Todesstoß für die Steinkohle selber verschuldet

Als am Samstag (23.02.2008) im Saarland die Erde bebte, hatte sich die Steinkohle quasi selber den Todesstoß gegeben. Für das stärkste Erdbeben seit Bestehen des Bergbaus im Saarland ist sie selber verantwortlich. Durch das Aushöhlen des Gesteins kommt es zu Verformungen, Nachsacken des Bodens oder halt Erdbeben. Diese Probleme sind auch in anderen vom Bergbau betroffenen Regionen bekannt. Schon früher bebte im Saarland die Erde, doch dieses Mal war es besonders heftig. Dabei enstanden massive Schäden. Bisher wurden 450 Schadensmeldungen gezählt, darunter auch die Kirche von Saarwellingen. Jetzt scheint es, als ob der Betreiber die Deutsche Steinkohle AG einpacken muss. Nachdem die Landesregierung des Saarlandes einen unbefristeten Abbaustopp verhängte, berät zur Zeit der Wirtschaftsausschuss des Landes über einen kompletten Abbaustopp. Die dort lebenden Menschen fordern diesen ebenso. Dem Bergbau an der Saar droht das Aus. Die von den Zechenschliessungen ausgelöste Strukturkrise wird sich damit noch ein letztesmal verschärfen. Auch in Nordrhein-Westpfahlen sollen die Subventionen bis 2018 auslaufen. Der Bergbau dort wäre dann nur noch profitabel, wenn der Weltmarkpreis steigen würde und/oder die Produktionskosten sinken würden.

Unter Tage – also der Bergbau mit Zeche und Schacht tief in die Erde – wird immer seltener in Deutschland. Dies liegt an zahlreichen Problemen. Zum einen an der nur durch Subventionen bezahlbare Steinkohle und zum anderen an den so genannten Bergschäden einschließlich der Erdbeben. In Nordrhein-Westpfahlen kam es bisher noch nicht zu einem so folgenschweren Erdbeben, hier treten dafür viel häufiger Bergschäden auf. Selbst nach einer Schliessung aller Zechen werden immer noch Folgekosten durch Bergschäden, Erdbeben oder Bodenabsenkungen entstehen, denn der Erdeboden ist häufig durchlöchert wie ein schweizer Käse und die Schächte stürzen erst nach und nach ein. Diese Ewigkeitskosten genannten Posten werden auch vom Steuerzahler mit bezahlt. Der angestrebte Börsengang der RAG soll durch seine Ennahmen die Last von den Schultern der Steuerzahler nehmen. Dennoch werden Unsicherheiten bestehen bleiben. Was wenn der Börsengang nicht funktioniert, wenn zu wenig Kapital eingenommen wird? Klar, der Steuerzahler wird es schon richten.

Großer Verlierer bei dem Erdbeben sind die Bergmänner. Bis auf eine „Notbesatzung“ zur Instandhaltung der Stollen wurden alle bis auf weiteres beurlaubt. 5.000 Kumpel von denen bei einer Schliessung und Stillegung der Zechen nur noch 100 für die Sicherung benötigt würden. Was macht der Rest? Was machen die anderen 4.900 Menschen? Und was machen die anderen, die Zulieferer und abhängige Unternehmen? Sind wirklich bis zu 10.000 Jobs bedroht?

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