NPD-Aussteiger packt aus

Wer heute das Interview mit einem NPD-Aussteiger im SPIEGEL liest, dem kann angesichts des schockierenden Berichts nur Angst und Bange werden. Das Interview mit Uwe Luthardt, der für drei Monate im Vorstand der Jenaer NPD war, stammt aus dem Buch „In der NPD – Reisen in die National Befreite Zone“ von Christoph Ruf und Olaf Sundermeyer.

SPIEGEL ONLINE: Von den Güterzügen aus dem „Dritten Reich“?

Luthardt: Von denen, in die man die politischen Gegner, die Juden und die Ausländer stecken will, wenn man mal die Mehrheit im Land hat. Intern wird Tacheles geredet, man singt auch gerne das Horst-Wessel-Lied.

[…]

SPIEGEL ONLINE: Von welcher Politik träumen die Herren?

Luthardt: Vom Deutschen Reich. Die sind vollauf davon überzeugt, dass sie irgendwann mal eine Wahl gewinnen und dass es dann richtig losgeht. Was dann passiert, kann sich jeder denken.

Aus dem braunen Sumpf gibt es zur Zeit viele Nachrichten. So hat sich ein Rechter den Begriff „Hardcore“, der aus dem linken Musikspektrum stammt, als geschütztes Markenzeichen eintragen lassen. Nach dem brutalen Neonazi-Überfall auf Gewerkschafter nach der Geh Denken! Demonstration am 14.02. in Dresden wurde heute endlich ein Hauptverdächtiger festgenommen. Und bei Jürgen Rieger dem stellvertretenden Parteivorsitzenden der NPD fand ein Hausbesuch der Polizei statt. Dabei wurde ein Sturmgewehr gefunden.

6 Kommentare


  1. „mit Uwe Luthardt, dem ehemaligen Vorsitzenden der Jenauer NPD“ ist falsch, ich war Mitglied im Vorstand der NPD Jena

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    1. Danke für den Hinweis! Vertippt und auch noch falsch den Spiegel-Artikel wiedergegeben. Das ist mir leicht peinlich. Ich hab das jetzt korrigiert.

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  2. die gestern angestrengten ermittlungen bezüglich der waffen in der jenaer npd-zentrale waren allerdings eher enttäuschend. weniger betrüblich war die wirkung, die ein publiziertes interview auslösen kann!

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    1. Die Frage ist, wieso war die Polizei erst gestern in der Parteizentrale in Jena? Ich vermute mal, die NPD wurde wie so oft vorgewarnt und hat daher alles vorher entfernen können.

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      1. Die Polizei war gar nicht in der „Parteizentrale“,wie auch, wenn man jetzt erst merkt,dass das Interview von 2007 stammt.Zum besseren Verständnis:
        Die Schilderungen haben ein heute (25.02.09 Anm. Luthardt) durch das Landeskriminalamt Thüringen eingeleitetes Ermittlungsverfahren zur Folge. Das Ermittlungsverfahren richtet sich gegen die NPD-Kreisgruppe Jena / Saale-Holzland-Kreis. Erste Überprüfungen am heutigen Tag erbrachten keine Hinweise auf Waffen im Sinne des Waffengesetzes. Weitere Ermittlungshandlungen zu NS- und SS-Propagandamaterial werden folgen.
        Text: LKA Thüringen

        Die so genannten ersten Überprüfungen, welche keine Hinweise auf Waffen im Sinne des Waffengesetzes erbrachten, sahen wie folgt aus: Einvernahme meiner Person durch Staatsschutz und LKA mit nachfolgender Befragung. Nach Richtigstellung, dass es sich um ein Interview aus dem Jahr 2007 handelte, wurde keine Durchsuchung des Objektes durchgeführt.


      2. Danke für die weiteren Infos! Im SPIEGEL stand zwar kein Datum, aber da das Interview für das Buch werben sollte, nahm ich auch an, daß es bereits vorher geführt wurde.

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