Parteiausschlussverfahren gegen Sebastian Jabbusch abgelehnt

Piratenpartei LogoJournalismus im Mainstream ist manchmal sehr einfach. Da wird die Sau durchs Dorf gejagt und wenn sich die Sache dann doch anders entwickelt, so dass es nicht für Schlagzeilen reicht, findet keine weitere Berichterstattung statt.

Von regionaler bis bundesweiter Presse gab es Mitte Februar reichlich Schlagzeilen um Sebastian Jabbusch, Mitglied der Piratenpartei und Ex-Vorstandsvorsitzender des Landesverbands der Piratenpartei Mecklenburg-Vorpommern, Gründer des webMoritz, ehemaliger Greifswalder Student und „Gesicht“ von Uni ohne Arndt.

Gegen Jabbusch wurde ein Parteiausschlussverfahren (PAV) eingeleitet. Der oder die Antragsteller blieben anonym, der Antragstext gelang auf unbekannten Wegen ins Internet und so erfuhr auch Jabbusch erstmals per Twitter davon. In einer Stellungnahme setzte er sich mit den darin geäußerten Vorwürfen auseinander. BILD, taz, Welt, OZ und viele andere Zeitungen berichteten über den Fall.

Am 3. März 2012 wurde das Parteiausschlussverfahren durch das Landesschiedsgericht offiziell nicht angenommen. Die Begründung: Das Verfahren sei „formal nicht korrekt“ eingeleitet worden. Die Ablehnung des Parteiausschlussverfahrens scheint im Gegensatz zur Antragsstellung medial unverwertbar zu sein. Artikel dazu gibt es nicht. Nur der Skandal verkauft sich.

ScherbenSebastian Jabbusch ist über die Entscheidung des Landesschiedsgericht mehr als froh, doch das PAV und die Vorgeschichte haben einige Scherben angerichtet. Ein erster Schritt des inneren Frieden Wiederherstellens war auch der komplette Austausch des viel kritisierten Vorstands des Landesverbands Berlin vor zwei Wochen.

Zu dem Thema habe ich mit Sebastian Jabbusch ein kurzes Interview geführt. Er hofft nun, dass „egal wo und egal wie es noch zu einer Aufklärung kommen wird“. Das sei sehr wichtig, damit wieder Frieden einziehen kann und die Wunden heilen können, schließlich würden einige Mitglieder im Landesverband ihre Mitgliedschaft davon abhängig machen. Am Ende erinnert Jabbusch an die von der Piratenpartei so stark propagierte Transparenz: „Es sollte auch deshalb aufgeklärt werden, weil wir eben anders sein wollen als andere Parteien und Dinge nicht ‚unter den Teppich kehren'“.

Foto: [1=Piratenpartei-Logo] Piratpartiet // Lizenz Public Domain; [2=Scherben] Thomas Max Müller / pixelio.de

3 Kommentare


  1. „ Da wird die Sau durchs Dorf gejagt ,… “

    Dein Beitrag stellt den Vorgang inhaltlich und chronologisch nicht ganz richtig dar, denn die Sau lief schon ab dem 14.12.2011 durch das „Dorf Berlin“ und wurde von S. J. freigelassen.
    Wenn Du ein Kurzinterview mit ihm geführt hast, hätte er es Dir eigentlich offenbaren müssen.
    Sebastian Jabbusch, Pirat im Landesverband Berlin, hat am 14.12.2011 einen Offenen Brief veröffentlicht.
    Schon damals wurde die Presse auch von Sebastian benutzt, um seine Sicht der Dinge darzustellen:
    Erpressungsaffäre erschüttert Berliner Piraten
    Dass S. J. dabei auch mal unwahre Behauptungen in die Welt setzt, konnte ich in der Causa „Simone Palluske“ erfahren, die einigen „Mitlesern“ hier nicht ganz unbekannt sein sollte. 😉

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    1. Dass die Sache eigentlich mit seinem offenen Brief begann, habe ich bewusst verschwiegen, weil mir die „XY beschuldigt YZ“ Geschichte zu komplex war, um sie ordentlich aufzubereiten. Wer sich weitergehend dafür interessiert, sei die Lektüre der Links im Kommentar und von Sebastian Jabbuschs Stellungsnahme als Einstieg genannt.

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  2. Was hat „Simone Palluske“ denn angestellt..?

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