R.I.P. Rivva!

R.I.P.!Das Herz der deutschen Blogosphäre schlägt nicht mehr. Der Blogaggregator Rivva ist seit wenigen Tagen offline. In seinem Blog verabschiedet sich Frank Westphal, Entwickler und Betreiber von Rivva, von dem Projekt mit den Worten: „Machs gut, alter Freund“.

Seit 2007 etablierte sich Rivva als Einstiegsseite für Debatten in Blogs. Der Dienst filterte aus der Flut neuer Artikel in Blogs und anderen digitalen Medien die am häufigsten von Blogs verlinkten Beiträge heraus und präsentierte diese inklusive der Reaktionen auf seiner Seite. Ganz nach der Idee: was für viele Blogs relevant ist, mag auch für andere interessant sein. So bildete Rivva das aktuelle Geschehen gut ab und half dabei neue Blogs und Themen zu entdecken.

Sogar der Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler im Jahr 2010 wird mit Rivva in Verbindung gebracht. Köhler äußerte sich im Deutschlandradio zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und stellte „freie Handelswege“ als ein Ziel des militärischen Einsatz heraus. In den traditionellen Medien ging dieser Satz unter, wurde aber von Blogs aufgriffen, heftig diskutiert, landete bei Rivva auf der Seite und schließlich griffen es die Massenmedien auf.

Schon häufiger gab es Gerüchte, Rivva würde am Ende sein. Hoher unentlohnter Programmieraufwand und Serverkosten auf der Ausgaben-, sowie eine Null auf der Einnahmenseite brachten Westphahl letztes Jahr dazu, gesponsorte Posts einzuführen. Finanziell gelohnt hat es sich anscheinend nicht.

Nun scheint das Projekt endgültig eingestellt worden zu sein. Das ist sehr schade. Mit Rivva geht ein schneller Einstieg in die täglichen Nachrichten, eine Quelle neuer Blogs und der Knotenpunkt der Blogosphäre in Deutschland. R.I.P. treuer Freund!

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