Braune Post Pt. III: Jahresrückblick

Nun leider wieder ein Beitrag aus der Reihe: Braune Post – Neues Altpapier im Briefkasten.

Mit der aktuellen Ausgabe des rechten Greifswalder Boten werden gezielt Studierende angesprochen. Gleich der erste Beitrag dreht sich um das BAföG. Dabei schien es den Schreibenden besonders schwer gefallen zu sein, ordentliche Zahlen zu liefern. Angeblich läge der Höchstsatz bei 480 Euro monatlich. Falsch! 585 € ist der höchstmögliche Bedarfssatz für Studierende im Inland (Stand 2007). So ein plumper Versuch die Studierenden der Stadt anzusprechen und dann schon mit falschen Zahlen gespickt.

Als nächstes kommt ein Beitrag über Demokratie, Toleranz und Rechtsstaat. In der letzten Ausgabe des Boten wurde behauptet zahlreiche Greifswalder Clubs seien „polizeilich bekannte Anlaufpunkte der roten Kriminellen„. Das folgende Medienecho mit angekündigter Klage, wirft der Greifswalder Boteden zurück: „Gerade die, die permanent von Demokratie, Toleranz und von unserem Rechtstaat sprechen sind es, welche anscheinend nicht einmal wissen, worüber sie […] reden.

Es folgt ein kritischer Jahresrückblick, in dem wie früher schon, die Sorgen der Bevölkerung, besonders die existentiellen, genannt, bestätigt und weiter geschürt werden. Typische verbale Schläge gegen die „etablierten“ Parteien bleiben nicht aus.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Kohlekraftwerk in Lubmin wird die Region, mit sogenannten „Nationalen Opferungsgebieten“ in den USA verglichen. Der Begriff scheint eine Neuerfindung der NPD zu sein, denn mit der google Suche findet man nur einen Beitrag des NPD Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, dessen letzter Absatz übrigens 1:1 so im Greifswalder Boten abgedruckt wurde. Lubmin wird mit Regionen in den USA verglichen, die zur Lagerung von Atommüll herhalten müssen. Ein geplantes Kohlekraftwerk mit diesen angeblichen Atommüll-Regionen zu vergleichen, ist wie Äpfel und Birnen zu addieren.

Alles in allem ist der Greifswalder Bote vom Textumfang merkbar geschrumpft (nur noch eine Din a 4 Seite: UmweltHeimatschutzgründe?) und befindet sich mit teilweise nur sechs Sätzen pro Beitrag auf BILD-Niveau. Besonders hässlich: ein Werbefoto der Heimattreuen Deutschen Jugend (HDJ). „Du hast uns gerade noch gefehlt!“ Den Satz möchte man am liebsten den Machern des Greifswalder Boten zurückschicken: Ihr und euer rechtes Propagandablatt habt uns gerade noch gefehlt!

Gegner gibt es auch im Uni-Forum.

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