Winderosion in der Steppe: „Dust Bowl“ der 1930er

Dust Bowl
Bild aus dem Dust Bowl von 1936.

Als Dust Bowl (deutsch: Staubschüssel) werden Gebiete in der nordamerikanischen Steppe, die in den 1930er Jahren durch massive Auswehungen verwüstet wurden, bezeichnet.

Die Steppe (oder auch Prärie) ist generell sehr trocken und durch hohe Niederschlagsvariabilität und große prozentuale Abweichungen vom langjährigen Niederschlagsmittel gekennzeichnet. Nur zwei bis vier Monate (teilweise sogar weniger) sind humid, dementsprechend ist auch die Vegetationsperiode eingeschränkt.

Die Böden in der Steppe sind allerdings sehr fruchtbar. Die wichtigsten Erzeugnisse sind Weizen und Rindfleisch. Über 50 Prozent der Weltweizenproduktion werden in den Steppen Nordamerikas und Eurasiens angebaut.

Die Nutzung zu trockener Gebiete als Agrarfläche birgt allerdings große Risiken und zerstört das Ökosystem Steppe. Steppengräser wurzeln tief und können auch trockene Jahre unbeschadet überstehen. Weizen dagegen nicht. In Dürrezeiten können die Weizenanbaugebiete durch Winderosion ihre wertvolle Humusschicht verlieren.

Dies geschah in den Great Plains in Nordamerika während der 1930er. Mehrere Dürrejahre hintereinander vertrockneten die landwirtschaftlich genutzten Flächen, der Wind erodierte den Boden und sorgte schliesslich für gewaltige Staubstürme. Desertifikationsprozesse setzten ein. Die Verwüstung der Prärie sorgte für eine große Migrationswelle, die für andere Staaten der USA zur großen Belastung wurden.

Der Dokumentarfilm „The Plow that Broke the Plains“ von 1936 zeigt das Phänomen Dust Bowl. Er fängt damit an, die Zeit um den ersten Weltkrieg zu beschreiben. Die Weizenpreise steigen, Farmer werden mit günstigem Land gelockt und sie stossen in Gebiete vor, die eigentlich zu trocken für die Landwirtschaft sind.

Der Film ist kein Dokumentarfilm im heutigen Verständnis. Es gibt viel aufregende Musik und wenig Worte zu hören. Trotzdem zeigt er eindrucksvoll die Folgen, wenn der Mensch versucht Ökosysteme zu nutzen und dabei aber nur zerstört.

Foto: erjkprunczyk // CC-Lizenz BY-SA 2.0

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