Beschwerdemanagement der Bahn oder Schweigegeld?

Neulich steckte ich wegen eines Böschungsbrandes knapp zwei Stunden auf dem Bahnhof der Stadt Stralsund fest. Für Bahnkunden im Regionalverkehr greifen da normalerweise keine Entschädigungsansprüche. Dennoch schrieb ich einen Brief an den Bahnservice und bekam innerhalb von 10 Tagen eine Antwort und einen Reisegutschein im Wert von 10 Euro. So sieht Kulanz aus.

Da ich nun wußte, daß dort Beschwerden doch ernst genommen werden, nutzte ich nach der Hanse Sail wieder diesen Service und schrieb einen Beschwerdebrief über die viel zu vollen Züge, hier blieb die Bahn eindeutig hinter ihren Möglichkeiten zurück und bewies sich als zu unflexibel, um mehr Züge einzusetzen, und darüber, daß die Bahncard 50 in einigen Tarifzonen wie in z.B. ganz Schleswig-Holstein oder der Region Stralsund nur als Bahncard 25 gewertet wird und ich ja für die Leistung der Bahncard 50 bezahlt hatte. Wiederum nach ca. 10 Tagen erreichten mich zwei Briefe. Beide mit dem gleichen Formschreiben und beide mit einem Kulanzgutschein im Wert von 5 €. Natürlich nehme ich die dankend an, aber diesmal wurde meine Beschwerde nicht persönlich beantwortet und daher sehen diese Reisegutscheine doch eher wie ein kleines Beruhigungs- oder Schweigegeld aus.

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