Bekennerschreiben zum verbalen Anschlag auf den „Markt der (Un)Möglichkeiten“

Folgende Zeilen erreichten mich soeben:

Bekennerschreiben

verbaler Anschlag auf den „Markt der (Un)Möglichkeiten“

Das Kommando „Lachs mit Kaviar“ hat am 31.3.2011 um Punkt 17 Uhr den Rahmen des „Markt der Möglichkeiten“ gesprengt. Diese Aktion war notwendig um den massiven Linksruck an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald einzudämmen. Mit durchschlagenden Argumenten gegen ehrenamtliches Engagement haben wir etliche Erstsemester davor bewahrt, sich ihre Karrieren zu versauen und somit einen Fortschritt bei der Wahrung brauchbaren Humankapitals für die freie Wirtschaft erlangt.
Leider wurde die Durchführung der Aktion von Gutmenschen der studentischen Selbstverwaltung (insbesondere des linksradikalen AStAs) sabotiert. Diese selbstgerechten Wutbürger (welche von ihrer plötzlich demokratisch erlangten Macht berauscht schienen) inszenierten durch die Zuhilfenahme von „Clubbies“ eine Drohkulisse, sodass wir unser argumentatives Bombardement einstellen mussten. Dieses verdeutlicht, wie wenig diese Pseudolinken an ihr eigenes moralisches Gequatsche glauben, denn der heutige „Markt der Möglichkeiten“ (auf welchem freie Meinungsäußerungen unterbunden wurden) beweist die Unwiderlegbarkeit des von uns vertretenen Axioms:
MÖGLICHKEIT IST LÜGE, DIE WAHRHEIT IST UNMÖGLICH!

Im folgenden legen wir unsere virulent stringente Argumentation der heutigen direkten Aktion offen, um heutige und zukünftige neoliberale Zellen zu ähnlichen verbalen Angriffen gegen unökonomische Zentralen des Ehrenamtes anzuregen.

„Hallo liebe Erstsemester,

wir werden finanziell unterstützt von Verbänden der deutschen Industrie und Arbeitgeber sowie der Energiewirtschaft und sind beauftragt, deren und somit auch unsere Meinung zu dieser Veranstaltung hier öffentlich darzustellen.
Wir wollen nachhaltig Erstsemestern zu einem erfolgreichen Studienabschluss zu verhelfen, indem wir sie davor warnen sich ehrenamtlich in einem der hier vertretenen Vereine zu engagieren. Dies können und wollen wir natürlich an einigen Beispielen rational begründen.

Die Studentenclubs – wie Kiste, C9 und Mensaclub machen einen frühzeitigen Studienabschluss unmöglich, denn die Zeit die ihr dort verschwendet führt zu Alkoholismus und verhindert euren Bachelorabschluss in der Regelstudienzeit.
Die Arbeit in den Organen der studentischen Selbstverwaltung und politischen Hochschulgruppen ist nur sinnvoll, wenn ihr erwartet einen direkten Vorteil für eure Karriere zu erlangen. Jedoch ist nicht jede parteinahe Hochschulgruppe für ein Engagement geeignet, so sind z.B. die ökologische und politische Vorstellungen der Grünen Hochschulgruppe genauso unrealistisch wie ein GAU in einem Atomkraftwerk.
Die Unterstützung des internationalen Studentenfestival bei GrIStuF und der davon erhoffte interkulturelle Austausch ist Schwachsinn. Es gab immer Kriege schon allein, weil internationale militärische Konflikte ökonomisch notwendig sind.
Der Bedarf an „kritische Jurist_innen“ ist gleich null, weil: Recht hat, wer Recht bekommt.
Wir wollen euch auch nicht weiter langweilen, müssen aber noch erwähnen,
dass der Ausstieg aus der Atomkraft absolut unmöglich ist, also erspart euch ein sowieso nur frustrierendes Engagement, in irgendwelchen Anti-Atom-Initiativen gegen das Zwischenlager Nord in Lubmin.
Generell möchten wir allen Anwesenden darauf hinweisen, dass ethisch motivierte Gesellschaftsveränderungen unerwünscht und ausserdem unmöglich sind, denn letztlich ist klar, dass alles so bleibt, wie es ist.
Vergesst alle Utopien von einer gerechteren Welt und kümmert euch konzentriert um euer Studium. Denn wie sagen wir immer: Nur die Besten kommen in Westen!

Ihr seht also: Alles Mögliche ist unmöglich!
Im Gegensatz zu Möglichkeiten gibt es aber auch den Bereich der Tatsachen.
Diese allgemein anerkannten und unwiderlegten Wahrheiten sind zum Beispiel:
– die allgegenwärtige Terrorgefahr
– der risikofreie Betrieb von Atomanlagen
– und ein unbegrenztes wirtschaftliches Wachstum.
Gerade letzteres ist absolut real und ihr könnt daran teilhaben, wenn ihr jetzt alle shoppen geht und demnächst fleißig studiert.
Also hört auf hier und jetzt eure Zeit zu verschwenden, indem ihr euch bei Initiativen informiert, deren Ziele nicht zu erreichen und sinnlos sind.
Ich komme zum Ende.
Ihr seht also, der „Markt der Möglichkeiten“ müsste in Wahrheit „Markt der Lüge und des Selbstbetrugs“ heißen, denn:
MÖGLICHKEIT IST LÜGE, DIE WAHRHEIT IST UNMÖGLICH!

Ach ja,
Da wir mit dem Bund der Arbeitgeber eng zusammenarbeiten, werden Mitarbeiter unserer Agentur „Lachs mit Kavier“ in ungefähr zehn Minuten beginnen, die noch anwesenden Personen zu filmen und mit Hilfe der einschlägigen sozialen Netzwerke zu identifizieren.
Sie können also hier und jetzt, die richtigen und vielleicht wichtigen ersten Schritte ihrer Karriere tun, indem sie diese jämmerliche Veranstaltung verlassen.

Falls Ihr noch Fragen an uns habt, wie man schnellstmöglich erfolgreich wird, so wie wir beide. Sind wir selbstverständlich für euch da.

Danke für eure Aufmerksamkeit.“

WO UNMÖGLICHES WAHR WIRD, WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT!

Kommando „Lachs mit Kaviar“

Greifswald, 31.03.2011

P.S. Solidarität ist, wenn man trotzdem lacht.

5 Kommentare


  1. Ach das war das… 🙂

    Das Verhalten der AStA-Leute war mehr als übertrieben und total peinlich. Statt zu Schmunzeln, holt man die Türsteher von den Studi-Clubs. Arrogante, machtverblendete, humorlose Sesselfurzer!

    Antworten

  2. Da hat aber jemand viel Zeit in die Aussprache einiger Wahrheiten investiert, der Stil erinnert ein wenig an Douglas Adams.

    Antworten

  3. Als Zwangsgenießer der oben genannten dämlichen Aktion muss ich drei notwendige Verbesserungsvorschläge bringen: 1. benutzt doch bitte das nächste Mal kein ekelhaft pfeifendes Megaphon – dann versteht man vielleicht auch mehr als 10% des Gesagten und es entstünde in der sowieso schon akustisch unattraktiven Mensavorhalle kein ohrenbetäubendes Tohuwabohu und ihr kommt um einen Rausschmiss wegen (schmerzhafter) Lärmbelästigung herum, 2. meldet euch doch bitte das nächste Mal ordnungsgemäß an und bezahlt euren Stand, wie jeder andere „Aktionist“, dann kann ich euch, ebenso wie manch anderen Stand mit dem erwünschten Schmunzeln betrachten, in Ruhe euer Vorhaben beäugen, bei euch Nachfragen und Kritik über mein Sozialleben annehmen, 3. habt ihr wohl keinen einzigen Ersti erreicht, es waren nämlich den ganzen Tag über nur etwa 10 von 1000 vorbeigekommen, weil sich bekanntlich auf dem Markt der Möglichkeiten seit Jahren nur Standinhaber gegenseitig Kuchen spendieren und Flyer in die Hand drücken – um eine breite Öffentlichkeit an Erstis zu erreichen das nächste Mal also vielleicht besser bei der Erstitütenvergabe aufkreuzen. Mal drüber nachdenken.

    Antworten

    1. Werte Elisa,

      1. das Problem mit dem Megafon haben wir auch schon bei unserer Auswertung der Aktion festgestellt und die Ursache des Problems beseitigt. In unser Kommando hatte sich ein Saboteur eungeschmuggelte und unsere Argumentkanone manipuliert. Wir haben uns für diese Tat gerächt, indem wir dafür gesorgt haben, dass das Verräterschwein einen Gewerkschafterposten in Venezuela annehmen muss und wir seine Familienmitglieder 1. und 2. Grades (deren Arbeitgeber in BDI oder BDA organisiert sind) haben kündigen lassen.
      Die Wahl dieser extremen Mittel wurde uns aufgezwungen und ist durch die Gutmenschen zu verantworten, die diesen Saboteur auf uns gehetzt haben. Wir wurden durch den herrschenden linken Mainstream genötigt, ein Nachahmer-abschreckendes-Exempel zu statuieren und mussten natürlich verhindern, dass uns dieser verwirrte Überzeugungstäter noch einmal Sand ins Getriebe streut.
      2. Wir als Gutverdiener, zahlen sowieso viel zu viel Steuern, wovon unter anderem Bafög und Universitäten finanziert werden. Aufgrund dieser Tatsache ist die Universität quasi unser Eigentum und daher denken wir nicht daran uns anzumelden, geschweige denn weiteres Geld in einen Saftladen wie den AStA zu pumpen.
      Deinen Gedankengang mit dem „erwünschten Schmunzeln“ können wir nicht nachvollziehen. Wir verstehen nicht, was an einem Anschlag witzig sein soll oder hast du etwa am 11.9.2001 gelacht, wir nicht. Die Verbreitung ökonomischen Terror ist doch kein Kasperle-Theater.
      3. Wir sind froh zu lesen, dass bei den kommenden Studentengenerationen noch Hoffnung besteht und scheinbar viele junge Leute pragmatisch genug sind, um zu erkennen, dass das Ehrenamt eine Sackgasse ist, da es ökonomisch gesehen, wertlos (also unwerte Lebenszeit) ist. Wir vom Kommando Lachs mit Kaviar würden heute weniger Geld verdienen, wenn wir während unseres Studiums mehr als das unbedingt Notwendige (Kontakte knüpfen, Ghostwriter beschäftigen und Dozenten bestechen) getan hätten.

      mit neoliberalen Grüßen

      Kommando “Lachs mit Kaviar”

      FREIHEIT FÜR ALLE STEUERSPARER UND ZWAR SOFORT !

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.