stadt überlegt nun, das Gleis in Eigenregie zu betreiben, sollte sich auf eine neue Ausschreibung kein Interessent finden. Doch das könnte nochmal teuer werden. „Bei 100 Zügen im Jahr könnte ein Zuschuss der Stadt von geschätzten 50.000 Euro fällig werden“, sagte Bausenator Jörg Hochheim (CDU).

Die Stadt Greifswald bekommt eine schicke neue Eisenbahnbrücke, eine sanierte Bahntrasse und möglicherweise ein kommunales Eisenbahnunternehmen, dass über mehrere Jahre Verluste einfahren wird. Da hätte die Strecke auch weiterhin von Geisterzügen befahren werden können. Im Moment sieht es nicht so aus, als ob es den Aufwand wert wäre.

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