100 Blondinen gesammelt

Ein kleiner visitenkartengroßer Flyer in meiner Erstsemestertüte machte Werbung für das größte virtuelle Studentenportal in Deutschland: StudiVerzeichnis.net. Eine Seite auf der schon 500.000 Studenten registriert sind und dabei in ihren Profilen ganz schön viel über ihr Leben preis geben. Abgeguckt wohl in den USA, wo die Seite Facebok.com genau die gleiche Zielgruppe und Design besitzt.

Was anfangs lustig war, artete bei Einigen schnell zur Freunde- und Gruppensammelei aus. Profilierung über die meisten Freunde oder die coolsten Gruppen. Dabei ist genau das eins der Ziele dieser Seite: in Kontakt bleiben mit alten oder neuen Schul- und Unifreunden (das eigentliche Ziel ist es natürlich damit irgendwie Kohle zu scheffeln).

Wie schnell es geht, einem vorher unbekannte Personen, per simple Einladung als Freund hinzuzufügen, hat gerade ein junger Mann bewiesen. Unter dem Profilnamen Tebis Nador versuchte er in möglichst kurzer Zeit 100 attracktive Blondinen als Freundinnen zu gewinnen. Dies klappte sogar schneller, als er dachte, wie er hier im Interview erklärt.

Dies ist eigentlich sehr erstaunlich, da normalerweise niemand jemand anderem mitten auf der Straße seine Telefonnumer geben würde. Im Internet geschieht aber gerade bei diesen Seiten des „Social Networking“ (soziale Netzwerke) soetwas einfacher als erwartet. In den Profilen outet sich jeder. Ob politische Einstellung oder letzter Job, alles wird bereitwillig angegeben und ist so für jedermann zugänglich. (Über diesen Nachteil des digitalen Vermächtnis habe ich hier schon an anderer Stelle geschrieben.)

So hat das ganze dann auch bei Herrn Nador funktioniert. Keiner kannte ihn, aber die Frauen haben trotzdem seine Freundschaftseinladung akzeptiert. Das Wort Freund wird hier durch das Internet digital gedehnt. Der Freund, den man persönlich kennt, weicht dem virtuellen Freund. Es fing Ende der 90er mit chatten an und geht jetzt zum sozialen Netzwerk über. Eine Entwicklung, die viele nicht verstehen, aber noch viel mehr Leuten gefällt.

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