Gründe bei Bloggervereinigung mitzumachen?

Der Datenschutzskandal der Deutschen Bahn schlägt in diesen Tagen hohe Wellen in Politik, Funk, Fernsehen und Internet. Im letzteren vor allem wegen der Abmahnung gegen Netzpolitik.org wegen der Veröffentlichung eines internen Memos. Das Echo in der Blogosphäre war enorm und sorgte für eine Solidaritätswelle an deren Spitze auch die Massenmedien aufsprangen und die Geschichte sogar als Titelstory brachten. Heut, drei Tage nach der Abmahnung, gibt die Bahn auf und verzichtet auf weitere rechtliche Schritte.

Die Abmahnung der Bahn stieß gleichzeitig die Diskussion an, ob es nicht sinnvoll wäre, einen Verein oder eine Interessensgemeinschaft für Blogger beziehungsweise für Veröffentlichungen in neuen Medien zu gründen. Auch wird eine Ausweitung der Pressefreiheit im Grundgesetz auf das Internet diskutiert.

Mal abgesehen von dem ganzen ideellen Kram, interessiert mich als kleiner Blogger doch vor allem der Mehrwert, den ich als Mitglied eines solchen Verbandes (oder welche Rechtsform das auch immer sein könnte) erhalten würde. Der Mehrwert muß aus einem Grund- und einem Zusatznutzen bestehen. Als Grundnutzen würde ich jetzt Interessensvertretung, Lobbyarbeit und ein Mitgliederinformationsorgan (mit Infos zu Hosting, Werbung, CMS, Rechtlichem, Blog Vorstellung, Programmierunge, etc.) sehen.

Doch der Grundnutzen ist meistens nicht der Grund, warum Mitglieder dazustossen. Bestes Beispiel ist der ADAC. Wieso sind die meisten Autofahrer dort Mitglied? Wegen der Lobbyarbeit? Nein, wegen dem Zusatznutzen. Und das ist beim ADAC eindeutig der Pannenservice. Ein Service, den jeder Autofahrer irgendwann in Anspruch nimmt und froh ist, durch die ADAC-Mitgliedschaft diesen umsonst zu bekommen.

Genauso einen Zusatznutzen muß die Mitgliedschaft in einer Interessensvertretung für Blogger haben. Aber was wäre der Pannenservice für die Blogger? Es muß Vorteile bringen und wenn man es anders zu bekommen versucht, schwieriger oder teurer sein. Im Netz geistert dazu schon die Idee einer Rechtsschutzversicherung herum. Das wäre ein Argument, das bei vielen ziehen würde. Was wäre aber mit einem Presseausweis in der Premiummitgliedschaft? Einen Presseausweis braucht nicht jeder Alltagsblogger, aber es gibt sicher einige, die damit etwas anfangen könnten.

Die Diskussionen zu diesem Thema stehen ganz am Anfang und ich bin gespannt, was dabei rauskommt. Eines ist allerdings sicher, ohne adäquaten Zusatznutzen sehe ich nicht, daß ein möglicher Bloggerverband eine nennenswerte Mitgliederzahl erreicht.

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