Radschutzstreifen auf der Anklamer Straße

Donnerstag, der 8. Juli 2010, 17:34 Uhr von daburna

Auf der Anklamer Straße wurden gestern und heute Markierungen für Radschutzstreifen angebracht. Von der Europakreuzung bis fast zum Karl-Liebknecht-Ring kann jetzt der Radschutzstreifen benutzt werden. In der Gegenrichtung ist er auch vorhanden. Die Radwegebenutzungspflicht zwischen Nexöplatz und östlich Bugenhagenstraße wird aufgehoben. Wer will, kann sich nun mit den Fußgängern in angemessenem Tempo (ihnen unterordnen) den Bürgersteig teilen oder den Radschutzstreifen nutzen und neben den Autos und LKW fahren.

Radverkehrsmengen in Greifswald

Radverkehrsmengen in Greifswald

Langfristig ist ein Ausbau der Anklamer Straße geplant. Wie lange der Übergangszustand anhalten soll, ist angesichts klammer Kassen unklar. Die Regelung war nötig, da die bisherige Praxis gegen die neue Straßenverkehrsordnung verstößt, die Mindestbreiten und Qualitätsstandards vorschreibt.

In Greifswald bewegt sich etwas. Als täglicher Benutzer dieser Strecke bin ich dankbar, nicht mehr die schlechten Geh- und Radwege benutzen zu müssen. Gut, jetzt besteht ein höheres Risiko mit den stärkeren KfZ und LKW zu kollidieren. Ob das aber nur ein gefühltes Risiko ist oder die AutofahrerInnen wirklich keine Rücksicht auf RadfahrerInnen nehmen, wird sich erst in einigen Monaten zeigen. Daher sollten auch alle Pkw-Fahrer eine passende Autoversicherung besitzen.

Angesichts vieler positiver Entwicklungen im Radverkehr ist es Zeit mal Danke zu sagen.

Vielen Dank Gerhard Imhorst! Vielen Dank an das Planungsbüro Dr. Hunger! Vielen Dank an Frau Dr. Ruth Bördlein! Vielen Dank an alle, die irgendwie dafür sorgen, dass der Radverkehr in Greifswald besser wird!

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Über den Autor:
daburna
Schreibt hier seit August 2005 den Blog. Geographiestudent mit Lebensmittelpunkt in der Hansestadt Greifswald.
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10 Antworten

  1. Ist ja ne richtige Lobeshymne geworden, nicht schlecht!
    Ich habe mir den Streifen gestern angesehen und für sehr schmal befunden. IMHO wäre es besser gewesen, den Streifen auf der Theaterseite ca. 50% breiter zu gestalten und auf der Discounter-Seite vorerst wegzulassen. Aber gut, Bewegung findet statt, vorerst zumindest.

    • daburna sagt:

      Nach viel Gemecker musste das mal sein. Sobald sich zwei RadfahrerInnen überholen oder aber zwei LKW entgegen kommen, wird es wirklich sehr eng. Hier hoffe ich auf die Vernunft der Verkehrsteilnehmenden.

  2. GKords sagt:

    Mir gefällt die Lösung so sehr gut. Leider haben die meisten Leute erhebliche Hemmungen, auf der Straße zu fahren und fühlen sich da sehrviel unwohler – aber die Realität sieht meines Erachtens anders aus…

  3. Jan sagt:

    Jo, gute Sache. Der Zustand vorher war ja schwer zumutbar…
    Statistisch sind Radfahr- und Radschutzstreifen ja auch sicherer als Radwege, hört man ja immer wieder mal. Allerdings wäre es noch besser, wenn es nicht so viele bekloppte Radfahrer gäbe, die so einen Streifen in die falsch Richtung benutzen, wie es z.B. viele in der Goethestraße tun! Das ist unverantwortlicher Wahnsinn; wenn die mir auf’m Rad entgegen kommen – passiert an der Stelle so ca. alle 2 Tage – würde ich die gerne mal anhalten und ausfallend werden. Argh!

    • daburna sagt:

      Das Problem kenn ich. Ich frag mich immer, wieso die das machen und sich und andere gefährden. Vielleicht fehlt da aber auch Verkehrserziehung. In der Fahrschule wird Radverkehr nicht besprochen. Das letztemal an das ich mich erinnern kann, wo ich intensiv was über Fahrradfahren gelernt habe, war in der Grundschule. Seitdem haben sich die Verkehrsregeln aber geändert. Eine Verkehrserziehung in weiterführenden Schulen oder halt nochmal eine Stunde zum Thema Radverkehr in der Fahrschule wäre sicherlich sinnvoll.

      • Jan sagt:

        Das wäre vllt. wirklich mal notwendig – wobei in der Goethestraßensituation der gesunde Menschenverstand gepaart mit der Kenntnis der Bedeutung von “Einbahnstraße” eigentlich ausreichen müsste. Aber ersteres kann man ja in so vielen Situationen leider nicht voraussetzen…

      • daburna sagt:

        Es ist keine Entschuldigung, aber in Greifswalds Innenstadt sind fast alle Einbahnstrassen in Gegenrichtung für den Radverkehr freigegeben. Kann also zu einer Macht der Gewohnheit führen.

  4. Wissender sagt:

    Schön das hier etwas getan wurde. Bei der Gelegenheit und vor dem Hintergrund der oben gezeigten Radverkehrszählung: wie kommt die Stadt eigentlich auf die Idee das Mühlentor als meistbefahrene Radroute mit dem Wochenmarkt zuzustellen?

    • daburna sagt:

      Ein defizitäres Public Viewing ist halt wichtiger. Die Situation am Mühlentor führt aktuell zu vielen Konflikten und Gemecker über die RadfahrerInnen. Zum Glück ist die WM in zwei Tagen vorbei und der Markt wieder da, wo er hingehört auf dem Marktplatz.

  5. Ich bin heute das erste Mal die Anklamer hinauf und hinunter gefahren und war sehr froh über die Streifen. Endlich mal einfach geradeaus fahren ohne Poller, kaputte Betonplatten und… Fußgänger!

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