Murgang in Virgen, Österreich (Geovideo)

Firschnitzbach nach dem Murgang
Als wäre nichts gewesen, plätschert der Firschnitzbach in Virgen nach dem Murgang vor sich hin. Foto: Gemeinde Virgen

Durch das Bett des kleinen Bächleins stürzt eine gewaltige Welle aus braunem Schlamm. Gesteinsbrocken, Baumstämme und Schlamm fliegen meterhoch durch die Luft gegen Hauswände und alles was sich ihnen in den Weg stellt. Am 4. August ereignete sich im österreichischen Virgen in Tirol ein Murgang.

Murgänge oder auch Muren gehören zu den Georisiken in Gebirgen. Sie sind ein Schuttbrei aus Grobschutt, Feinmaterial und Wasser. Starke Regenfälle oder Schneeschmelzen können zu diesen Ereignis führen.  Wasser dringt in die Poren des Feinmaterials, kann nicht abfließen, es entsteht positiver Porenwasserdruck und das Material bewegt sich wie ein Brei hangabwärts. Dabei können Muren mit großer Geschwindigkeit bedeutende Weiten erreichen.

Die Bahnen von Muren liegen in Tiefenlinien des Hangs z.B. in Flussbetten wie in Virgen. So wurde innerhalb von Sekunden aus dem friedlich dahinfließenden Firschnitzbach ein reißender Schlammstrom. Durch Austritt von Wasser an den Rändern der Mure nimmt die Reibung in der Mure zu. Die Geschwindigkeit nimmt ab und an den Seiten bilden sich Schuttwülste, die so genannten Murendämme. Am Hangfuß verlangsamt sich die Mure und kommt schließlich zum Stehen. Ein Murkegel bildet sich.

Virgen kam relativ gut weg. 20 Objekte wurden beschädigt, glücklicherweise kam kein Mensch zu Schaden. Welche zerstörerischen Kräfte in einem Murgang wirken, zeigt das Video der Ereignisse in Virgen sehr deutlich. Weitere Fotos gibt es auf der Website der Gemeinde.

via The Landslide Blog

Foto: Gemeinde Virgen // keine CC-Lizenz!

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