Ergebnis der Urabstimmung enttäuscht

Ernst Moritz ArndtDas Ergebnis enttäuscht. Gestern um 19:32 Uhr gab der webMoritz das Endergebnis der Urabstimmung der Studierendenschaft zur Ablegung des Namens „Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald“ bekannt. Von 2.803 gültigen Stimmen stimmten 1.216 (43,4%) dafür, 1.398 (49,9%) gegen die Ablegung und 189 (6,7%) enthielten sich.

Unglaubliche 23 Prozent der Studierenden gingen an die Wahlurnen und stimmten bei der Urabstimmung ab. Im Vergleich zu Bundestags- oder Landtagswahlen ist das gering, doch wenn man das mit der Wahlbeteiligung an den StuPa Wahlen 2009 vergleicht, damals gingen 12,7 Prozent zur Wahl, recht hoch.

Die Urabstimmung mobilisierte Studierende, die sonst als unipolitikverdrossen gelten. Das ist eines der positiven Dinge am Ergebnis. Das Demokratieverständnis wurde gefördert. Auch fand eine Diskussion über den Namenspatron an der ganzen Uni statt. Der Name wurde nicht einfach akzeptiert und höchstens von einer Minderheit hinterfragt, sondern offen und im großen Kreis darüber diskutiert. Das nationale und internationale Medieninteresse war dementsprechend groß.

Wieso 77 Prozent der Studierenden überhaupt nicht abstimmen gingen, ist eine andere Frage. Ob das Ergebnis bei einer höheren Wahlbeteiligung in die eine oder andere Richtung deutlicher ausgefallen wäre, bleibt pure Spekulation. Das Abstimmungsergebnis ist eine knappe demokratische Entscheidung, aber es enttäuscht doch. Ich hatte eine Mehrheitsentscheidung für die Ablegung erwartet. Auch weil die Abstimmung auf der vorletzten Vollversammlung so deutlich war.

Für die Beführworter einer Ablegung des Namens liegt nun die letzte Hoffnung beim Uni-Senat. Dieser könnte sich im März gegen den Namen aussprechen. Aber selbst wenn der Name beibehalten wird, fordert die Initiative Uni ohne Arndt, sich dann weiterhin kritisch mit Arndt auseinander zu setzen.

Sehr unfair ist das Rumgehacke in den webMoritz Kommentaren auf Sebastian Jabbusch, Pressesprecher der Initiative Uni ohne Arndt. Es drängt sich das Bild auf, die Abstimmung ging teilweise nicht um die Persönlichkeit von Arndt, sondern darum Sebastian eins auszuwischen.

6 Kommentare



  1. Den Eindruck, dass Sebastian Jabbusch mit seinem Engagement der Initiative mehr geschadet als genützt hat, hatte ich auch. Das ist bedauerlich, aber nachvollziehbar.

    Off topic: Der Piepmatz, den du getwittert hast, sieht aus wie eine Wacholderdrossel.

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    1. …und so ist der Streit um die Person Arndt in vielen Fällen wohl zur Abstimmung um die Person Jabbusch geworden.

      Das Vogelbild lässt wohl keinen los 😉 Stimmt die Wachholderdrossel sieht ihm ziemlich ähnlich. Eventuell bekomm ich ein besseres Bild und veröffentliche das nochmal. Sollte doch rauszufinden sein, was das ist.

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