Aktion Eichhörnchen reloaded?

Das Eichhörnchen ist clever. Im Herbst, wenn ein Nahrungsüberangebot herrscht, vergräbt es Eicheln und Nüsse, um diese dann während einer Knappheitsphase auszugraben und zu essen. Aber nur der Hamster hat es mit dem Anlegen von Vorräten in den deutschen Sprachgebrauch geschafft. Es wird gehamstert, Hamsterkäufe fegen die Läden leer, aber keiner eichhörnchent, gar führen Eichhörnchenkäufe zu Chaos in den Supermärkten.

Dennoch hat es auch das Eichhörnchen in den (West-)Deutschen Sprachgebrauch geschafft. Unter dem Namen Aktion Eichhörnchen wurde 1961 vom Bundesernährunsgministerium eine Initiative gestartet, damit die westdeutschen Privathaushalte Vorräte für 14 Tage anlegen sollen. Damals befand sich die Welt im kalten Krieg, der schnell hätte heiß werden können. Für den Fall eines Krieges auf deutschem Boden sollte die Bevölkerung sich wappnen.

Nun hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz laut taz folgendes gesagt:Über mögliche Versorgungsengpässe macht sich kaum noch jemand Gedanken.“ Ein Schelm, wer angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise Böses denkt. Wie praktisch, daß das Ministerium von CSU-Frau Aigner schon die Homepage ERNAEHRUNGSVORSORGE.de im Netz hat. Dort gibt es auch eine Liste mit Mengen, die ein einzelner Mensch für 14 Tage bevorraten sollte. Aktion Eichhörnchen reloaded?

Wie soll man diese Äußerung aus dem Ministerium verstehen? Steht sie in Zusammenhang mit der Finanzkrise? In Island kam es nach dem Zusammenbruch der Banken schon zu Hamsterkäufen. Angesichts immer düsterer Zahlen weiß noch keiner, wie die Krise weiterverlaufen wird. Nur über eines sind sich fast alle Experten sicher, das schlimmste haben wir noch nicht durchgestanden. Nur dann ist es bereits zu spät.

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