Der Ministerpräsident-Unfall-Effekt

Dienstag, der 6. Januar 2009, 20:00 Uhr von daburna

Seit dem Skiunfall des Ministerpräsidenten von Thüringen, Dieter Althaus, mit einer dabei tödlich verunglückten Frau vor fünf Tagen sind die Medien voll mit Berichten über Skihelme. Althaus habe einen Helm getragen, die Frau dagegen keinen. So sei seine Rettung zu erklären. War diese Meldung anfangs noch wichtig aber nebensächlich, scheint sie nun bei einigen Medien zum Haupttheme der Nachrichten zu werden. Allein Pro7 berichtete bisher jeden Abend in den Newstime um kurz vor 18 Uhr über Skihelme und deren steigenden Absatz.

Wird Pro7 zur Schutzheiligen aller Wintersportler? Gehört den Besitzern von Pro7, Permira und KKR, gar ein Skiausrüster, der sich über diese Form der Werbung freut? Spekulative und provokative Fragen. Dabei berichtete doch auch der SPIEGEL gestern über den steigenden Skihelm-Absatz. Den Sinn von Helmen will ich nicht anzweifeln, aber doch das aktuelle Hochjubeln. Die Branche der Wintersportausrüster wird sich jedenfalls über diesen Unfall-Effekt freuen.

Also, wer sich den Spaß machen will, sollte morgen mal aufpassen und gucken, ob Pro7 wieder über Skihelme berichtet und wenn ja, wie lange die das dann weiterhin durchziehen.

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daburna
Schreibt hier seit August 2005 den Blog. Geographiestudent mit Lebensmittelpunkt in der Hansestadt Greifswald.
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2 Antworten

  1. Tobi sagt:

    Genau das habe ich auch gedacht, zwar nicht im zusammenhang mit PRO7, aber das allgemein jetzt abertausende Skihelme verkauft werden. Klingt vielleicht ein wenig makaber aber as ist Werbung die ihr Ziel erreicht hat.

    • daburna sagt:

      Das ist zwar ungeplantes Marketing, aber es funktioniert. Wäre die Behelmung bei dem Unfall anders gewesen, wäre das sicher nicht so ausgeschlachtet worden. Und jeder nicht Prominente mit Helm und Unfall hätte nie so eine “Kaufwelle” ausgelöst. Vielleicht das richtige Mittel gegen die Rezession…laßt Prominente mit normalen Bürgern verunglücken und später kauft sich jeder das Teil, das den Unfall des Prominenten abgemildert hat. So, jetzt ist Schluß mit Sarkasmus und Ironie.

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