Solidarität mit den Opfern in Pakistan *Update*

Montag, der 30. August 2010, 12:59 Uhr von daburna

Pakistan säuft ab. So drastisch könnte man es sagen. Über 1.600 Tote und 17 Millionen von den Fluten betroffene Menschen werden gezählt. Inzwischen hat die überflutete Fläche den weltgrößten Süsswassersee geformt. Um einen Eindruck von dem Außmaß der Überschwemmungen zu bekommen, hat die Website ch16.org einen Vergleich mit Europa angestellt. Mit Hilfe der Visualisierung wird recht deutlich gezeigt, dass fast ganz Großbritannien betroffen wäre.

Karte der von der Flut betroffenen Gebiete in Pakistan

Karte der von der Flut betroffenen Gebiete in Pakistan. Quelle: OCHA

An dieser Stelle möchte ich gar nicht mehr viel über die Flut schreiben, das tun die großen Nachrichtenmedien besser und ausführlicher. Ich möchte nur meine Leserinnen und Leser dazu aufrufen, sich mit den Opfern der Flut zu solidarisieren und an einer kleinen Spendenaktion teilzunehmen. Den Anfang habe ich mit den wahrscheinlichen Einnahmen durch Bannerwerbung für den Monat August gemacht. Die 100 Euro Spendenziel können gerne übertroffen werden.

Mit Hilfe des Widgets von Helpedia wird auch deutlich angezeigt, wie viel wir zusammen bekommen haben. Die Spenden gehen zu 100 Prozent an das Bündnis Aktion Deutschland Hilft, in dem z.B. Care, AWO, ASB und Malteser Mitglied sind.

Update 06.09.2010 11:00 Uhr: Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender! Der niedrig angesetzte Zielbetrag von 100 Euro wurde erreicht. Gerne könnt ihr aber immer noch weiterspenden.

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Zensus 2011 – Deutschland wird gezählt

Freitag, der 27. August 2010, 17:47 Uhr von daburna

Nach den Plänen der Bundesregierung soll es im Jahr 2011 in Deutschland eine Volkszählung, den Zensus 2011, geben. Über zwei Jahrzehnte liegen die letzten Zählungen für West- und Ostdeutschland zurück. Was ist überhaupt eine Volkszählung und wozu brauchen wir sie? Gibt es diesmal wieder Proteste?

Volkszählungboykott1983

Plakat mit Boykottaufruf zur Volkszählung 1983. Quelle: wiki.vorratsdatenspeicherung.de

LETZTE VOLKSZÄHLUNG 1981 (DDR) & 1987 (BRD)

Für die wiedervereignigte Bundesrepublik Deutschland gab es bisher noch keine eigene Volkszählung. Vor der Wiedervereinigung fanden 1981 in der DDR und 1987 im Westen die letzten Volkszählungen statt. Die Volkszählung 1987 in Westdeutschland sollte bereits 1983 stattfinden, doch es gab großen Widerstand in der Bevölkerung. Die Beschwerden gegen das Volkszählungsgesetz führten zu einem wichtigen Urteil des Bundesverfassungsgericht. Im sogenannten Volkszählungsurteil etablierte das Bundesverfassungsgericht das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung und fällte somit eine wichtige Entscheidung für den Datenschutz. Die Volkszählung wurde gestoppt und 1987 in entschärfter Form durchgeführt.

30 Jahre nach der Zählung in der DDR und 24 Jahre nach der in Westdeutschland soll die Bevölkerung Deutschlands also wieder gezählt werden. Wobei nicht einfach nur die EinwohnerInnen gezählt werden. In der Volkszählung werden auch Angaben zu Wohnung, Beruf, Lebensverhältnissen, Religion, Migrationshintergrund und mehr gesammelt.

WOZU BRAUCHEN WIR ÜBERHAUPT DIESE DATEN?

Zensus 2011 LogoDer Zensus ist eine Momentaufnahme der Bevölkerung Deutschlands. Er dient hauptsächlich der Feststellung der amtlichen Einwohnerzahlen. Durch jahrelang angehäufte Fehler bei der Fortschreibung (Verrechnung mit Sterbe- und Geburtszahlen, mit Zu-, Weg- und Umzügen) der alten Volkszählungsdaten sind deutliche Abweichungen vom realen Wert zu erwarten. So wird z.B. damit gerechnet, dass ca. 1,3 Millionen Menschen weniger in Deutschland leben als angenommen. Auch wurden 1987 von Verweigerern bewusst falsche Angaben gemacht. Die korrekte Einwohnerzahl ist wichtig für den Länderfinanzausgleich, die Einteilung der Bundestagswahlkreise, die Stimmenverteilung der Bundesländer im Bundesrat oder die Sitze Deutschlands im Europaparlament. Aber auch für kommunale Aufgaben ist es wichtig aktuelle Bevölkerungsdaten zu haben. So lässt sich beispielsweise der Bedarf an Plätzen in Schulen besser ermitteln.

Außerdem möchte die Bundesregierung Informationen zum Wohnraum, zur Bildung und zum Erwerbsleben erhalten. “Wie viele Erwerbstätige gibt es, wie viele Menschen davon sind selbstständig? Wie viele Wohnungen gibt es in Deutschland und wie sind sie ausgestattet?”

METHODEN/ABLAUF

Im Gegensatz zur letzten Volkszählung soll der Zensus 2011 hauptsächlich registergestützt ablaufen und nur 9,6 Prozent der Bevölkerung sollen direkt befragt werden. Registergestützt heißt, dass Daten aus Melderegistern der Kommunen, der Bundesagentur für Arbeit und Daten der öffentlichen Arbeitgeber zusammengeführt und ausgewertet werden. Stichtag für die Erhebung der Datengrundlage und den Beginn der persönlichen Befragungen ist der 9. Mai 2011.

Ablauf Zensus 2011

Zeitlicher Ablauf des registergestützten Zensus 2011

Neben der registergestützten Volkszählung ist die direkte Befragung der Menschen ein wichtiges Instrument des Zensus 2011. Ca. 7,9 Millionen EinwohnerInnen werden durch Zufall ausgewählt. Wer allerdings in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften wie Internaten, Studierendenwohnheimen, Klöstern und Seniorenwohnheimen wohnt, wird definitiv befragt, da hier die Fehlerrate in den Melderegistern besonders groß sei.

Hinzu kommt, dass BesitzerInnen von Immobilien (Häsuer und Wohnungen) noch zusätzliche Angaben im Rahmen der Gebäude- und Wohungszählung machen müssen. Darunter fallen Angaben zum Baujahr der Immobilie aber auch ihre Ausstattung (z.B. Dusche oder Bad). Insgesamt werden so dann um die 30 Prozent der Bevölkerung aktiv am Zensus teilnehmen müssen.

Wer zur Auskunft aufgefordert wird, muss dieser Aufforderung nachkommen und die Fragebögen ausfüllen. Ansonsten droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro.

Mit ersten Ergebnissen des Zensus 2011 wird im November 2012 gerechnet. Ab Mai 2013 sollen dann die detaillierten Auswertungen vorliegen. Ob die Einwohnerzahl von Deutschland dann noch über 80 Millionen liegt? Ganze 750 Millionen Euro wird Deutschland dann für die Beantwortung dieser Frage ausgegeben haben. So hoch belaufen sich nämlich die aktuellen Schätzungen für die Kosten des Zensus.

PROTESTE GEGEN ZENSUS 2011

Aus der Netzgemeinde und von BürgerrechtlerInnenn und DatenschützerInnenn wird Kritik am Zensus 2011 geäußert. Ein AK Zensus wurde von dem Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung eingerichtet und eine von über 13.000 Menschen unterzeichnete Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Hauptkritikpunkt ist wiedermal der übermäßige Datenhunger des Staates. Ob die Gegner mit ihrer Beschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht durchkommen, ist noch unklar. Wenn ja, wird der Zensus 2011 sicher entschärft und einige Jahre später stattfinden.

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Musikalische Zeitreise: Hieroglyphics – You never knew

Donnerstag, der 26. August 2010, 12:07 Uhr von daburna

Hiero Logo

Als Combo sind sie vielleicht nicht so vielen bekannt wie zwei ihrer Mitglieder. Del tha Funky Homosapien und Casual sind sicher die bekanntesten Member der Hieroglyphics aus Oakland in Kalifonien, USA. Die Hieroglyphics zeigen, dass von der Westcoast nicht nur Gangsta Rap kommt, sondern auch dort Beats mit Jazz und Funk entstehen. Der Song “You Never Knew” stammt von dem 1998 veröffentlichten Album “3rd Eye Vision” und ist gemütlich lässig.

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Feedreader: Geozentrale

Mittwoch, der 25. August 2010, 11:13 Uhr von daburna

In der Rubrik Feedreader stelle ich hier in unregelmäßigen Abständen interessante Blogs und mehr vor.

Weltweit gibt es einige geowissenschaftliche Blogs. Aber Blogs, die sich ausschließlich mit geographischen Themen beschäftigen und dann noch aus Deutschland kommen, gibt es sehr wenige. Eines davon ist die Geozentrale – das geographische Blog.

Screenshot Geozentrale.com

Screenshot Geozentrale.com

Herausgeber sind drei Studierende der Geographie an der Universität Mainz. Wobei Simon Argus im Momemnt am aktivsten scheint und die meisten Artikel beisteuert. In der Geozentrale erscheinen in unregelmäßigen Abständen fundierte Artikel zu Oberthemen. Das aktuelle Thema ist Stadtentwicklung. Generell kommen die Themen zum größten Teil aus der Humangeographie.

Dabei geht es im Blog aber nicht darum unter Insidern “Fachchinesisch zu faseln”, sondern die Artikel allgemeinverständlich zu schreiben, was auch immer gelingt. Die Geozentrale ist nicht nur für Geographen lesenswert. Auch alle anderen Menschen, die an aktuellen Entwicklungen interessiert sind, kommen hier auf ihre Kosten und können bei der ein oder anderen Reportage über den Tellerrand der normalen medialen Berichterstattung schauen.

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Privatsphäre-/ Überwachungsdebatte *Update*

Dienstag, der 24. August 2010, 18:18 Uhr von daburna

ÜberwachungskamerasDas Recht auf Privatsphäre ist in den letzten Tagen immer wieder im Zuge der Google Street View Debatte genannt worden. Auch wurde geschrieben, dass Andere, z.B. der Staat schon seit langem ähnliche Systeme mit Daten füttern. Durch Google würde nur auf die Spitze getrieben, was eh schon seit Jahren faktisch praktiziert wird. Außerdem sei das Abfotografieren von Strassenzügen nicht so weitreichend wie die Videoüberwachung. Die Überwachung des öffentlichen Raumes ist gerade in Ballungsgebieten fast lückenlos.

In fast jedem Supermarkt, an jedem Bahnhof und auch anderswo sind Überwachungskameras platziert. Einige dienen nur der Ansicht für Touristen und stellen aktuelle Fotos interessanter Plätze in das Internet, andere wurden/werden selbst dazu benutzt, um heimlich Mitarbeitende auszuspionieren.

Dank Google Street View wird nun dieser oftmals private Überwachungsapparat kritisch hinterfragt. So hat auch die Ostsee Zeitung sechs Videokameras in Greifswald ausfindig gemacht. Die Mitmach-Website 1984.boocompany.com steht unter dem Motto “Überwacht die Überwacher!” Für Greifswald sind dort 19 Kameras eingetragen.  Aber da fehlen sicher noch einige. Also fleissig eintragen!

Wer gegen das Abfotografieren von Strassenzügen ist, muss sich auch gegen die Videoüberwachung wehren, denn sie geschieht häufig unbemerkt. Es gibt kein Widerspruchsrecht. Gesichter werden nicht verpixelt. Bilder bei Google Street View veralten relativ schnell, die Videoüberwachung liefert immer aktuelle Bilder. Eine Verbesserung der öffentlichen Sicherheit durch Videoüberwachung wurde bisher nicht nachgewiesen.

Update 25.08.2010 11:00 Uhr: Die Bundesregierung hat neue Regelungen zum Arbeitnehmerdatenschutz erlassen. Verdeckte Videoüberwachung ist nun verboten. Und schon wird von Seiten der Arbeitgeber gemeckert.

Foto: CBS_Fan // CC BY-SA 2.0

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