Donnerstag, der 9. Juni 2011, 14:03 Uhr von daburna
Streikmitteilung in der OZ vom 07. Juni 2011.
Die Ausgabe der Ostsee Zeitung vom Dienstag, den 07. Juni 2011, war inhaltlich deutlich durch einen Streik am Montag reduziert. Die Gründe des Streiks verschweigt die Redaktion ihren Leserinnen und Lesern. Wieso auch sollte den eigenen aufmuckenden Beschäftigten öffentlichen Platz für ihren Arbeitskampf eingeräumt werden.
Bei dem dritten Streik der Gewerkschaft ver.di und des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV)innerhalb weniger Wochen ging es nicht um höhere Gehälter oder weniger Arbeitsstunden. Die Gewerkschaften wehren sich gegen einschneidende Maßnahmen der Verleger. Um bis zu 20 Prozent sollen die Gehälter der Journalisten bei Tageszeitungen gekürzt werden. Außerdem soll der Manteltarifvertrag der Mitarbeitetenden in Verlag und Technik gekündigt werden.
In einem Flugblatt vermitteln die Gewerkschaften die Gründe für ihren Streik. Bei Tarifverhandlungen in den vergangenen Jahren hätten die Gewerkschaften flexibel reagiert. “Arbeitszeitverkürzungen ohne Lohnausgleich und andere Maßnahmen wurden vereinbart, um Kündigungen zu verhindern und Stellen zu sichern.” Diese Flexibilität soll nun mit Kürzungen gedankt werden.
Die Verleger führen sinkende Auflagen und einbrechende Erlöse mit Werbekunden als Argumente für diese Sparmaßnahmen an. Sie versuchen ihre Gewinne mit Hilfe von Einsparungen bei den Lohnkosten zu halten oder zu vergrößern. Das sie so den falschen Weg gehen, um qualitativ hochwertige Inhalte zu bekommen, müsste ihnen eigentlich bewusst sein. Weiter sinkende Auflagen und ausbleibende Werbekunden sind bei reduzierter Qualität die logische Folge.
Die Autotüren springen auf und eine vierköpfige Familie springt heraus. Voller Freude stürzen sie sich auf die Möbel am Straßenrand. Der dort schon herumwerkelnde Opa lässt sich davon nicht aufscheuchen. Er schraubt weiter am Kühlschrank rum. In Hotpants inspiziert die junge Frau der Familie kurz die seit drei Tagen Regenwasser aufsaugende Matratze und gibt dann Anweisungen diese einzupacken. Mit Hilfe eines Staubsaugerschlauchs versucht ihr junger Begleiter die Matratze zusammenzurollen.
Lauter Sperrmüll sammelt sich und wird nicht abgeholt.
Ein paar Quadratmeter Teppich und zwei Sitzpolster später geht es mit dem vollgeladenen Auto weiter. Der Opa hat inzwischen Unterstützung von einem dicken Mann mit Roller und Anhänger bekommen. Nachdem dieser die Fortschritte des Opas begutachtet, wuchten sie zusammen den Kühlschrank auf den Anhänger und er braust damit davon.
Sperrmüll in Schönwalde II ist schon ein spannendes Phänomen. Es muss eine winzige Menge davon irgendwo rumstehen und innerhalb von wenigen Stunden hat sich der Haufen volumenmäßig verdoppelt. In den nächsten Stunden verschwindet der ein oder andere Gegenstand, während neue auftauchen. So kann es über Tage gehen. Den Anfang der aktuellen Sperrmüllgeschichte machte Sonntagabend ein Lattenrost und die Matratze. Heute mittag sah es dann wie auf dem Bild aus.
Die Müllabfuhr am Montag hat alles stehen gelassen. Zuständig ist sie für sowas schließlich nicht. Die Stadt holt zwar einmal im Jahr pro Haushalt fünf Kubikmeter Sperrmüll umsonst ab, dies erfordert aber eine Anmeldung fünf Wochen im Voraus. Ob der Anmelder für den von Nachbarn hingestellten Müll zahlen muss, wenn dort so auf einmal mehr als die kostenlos abholbare Menge steht?
Dank Jan-Lorenz wurde ich auf dieses Video aufmerksam. Emus primus rappt den auf den Straßen Berlins geschriebenen Text. Dazu gibt es im Video eine Collage mit Fotos. Eine sehr gute Idee, wie aus Streetart Musik wird.
Ach die Schweden. Immer wieder gut für Blogbeiträge. Am 4. Juni wurde in Göteborg auf der Straße gefeiert. Mit dabei Breakdancer und Professor P & DJ Akilles. Akilles schreibt:
“Andra Långgatan is a cool street in Gothenburg filled with clothing stores, bars, record stores, barbershops and strip joints, and for this day a lot of the stores have their own soundsystem in front of it. That, plus the fact that a couple of thousands of people visit the street while enjoying their beer and the sun makes it a great day. The vibe was incredible!”
Totgeglaubte leben länger. Es ist wohl tatsächlich so. Im Februar 2011 erschütterte die Abschaltung des Blogaggregators Rivva die digitale Welt. Weder verzweifelte Bitten und Gebete in den Kommentaren des World Wide Webs noch heidnische Wiederauferstehungsrituale konnten Rivva neues Leben einhauchen.
Screenshot Rivva.
Da musste erst der branchenfremde weiße Ritter BMW i auf der Bildfläche mit seinem Schildknappenteam von mokono auftauchen, um Rivva aus dem Todesschlaf wachzuküssen. Jetzt ist Rivva zurück – wieder mal – und bezieht nun auch Facebookaktivitäten in das Ranking der News ein. Der lange Schlaf hat Rivva also nicht nur schöner, sondern auch intelligenter und schlagkräftiger gemacht.
Was macht Rivva?
Seit 2007 etablierte sich Rivva als Einstiegsseite für Debatten in Blogs. Der Dienst filtert aus der Flut neuer Artikel in Blogs und anderen digitalen Medien die am häufigsten von Blogs, Twitter und Facebook verlinkten Beiträge heraus und präsentierte diese inklusive der Reaktionen auf seiner Seite. Ganz nach der Idee: was für viele Menschen relevant ist, mag auch für andere interessant sein. So bildet Rivva das aktuelle Geschehen gut ab und hilft dabei neue Blogs und Themen zu entdecken.