Ich seh Schwarz-Rot-Gold

Schwarz-Rot-Weiß-Gold, wo auch immer das Auge hinguckt. Deutschland in den Farben der Paulskirche von 1848. Aber nicht aus Freude an der Demokratie oder gar gerechter Einkommensverteilung, sondern aus Begeisterung für die deutsche Fußballnationalmannschaft. Was vor zwei Jahren mit der Weltmeisterschaft in Deutschland begann und sehr viele Menschen überrascht hat, ist bei der Europameisterschaft fast zur Vervollkommenheit geraten. Schon immer hat ein Großteil der Bevölkerung mitgefiebert, wenn sich die internationalen Fußballmanschaften miteinander gemessen haben. Inzwischen wird aber selbst der notorischste Fußballhasser angesteckt und fiebert wie ca. 82 Millionen Deutsche mit. In diesen Zeiten heißt deutsch sein, die Fußballnation durch Jubel, Public Viewing und Autokorsos zu unterstützen. Noch ein Sieg im Finale und die ganzen Quälereien um hohe Energeipreise, geringe Einkommen, ungleiche Bildungschancen und Klimawandel sind mindestens über die Sommerpause vergessen.

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