Greifswalder Monopoly: Petruswerk zockt um StraZe und Hafenstraße

Straze
Die Stralsunder Straße 10/11 verfällt ungenutzt.

Nur mit viel Geld, Druckmitteln oder Verhandlungsgeschick kommt man weiter in diesem Spiel. Eine neue Runde im städtischen Monopoly hat begonnen. Am Samstag trug ein Artikel in der Ostsee Zeitung (OZ) die Ziele der Spieler in die Öffentlichkeit. Im Spiel sind: Die Stadt Greifswald, Douglas Fernando für das Petruswerk und der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald, mit dem Spieleintritt weiterer Spieler ist aber durchaus zu rechnen. Über den bisherigen Spielverlauf informiert ein älterer Artikel auf dem Fleischervorstadt-Blog.

Der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald e.V. will das Objekt Stralsunder Straße 10/11 („StraZe“) schon seit mehreren Runden kaufen. Die Besitzkarte befindet sich aber noch in Hand von Douglas Fernando und wegen eines Streits in einer vorherigen Spielrunde will er nicht an den Verein verkaufen. Die Stadt Greifswald will dem Verein helfen und das Objekt als Zwischenkäufer erwerben. Der Bau- und der Finanzausschuss haben dem Kauf bereits zugestimmt. In der letzten Spielrunde hatte Fernando den Zwischenverkauf zugesichert, ohne weitere Bedingungen zu stellen.

Doch was gestern galt, gilt schon heute nicht mehr. Für den Verkauf an die Stadt will Fernando nun eine Gegenleistung der Stadt. Gegenüber der OZ gab er an, dass er die StraZe nur verkaufe, wenn die Stadt ihm dafür an der Hafenstraße entgegen kommen würde. An der Hafenstraße war bereits ein über sechs Hektar große Objekt an das Petruswerk verkauft, der Kaufpreis wurde aber nie bezahlt. Mehrere Fristen verstrichen, das Geld kam nicht, ein mysteriöser „asiatischer Investor“ sollte aushelfen. Trotz schriftlicher Versicherung Fernandos an die Stadt, dass das Geld Anfang Januar 2013 eintreffen solle, floss kein Geld auf das städtische Konto. Auch bei Projekten im Ausland fehlte es dem Petruswerk an Geld zur Realisierung. Schließlich wurde beschlossen, den Kaufvertrag rückabzuwickeln.

Nun spielt Fernando weiter mit verdeckten Karten und zockt. Ob er nun endlich das nötige Geld für den Kauf der Hafenstraße besitzt, bleibt weiter unklar. Da selbst schriftliche Versicherungen im Endeffekt nicht das Papier wert waren, auf dem sie geschrieben waren, müsste Fernando den Kaufpreis in Geldkoffern vorzeigen, um das zerstörte Vertrauen wieder aufzubauen. Den Weiterverkauf der StraZe nun als Möglichkeit zu sehen, die Hafenstraße doch noch zu kaufen, ist nicht illegal, zeigt aber Fernandos Zockergeschick. Das Nachsehen hat der Verein Kultur- und Initiativenhaus Greifswald, dessen Finanzierungskonzept steht und der aus der verfallenden StraZe ein für die Stadtentwicklung interessantes Projekt machen möchte.

5 Kommentare


  1. Also ehrlich: Die Verwaltung läßt sich scheinbar am Nasenring durch den Ring führen, nicht nur hier und bei der alten Post.
    Es fällt mir außerordentlich schwer zu glauben, daß /nur/ Inkompetenz im Spiel ist.
    In jedem normalen Kaufvertrag ist das Zahldatum Vertragsbestandteil, hier (Hafenstraße) etwa nicht?

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  2. „… müsste Fernando den Kaufpreis in Geldkoffern vorzeigen, …“
    Der moderne Spekulant braucht doch keinen Geldkoffer mehr.
    Die Hinterlagung auf ein (Notar-)Anderkonto täte es auch.
    Bisher war angeblich die „Hebegebühr“, die den Kauf etwas verteuern würde, ein Hinderungsgrund das Geschäft so abzuwickeln.
    Es wäre bei der beschriebenen bisherigen Verarschung der Verwaltung durch Fernando doch eine billige Forderung, um mindestens ein paar Prozente Vertrauen zurück zu gewinnen.
    Aber so lange die CDU-Mischpoke unter Führung von A. H. in der Bürgerschaft treu und brav zu Fernando steht, wird sich die Verwaltungsleitung auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. 🙁

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  3. Fernando ist wieder da
    http://www.nordkurier.de/mueritz/mueritz-hotel-kommt-weg-mini-nachfolger-fuer-klink-geplant-3012678001.html
    in Posen wie ihn die Welt der naiven Gemeindeverweser mag.
    Erschreckend auch, dass bei allen bekannten Lügen dieses Superspekulanten eine Redakteurin des „Notkuriers“ so unkritisch berichtet.
    Übrigens, dem schwarzen Bürgermeister von Stralsund hat Fernando offensichtlich auch die Taschen vollgelogen
    http://www.ostsee-zeitung.de/Vorpommern/Stralsund/Wirtschaft/Badrow-Investor-will-am-Kuetertor-weiter-bauen

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    1. Sorry, der Kommentar war versackt. Habe ihn erst jetzt gesehen. Den Artikel habe ich gesehen und der Kollegin mal ein paar Links geschickt, damit sie sich weiter über Avila, Fernando und Co informieren kann.

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