Mobile Payment in Entwicklungsländern

M-Pesa - LogoEntwicklungsländer sind generell alle arm und rückständig. Dieses Klischee stimmt einfach nicht. Während in Industrieländern wie Deutschland seit Jahren über die Bezahlung von Kleinstbeträgen per Mobiltelefon z.B. für ÖPNV-Tickets nachgedacht und geredet wird, ist es in anderen Ländern keine ferne Zukunftsvision sondern Realität.

In Kenia verfügen nur 38 Prozent der Bevölkerung über ein Bankkonto, aber 86 Prozent zahlen per Überweisung. Möglich wird dies durch M-PESA. 2007 führte der kenianische Mobilfunkanbieter Safaricom den Mobile Payment Dienst  M-PESA ein. Das Prinzip hinter M-PESA ist einfach. Geld wird in Safaricom-Geschäften auf ein virtuelles Treuhandkonto eingezahlt. Mittels eines Geheimcodes lassen sich dann Geldbeträge im ganzen Land per SMS überweisen und in Mobilfunkgeschäften oder bei anderen Teilnehmenden „Agents“ als Bargeld auszahlen. Anders als bei Banken gibt es keine Zinsen, es wird aber auch kein Geld verliehen.

Das Verfahren hat dem Land ganz neue Entwicklungsperspektiven eröffnet. Handys sind die neuen Geldbörsen geworden. Inzwischen gibt es in fast jedem kleineren Ort in Kenia „Agents“, Banken dagegen sind oft nur in großen Städten zu finden.

An Safaricom ist der Globalplayer Vodafone zu 35 Prozent beteiligt und vermarktet das Produkt über die Grenzen Kenias hinweg. So wurde der Dienst 2008 in Tansania und Afghanistan eingeführt (hier allerdings unter dem Namen M-Paisa). In Ostafrika überweisen inzwischen über 10 Millionen Menschen Geld per Handy. Seit Anfang September 2010 ist der Bezahldienst auch in Südafrika verfügbar.

Das folgende Werbevideo lief im kenianischen Fernsehen und zeigt die Einfachheit von M-Pesa.

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