Ungleichbehandlung historischer Personen

Im Zuge der Diskussion über den umstrittenen Namenspatron der Uni Greifswald Ernst Moritz Arndt gibt der aktuelle Beitrag der Arndt-Gegner zu denken. Scheinbar ist generell eine Umbennung bzw. Ablegung eines Namens gar nicht so schwer. So geschieht es aktuell mit der „Hans-und-Lea-Grundig-Stiftung“.

Mit dem Namen Lea Grundig hat die Uni nämlich ein Problem. Aber anders als mit Arndt. Grundig war jüdische Künstlerin in der DDR. Der Grund, warum der Name abgelegt werden soll, ist, dass sie dazu beigetragen haben soll, Künstler aus dem DDR-Künstlerverband auszuschliessen. Beweise hierfür liegen aber nicht vor.

Im Gegensatz zu Arndts antisemitischer Haltung. Doch hier erfolgt eine Ungleichbehandlung. Ein Preis der Stiftung für Studierende ruht seit 1996, der Name soll abgelegt werden. Arndt hingegen wird weiterhin als Namenspatron der Uni genutzt. Wieso die Uni hier zweierlei Mass anlegt, bleibt unklar.

4 Kommentare


  1. naja – aber sie war eine beinharte Kommunistin. Grund genug, den Namen abzulegen. Das sie zufällig auch Jüdin war, ändert daran nix.

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    1. Ich wollt auch garnicht mit dem Killerargument kommen, das wäre ja antisemtisch, was die Uni da gegen die Stiftung abzieht. Darum geht es nicht. Es geht auch nicht darum, ob diese Handlung legitimiert ist. Interessant ist, dass da nur der Verdacht ausreicht und schon soll der Name gestrichen werden. Bei Arndt liegen eindeutig antisemitische Texte vor und der Name bleibt (bisher). Eine gesunde Diskussion über beide Namen wäre meiner Meinung nach gerechtfertigt. Diese ungleiche Behandlung find ich aber unmöglich.

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  2. Gut, wollte ich dir auch gar nicht unterstellen.
    Es liegt wahrscheinlich daran, dass der Name der Uni einfach öffentlichkeitswirksamer ist als jener des Instituts.

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    1. Ne, aber das Argument liegt bei der deutschen Vergangenheit vielen gerne auf der Zunge.

      Gerade weil der Name der Uni öffentlichekeitswirksamer ist, finde ich es kritisch. Aber da wird jetzt auch auch offen drüber nachgedacht. Nur hätte die Diskussion vielleicht zeitgleich mit der Diskussion um die Stiftung einsetzen können.

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