NPD plant anscheinend Bürgerbüro in Greifswald *Update*

Hinweisschild Neonazi!
Protest vor NPD-Infostand.

Die rechtsextreme NPD sucht aktuell nach Büroräumen in Greifswald. Das geht aus einer Anzeige hervor, die die Partei in einem ihr nahestehendem Propagandablatt veröffentlichte. Im Landkreis Vorpommern-Greifswald betreibt die NPD bereits in Anklam und Ueckermünde sogenannte Bürgerbüros. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es aktuell drei zwei weitere Büros unter anderem eines in Rostock Korrektur: In Rostock gibt es aktuell kein NPD-Büro, es wird aber nach entsprechenden Räumen gesucht.

Greifswald erwies sich bisher als unbequemes Pflaster für die Nazis. So gut wie jede Aktivität wurde von Protestaktionen gestört oder gar verhindert. Ob Public Buhing oder Proteste vor Kreistagssitzungen, regelmäßig tritt die Zivilgesellschaft den Nazis entgegen. Im Mai 2011 sorgte ein breites Bündnis für die Blockade eines NPD-Aufmarschs. Greifswald stört in der braunen Modellregion Vorpommern, ist aber nicht mehr allein (siehe Wolgast und Viereck).

Doch auch in Greifswald haben die rechtsextremen Aktivitäten wie Schmierereien oder Übergriffe in den vergangenen Jahren zugenommen. Selbst an der Uni gibt es Bestrebungen eine nationale Hochschulgruppe zu etablieren. Immer wieder zogen namhafte Mitglieder der rechten Szene wie Ragnar D. oder Marcus G. gezielt in die Stadt, um hier zu studieren und sich zu engagieren. Zuletzt sorgte am 9. November 2012 der Diebstahl von Stolpersteinen, die an in der NS-Zeit deportierte Mitbürger:innen erinnern, für bundesweites Aufsehen.

Die Wahlergebnisse der NPD lagen in Greifswald stets deutlich unter dem Landesschnitt und sind niedriger als im Umland. Während die Partei bei der Landtagswahl 2011 landesweit auf 6 Prozent der Stimmen kam, waren es in Greifswald nur 4,4 Prozent. Im direkten Umland, dem Wahlkreis Ostvorpommern I, stimmten 9,9 Prozent für die NPD. Bei der Wahl zur Greifswalder Bürgerschaft traten 2009 sogar nicht mal Bewerber für die NPD an.

Update 02.01.2013 16:25 Uhr: Da bin ich eindeutig auf die NPD-Website reingefallen und habe mich außerdem als klickfaul geoutet. Auf einer Übersichtsseite wird suggeriert, es gäbe ein Büro in Rostock, klickt man dann rauf, heißt es aber nur, dass nach entsprechenden Räumen gesucht wird. Somit gibt es aktuell tatsächlich kein Büro der NPD in Rostock. Entschuldigung für die Falschinformation!

Der Beitrag basiert auf einem Artikel von mir im Nordkurier vom 2. Januar 2013. 

2 Kommentare


  1. Unglaublich. Ich hoffe die Greifswalder Makler sind nicht so geldgeil hier auch noch zu vermitteln.

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